Lenzburg

Verzweifelte Aargauerin sucht Hündin «Lilly» – Anzeige!

Rowena Goebel
Rowena Goebel

Oberes Freiamt,

Eine Aargauerin sucht seit Tagen verzweifelt nach ihrer Hündin Lilly. Nun wurde sie auch noch angezeigt – wegen Vermisstenplakaten für ihr Haustier.

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Von Hündin Lilly fehlt seit Samstag jede Spur. Ihre Halterin glaubt inzwischen, sie sei gestohlen worden. - Quelle: instagram @chiaraxmi

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit Samstag ist Hündin Lilly aus Boswil AG vermisst.
  • Ihre Halterin sucht sie verzweifelt. Inzwischen glaubt sie: Jemand hat das Tier gestohlen.
  • Doch es kommt noch schlimmer. Wegen den Vermisstenplakaten wurde die Halterin angezeigt.

Hundehalterin Chiara Miggiano ist verzweifelt: Seit Samstag fehlt von ihrer Hündin Lilly jede Spur. «Sie war im Garten – plötzlich war sie weg und niemand hat sie gesehen», erzählt sie.

Verschwunden ist das Tier in Boswil AG.

Sie habe alles probiert, sagt sie in einem Instagram-Video. «Wir haben mit Drohnen nach ihr gesucht, ich habe Bauern gefragt, ich ging im Kadaverraum nachschauen …»

Wollte jemand freundliche Hündin für sich haben?

Doch noch immer bleibt Lilly vermisst. Inzwischen ist Miggiano überzeugt: «Lilly MUSS beinahe gestohlen worden sein», wie sie zu Nau.ch sagt. «Sonst hätten wir sie gefunden.»

Dass es dem Dieb oder der Diebin um Geld geht – dass er Lilly weiterverkaufen möchte – glaubt sie nicht. «Ich denke eher, jemand würde sie für sich behalten. Sie ist mega menschenfreundlich und auch freundlich zu Kindern», berichtet sie.

Nach der Suche kommen die Anzeigen

Besonders bitter: Die Aargauerin sucht nicht nur seit fünf Tagen erfolglos nach ihrer Hündin – jetzt wurde sie deswegen auch noch angezeigt.

Grund sind Zettel mit der Vermisstenanzeige von Lilly, die sie in der Region aufgehängt hat. Zwei Mal wurde sie wegen Sachbeschädigung angezeigt.

Was Miggiano besonders sauer aufstösst: Eine der Anzeigen kassierte sie ausgerechnet wegen eines Abfallkübel. Und der wurde von dem Plakat noch nicht einmal beschädigt.

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Wegen diesem Vermisstenplakat für die verschwundene Hündin Lilly wurde ihr Frauchen angezeigt. - Quelle: instagram @chiaraxmi

Die junge Frau filmt sich dabei, wie sie die Vermisstenanzeige wieder abmontiert. «Wir haben extra hitzebeständiges Spitalklebeband benutzt», sagt sie. «Man kann es ganz rückstandslos entfernen!»

Das beweist sie auch im Video: Die Klebestreifen hinterlassen nicht ein Spürli.

Wer sie angezeigt hat, möchte Miggiano nicht sagen, da es sich um laufende Verfahren handelt. Dennoch: Die Enttäuschung ist gross. «Das ist im Aargau eine Sachbeschädigung», stellt sie ungläubig fest.

Finderlohn von 1000 Franken

Stand heute Mittwochnachmittag ist Lilly noch immer vermisst. Chiara Miggiano bittet alle inständig darum, die Augen offen zu halten. Wer sie findet, erhalte einen Finderlohn von 1000 Franken.

Lilly ist ein Yorkshire Terrier, hat halblanges bis langes beiges und graues Haar, hat Stehohren und trägt ein Halsband. Zudem habe sie die Zunge immer draussen und habe vorne keine Zähne.

lilly
Lilly hat beige-graues Fell, halblanges bis langes Haar und die Zunge immer draussen. - zVg

Die Hündin wurde auch bei der Tiermeldezentrale STMZ als vermisst gemeldet.

Immer wieder werden Hunde gestohlen

Dass Lilly gestohlen wurde, ist nicht unwahrscheinlich – es wäre zumindest nicht der erste solche Fall in der Schweiz. Immer wieder werden Hunde Opfer von Dieben.

Für Schlagzeilen sorgte etwa ein Fall am Bahnhof Oerlikon ZH vor rund zwei Jahren. Ein Unbekannter nahm Chihuahua Zoe einfach auf den Arm und entführte das Tier. Ein Passant beobachtete den Vorfall und fotografierte den Täter.

Chihuahua
Auf Fotos ist zu sehen, wie der Täter mit dem Chihuahua auf dem Arm flieht. - facebook / Jacqui Rebuh

Die Geschichte hatte ein Happy End: Jemand erkannte den Täter auf den Bildern – so bekam der Besitzer sein Hündli wieder zurück.

Während Corona hat Hundediebstahl in ganz Europa zugenommen. Davor warnte unter anderem die Tierschutzorganisation Vier Pfoten im deutschsprachigen Raum.

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