In Zofingen AG entsteht neuer Wohnraum

Die Migros Aare, die Stadt Zofingen und ihre Architektur-Partner präsentieren die Ergebnisse des Studienauftrags zum Gebiet «Im Funken».

Vor den Toren der Thut-Stadt tut sich so einiges. Kaum hat Zofingen im Spätjahr 2025 das Areal der Unteren Vorstadt im Baurecht an die Wohnbaugenossenschaft DOMUM für ihr Projekt «Chaturaji» vergeben, steht bereits das nächste städtebauliche Projekt vor der Altstadt in den Startlöchern:
Das zwischen Aarburgerstrasse und Bahnlinie gelegene Gebiet «Im Funken», das aus dem Migros-Gebäude, dem anliegenden Parkplatz und einem kleinen Park mit Spielplatz besteht, soll mit Wohn-, Gewerbeund Dienstleistungsnutzungen sowie attraktiven, öffentlichen Freiräumen weiterentwickelt werden.
Anstoss des Projektes: Die Migros-Filiale an der Aeusseren Luzernerstrasse steht am Ende ihres Lebenszyklus. Denn lange ist es her: Als MTV 1981 erstmals über die Röhrenmonitore flimmerte und parallel das Kernkraftwerk Gösgen ans Netz ging, realisierte die Migros den Bau vor den Toren der Altstadt.
Analog zu den genannten Retro-Beispielen ist die Zeit auch nicht spurlos am Gebäude mit grossem «M» vorbeigegangen. «Mehrere Analysen haben gezeigt, dass ein Neubau der Filiale erforderlich ist», so Matthias Tümmler, Leiter Immobilienentwicklung der Migros Genossenschaft Aare.
Zu gross wären die zeitlichen sowie finanziellen Hürden, die alte Bausubstanz zu erhalten. Zumal die alte Hülle den modernen Bedürfnissen nicht hätte Rechnung tragen können. Aus dem Fallen dieses Dominosteins entwickelte sich ein Schulterschluss mit der Stadt und den Buchner Bründler Architekten AG aus Basel, zusammen mit dem Landschaftsarchitekturbüro Maurus Schifferli AG aus Bern.
Insgesamt sollen in einem diversen Mix 220 bis 250 Mietwohnungen für ca. 520 Bewohner/innen entstehen, dazu 1000 qm für das lokale Gewerbe.
«MMM»-Migros für Zofingen
Im Fokus des Teilareals A stehen die zwei U-förmigen Bauten auf der Fläche des heutigen Gebäudes. Künftig soll nicht nur eingekauft, sondern im Obergeschoss auch gewohnt werden. Die Migros muss dafür keine Kompromisse eingehen: Die Verkaufsfläche vergrössert sich sogar, sodass Zofingen einen «MMM»-Supermarkt erhält.
Wohnen «à la Gartenstadt»
Teilareal B entsteht auf dem Parkplatz der heutigen Migros. In der «Gartenstadt» sind Mietwohnungen mit unterschiedlichen Wohnungstypen und -typologien geplant, darunter Maisonettewohnungen und klassisches Etagenwohnen.

Das Areal soll sich durch eine hohe Durchgrünung auszeichnen. Neben privaten Gärten stehen den Bewohnerinnen und Bewohnern auch Gemeinschaftsgärten zur Verfügung, während die Funkenstrasse zusätzlich begrünt wird.
Übergang zur Altstadt
Im Teilareal C sind Mietwohnungen mehrheitlich als Etagenwohnungen vorgesehen, teilweise sei auch Eigentum denkbar. Entlang der Aarburgerstrasse sollen sich Gewerbe- und Dienstleistungsnutzungen ansiedeln, etwa Gastronomie, Gesundheitspraxen oder Freizeitangebote.
Am Brühlgässli sollen zudem Quartier- und Gemeinschaftsnutzungen entstehen, etwa Räume für Home-Office, einen Musik- oder Gemeinschaftsraum, ein Quartiertreff oder eine Kita. Auch das Migros-Restaurant wird hier seinen Platz finden. In den Bestandesbauten Diriwächterhaus und Jaschek-Villa ist eine denkmalgerechte Nutzung vorgesehen, sei es für Wohnen, öffentliche Dienstleistungen oder Bildung.
Wo immer möglich, sollen Baumbestand und Grüngürtel erhalten bleiben, entlang der Aarburgerstrasse ist zudem eine Allee bzw. ein Boulevard geplant. Und: Es wird auch weiterhin eine Rutschbahn geben.
Baustart frühestens 2029
Bis das Areal «Im Funken» umgestaltet werden kann, hat das Vorhaben noch einige Hürden zu nehmen. Als Nächstes steht die Erarbeitung eines Gestaltungsplanes an. Mit dem Bau kann frühestens 2029 begonnen werden.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «Aarauer Nachrichten» erschienen.








