Maskierte Schnäbi-Sprayer terrorisieren Windisch AG

Angst und Wut im Aargau: Immer wieder kommt es zuletzt in der Nacht zu Randalen und Sprayereien. Dahinter soll eine maskierte Gruppe stecken.
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Das Wichtigste in Kürze
- Einwohner Daniel aus Windisch AG wird mitten in der Nacht von lauten Geräuschen aus dem Schlaf gerissen.
- Unbekannte haben das Fenster vor seinem Wohnzimmer vollgesprayt und offenbar auf die Scheibe geschlagen.
- Kein Einzelfall: Windisch wird seit Tagen von nächtlichen Randalen und Sprayern terrorisiert.
Windisch im Aargau, es ist mitten in der Nacht. «Etwa um zwei, halb drei hörte ich einen Chlapf», erzählt Einwohner Daniel Nau.ch. Erst vermutet er Böller.
Wenig später sieht er, was wirklich passiert ist: Unbekannte haben die Fensterfront vor seinem Wohnzimmer versprayt. Zudem ist ein grosser Teil der Fassade auf der anderen Seite des Mehrfamilienhauses betroffen.
Der Knall war so laut – «ich hatte Herzklopfen», berichtet er. Daniel vermutet: Die Sprayer verschmierten erst sein Fenster und schlugen danach heftig dagegen.
Der Aargauer bleibt mit einem mulmigen Gefühl zurück: «Ich fühle mich nicht mehr so sicher wie vorher», sagt er. «So fängt es an – wer weiss, was alles noch kommt.»
Maskierte verwüsten mehrere Häuser
Mit dem Erlebten ist er in Windisch nicht alleine. Die Unbekannten gingen letztes Wochenende auf eine regelrechte Verwüstungstour.
Beim römischen Amphitheater haben sie mit der Zerstörung angefangen, vermuten die Einwohner. Dort traf es das Fenster und die Eingangstür eines Ehepaars: ähnlich wie bei Daniel ist alles voll mit Schnäbi-Sprayereien.
Das betroffene Paar sagt Nau.ch, es habe Überwachungsaufnahmen sichern können, die die Täter zeigen: Eine Gruppe maskierter Personen. Diese Aufnahmen haben die beiden der Polizei übermittelt.
Nach der Attacke auf Fenster und Tür sollen die Maskierten zum Mehrfamilienhaus von Daniel weitergezogen sein.
Am Wochenende zuvor wurde die Migros verunstaltet
Thomas, dessen Tür und Fenster versprayt wurden, ist empört: «In Windisch läuft einiges nicht so, wie es sollte», klagt er kurz nach dem Zwischenfall in der örtlichen Facebook-Gruppe.
«Das ist für mich schon lange kein Jugendstreich mehr. Das ist Sachbeschädigung, Einschüchterung und ein massiver Eingriff in die Privatsphäre.»

Es sei nicht das erste Mal gewesen: Am Wochenende davor wurde die Migros-Filiale versprayt, erzählen die Einwohner Nau.ch. Das zeigt auch ein Augenschein vor Ort.
Neben phallischen Symbolen hinterlassen die Täter auch Kürzel mit unbekannter Bedeutung und Botschaften wie «Fick euch».
Daniel sagt zum Penis-Sujet auf seiner Fensterfront trocken: «Es ist nicht so gut.»
Polizei ermittelt
Der Regionalpolizei Brugg und der Kantonspolizei Aargau ist der Zwischenfall vom Wochenende bekannt, wie sie auf Anfrage von Nau.ch mitteilen.
Einwohner Daniel rief die Polizei bereits in der Nacht, wie er berichtet. «Vor Ort stand eine Patrouille der Regionalpolizei Brugg im Einsatz», sagt Kapo-Sprecherin Kathrin Wettstein. «Der Melder hat gemäss unserem Kenntnisstand Anzeige erstattet.»

Auch die Kantonspolizei bestätigt, dass die Geschehnisse vom vergangenen Wochenende kein Einzelfall sind. «In den vergangenen Wochen ist es in Windisch zu mehreren Sachbeschädigungen und Sprayereien gekommen», sagt Wettstein.
«Die Regionalpolizei Brugg zeigt in diesem Zusammenhang weiterhin Präsenz vor Ort.»
Stecken Schüler dahinter?
Einwohner Thomas vermutet, dass die Täter aus dem Umfeld der Schule stammen – dahinter sollen also Jugendliche stecken. Zu diesem Verdacht äussert sich die Polizei nicht.
Es heisst: «Ob zwischen den einzelnen Vorfällen ein Zusammenhang besteht und allenfalls derselbe Personenkreis dafür verantwortlich ist, ist Gegenstand der laufenden Abklärungen.»
Derzeit würden die Erkenntnisse aus den verschiedenen Vorfällen miteinander abgeglichen. «Nebst der Auswertung vorhandener Spuren wird auch geprüft, ob allfälliges Bildmaterial vorliegt, das weitere Hinweise auf die Täterschaft liefern könnte.»
«Wie lange schaut man noch zu?»
Auch, wenn die Ermittlungen laufen: Dass es bereits zu mehreren Zwischenfällen gekommen ist, sorgt in der Bevölkerung für Unmut.
Einwohner Thomas fragt: «Wie lange schaut man noch zu?»
Diesen Vorwurf will die Gemeinde nicht auf sich sitzen lassen. «Der Gemeinderat nimmt die Häufung der Sprayereien ernst», sagt der Gemeindeschreiber von Windisch, Marco Wächter, zu Nau.ch.
«Der Eindruck, die Gemeinde schaue einfach zu, trifft nicht zu. Festgestellte Sprayereien werden dokumentiert und bei der Polizei zur Anzeige gebracht.» Für die anschliessenden Ermittlungen sei die Polizei zuständig.
Die Gemeinde stehe aber parallel dazu auch mit der Polizei im Austausch, um zu prüfen, welche weiteren Präventionsmassnahmen sinnvoll seien. Diskutiert werden unter anderem Massnahmen in der Jugendarbeit.
«Wo es möglich und zweckmässig ist, werden Sprayereien zudem entfernt beziehungsweise deren Entfernung veranlasst. Die Gemeinde wird die Entwicklung weiterhin beobachten und das weitere Vorgehen mit der Polizei abstimmen», verspricht Wächter.













