Aargauer Gemeinde warnt Bevölkerung vor «räuberischen» Waschbären

Stephan Felder
Stephan Felder

Fricktal,

In Gipf-Oberfrick wurden Waschbären gesichtet. Die Gemeinde ruft die Bevölkerung deshalb zu Vorsichtsmassnahmen auf und warnt vor Risiken für heimische Tiere.

Waschbär
Süss, aber auch ganz schön frech: Der Waschbär breitet sich in Europa zunehmend aus. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Fricktal im Kanton Aargau sind Waschbären gesichtet worden.
  • Die Tiere werden mit Fallen eingefangen, da sie sich oft in oder an Gebäuden befinden.
  • Besonders gefährdet sind laut Jagdaufseher Kleintiere wie Eidechsen und Vögel.

Die Gemeinde Gipf-Oberfrick (3500 Einwohner) warnt ihre Bevölkerung vor Waschbären.

In jüngster Zeit wurden die Tiere im Gemeindegebiet gesichtet. Daher ruft die Gemeinde ihre Einwohner dazu auf, Vorsichtsmassnahmen zu treffen und Sichtungen zu melden.

Denn was das Tier ausrichten kann, ist nicht ohne.

Bereits erste Meldung eingegangen

Der aus Nordamerika stammende Waschbär wurde in den 1930er-Jahren für die Pelzproduktion nach Deutschland gebracht und später freigesetzt.

In den vergangenen Jahrzehnten breitete sich die Art stark aus und wird inzwischen auch in der Schweiz vermehrt beobachtet.

Die Gemeinde bezeichnet den Waschbären als «anpassungsfähigen und räuberischen Allesfresser». Er könne somit nicht nur für Menschen zur Herausforderung werden, sondern auch ein Problem für heimische Tierarten darstellen.

Sollten Waschbären stärker verfolgt werden?

Jagdaufseher Alex Rüfenacht bestätigt gegenüber Nau.ch, dass bereits ein Telefon eingegangen sei. Allerdings würden sich Verdachtsmeldungen nicht immer bestätigen.

«Oft vermuten die Leute einfach, dass es ein Waschbär sein könnte», sagt er.

Geht tatsächlich eine Meldung ein, liegt das weitere Vorgehen bei den Jagdaufsehern. «Waschbären einzufangen ist unsere Sache», erklärt Rüfenacht. Dafür würden Fallen aufgestellt.

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SRF zeigt, wie Waschbären gefangen werden. - SRF

Der Grund: Die Tiere halten sich häufig in der Nähe von Gebäuden oder sogar in Häusern auf. «Da kann man schlecht schiessen, daher arbeiten wir mit Fallen», so der Jagdaufseher.

Ein besonderes Problem sieht Rüfenacht bei den Auswirkungen auf die heimische Tierwelt. Vor allem kleinere Tiere seien betroffen.

Eidechsen und Vögel besonders gefährdet

«Gerade Eidechsen und Vögel sind gefährdet», erklärt er. Während Waschbären bei Vögeln gezielt Nester plündern würden, hätten Eidechsen bereits heute einen schweren Stand.

«Eidechsen haben es ohnehin schon schwer zu überleben, weil in der Schweiz vieles zubetoniert ist», sagt Rüfenacht. Der Waschbär erhöhe den Druck zusätzlich, da er diese Tiere aktiv jage.

Gemeindeschreiber Urs Treier stuft die Lage gegenüber Nau.ch aktuell zwar nicht als gravierend ein.

Waschbären seien jedoch «relativ frech», würden Unordnung machen und Unterstände aufsuchen, wenn dort Abfallsäcke oder offene Abfälle lagerten.

Treier weist jedoch darauf hin, dass die Entwicklung beobachtet werde. Waschbären breiteten sich seit Jahren aus und seien inzwischen auch im Fricktal wiederholt gesichtet worden.

Die Gemeinde empfiehlt deshalb, keine Tiere zu füttern. Speisereste sollten nicht im Freien liegen gelassen werden, Kompost sowie Abfälle gut gesichert. Auch Zugänge zu Gebäuden und Sandkästen sollen möglichst geschützt werden.

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