Gegner der Steuererhöhung müssen in Wohlen AG die Steuern erhöhen

Einst kämpfte die SVP in Wohlen AG gegen eine Steuererhöhung. Nun ist sie selbst die stärkste Partei in der Wohler Regierung – und muss die Steuern erhöhen.

Das Wichtigste in Kürze
- In den vergangenen Jahren kämpfte die SVP in Wohlen AG gegen eine Steuererhöhung.
- Seit Januar 2026 hat Wohlen AG einen rein bürgerlichen Gemeinderat.
- Nun muss SVP-Gemeindeamman Roland Vogt selbst eine Steuererhöhung beantragen.
In Wohlen AG herrscht Geldmangel. Dies bereits seit einiger Zeit, weshalb in den letzten drei Jahren der Gemeinderat die Steuern anheben wollte. Doch das wurde jeweils vom Einwohnerrat verhindert.
Die Kritik kam dabei primär aus den Reihen der SVP. Seit Januar dieses Jahres hat Wohlen nun einen rein bürgerlichen Gemeinderat. Er besteht aus zwei SVP-Mitgliedern mit Roland Vogt als Gemeindeammann und je einem FDP-, Mitte und GLP-Mitglied.
Eine Steuererhöhung in Wohlen rückt damit in weite Ferne – könnte man meinen.
Der Gemeinderat tat auch gut daran, dies zu verhindern, indem er im Budget gespart hat. Die Regierung wollte eine Steuererhöhung zudem mit einem Landverkauf um ein Jahr verzögern, was jedoch vom Einwohnerrat abgelehnt wurde.
Wohl oder übel muss Ammann Roland Vogt deshalb mit dem neuen Budget nun eine Steuererhöhung beantragen. Der Steuerfuss soll von 116 auf 122 Prozent angehoben werden. «Es ist unglücklich», sagt Vogt gegenüber SRF. «Wir brauchen höhere Steuereinnahmen, waren aber der Meinung, nicht bereits nächstes Jahr.»
«Es ist keine Genugtuung»
Laut Kritikern hat der Gemeinderat jetzt selbst eingesehen, dass nichts an höheren Steuern vorbeiführt.
Auch SP-Fraktionschef Matthias Schneider findet gegenüber SRF klare Worte: «Die SVP konnte in den letzten Jahren Oppositionspolitik machen. Im Wahlkampf hat sie sehr viel versprochen – dass man den Steuerfuss nicht anfasst.»
Zudem äussert sich Denise Strasser (FDP), ehemalige Führerin des Finanzressorts, dazu: «Es ist keine Genugtuung. Es hätte mich aber sehr erstaunt, wenn sie etwas gefunden hätten, auf das wir nicht gekommen sind.»
Finanzvorsteherin Claudia Hauri, hatte als SVP-Einwohnerrätin Steuererhöhungen bekämpft. Auch sie muss nun eingestehen, dass die Steuererhöhung unumgänglich ist und stimmt dem Antrag auf Erhöhung zu.










