«Wasserfest findet statt – mit oder ohne Feuerwerk»

Am 24. und 25. Juli findet in Aarburg wieder das Wasserfest statt. Der OK-Präsident erklärt, weshalb es auch bei einer Feuerwerk-Absage einen Besuch wert ist.

Redaktion: André Richner, das Wasserfest feiert heuer sein 100-jähriges Bestehen. Wie kam es seinerzeit zur erstmaligen Durchführung?
André Richner: Die Geschichte des Wasserfests reicht bis ins Jahr 1885 zurück, als der Pontonierfahrverein Aarburg erstmals Fahr- und Schwimmfeste organisierte. 1926 wurde daraus das erste offizielle Wasserfest.
Im Mittelpunkt standen damals die nautischen Spiele – eindrückliche Vorführungen auf dem Wasser, die zahlreiche Besucher begeisterten. Einen entscheidenden Meilenstein setzte das Jahr 1954 mit dem ersten Feuerwerk am Samstagabend. Dieses entwickelte sich rasch zum Höhepunkt des Anlasses und legte den Grundstein für das Wasserfest, wie wir es heute kennen.

Redaktion: In den vergangenen Wochen war es sehr heiss. Wann und aufgrund welcher Kriterien wird entschieden, ob die Wasserfest-Feuerwerke stattfinden können?
Richner: Die anhaltende Trockenheit beschäftigt uns aktuell sehr. Deshalb stehen wir in engem und laufendem Austausch mit den zuständigen Behörden und verfolgen die Entwicklung der Lage sehr genau.
Für uns hat die Sicherheit der Bevölkerung, der Einsatzkräfte und der Natur jederzeit oberste Priorität – wir werden keinerlei Risiko eingehen. Massgebend für den Entscheid ist die aktuelle Waldbrandgefahr.
Nach der erneuten Lagebeurteilung durch die Behörden am 20. Juli wird der definitive Entscheid über die Durchführung der Feuerwerke gefällt. Unabhängig davon ist bereits heute klar: Das Wasserfest findet auf jeden Fall statt – mit oder ohne Feuerwerk.

Redaktion: Angenommen, die Feuerwerke können stattfinden, wird es insbesondere für Toni Bussmann von den Pyrotechnik-Expertender Bugano AG ein besonderes Wasserfest. Nach fast 40 Jahren verantwortet er letztmals das Feuerwerk. Was zeichnete ihn während all der Jahre aus?
Richner: Toni Bussmann hat das Wasserfest während fast 40 Jahren mit seiner Leidenschaft, seiner Kreativität und seinem aussergewöhnlichen Gespür für eindrückliche Feuerwerke geprägt. Mit viel Herzblut hat er jedes Feuerwerk individuell auf Aarburg abgestimmt und den Besuchern Jahr für Jahr unvergessliche Momente beschert. Sein letztes Feuerwerk am Wasserfest wird deshalb ein ganz besonderer und emotionaler Moment – sowohl für ihn als auch für uns als Veranstalter.

Redaktion: Als neues Highlight gibt es in diesem Jahr ein Riesenrad. Wäre dieses auch während der Feuerwerke in Betrieb, um das Spektakel aus einer ganz neuen Perspektive erleben zu können?
Richner: Ja, das Riesenrad würde auch während des Feuerwerks in Betrieb sein. Die Besucher haben dadurch zumindest für einen kurzen Moment die einmalige Gelegenheit, das Musikfeuerwerk aus einer völlig neuen Perspektive zu erleben.

Wer sich dieses besondere Erlebnis nicht entgehen lassen möchte, sollte sich allerdings frühzeitig einen Platz sichern – wir gehen davon aus, dass die Nachfrage während des Feuerwerks entsprechend gross sein wird.
Redaktion: Wo und womit lassen sich Hunger und Durst stillen?
Richner: Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt. Auf dem gesamten Festgelände erwarten die Besucher rund 30 Foodstände mit einem vielfältigen kulinarischen Angebot – von traditionellen Klassikern bis hin zu internationalen Spezialitäten. Ergänzt wird dieses durch verschiedene Bars und Festwirtschaften mit einem breiten Getränkeangebot.

Redaktion: Hinter dem OK stehen viele helfende Hände. Wer sorgt nebst den Feuerwerk-Profis dafür, dass das Fest reibungslos verlaufen wird?
Richner: Ein Anlass dieser Grösse wäre ohne die Unterstützung zahlreicher Helferinnen und Helfer nicht möglich. Über 150 Freiwillige – vor allem Angehörige, Freunde und Mitglieder des Pontonierfahrvereins Aarburg – leisten während des Wasserfests unzählige Einsatzstunden.
Zusätzlich unterstützen uns verschiedene Sport- und Fasnachtsvereine, beispielsweise beim Billettverkauf an den Eingängen. Im Hintergrund sorgen zudem Feuerwehr, Sicherheitsdienst, Verkehrsdienst sowie viele weitere Partnerorganisationen dafür, dass das Wasserfest für alle Besucher sicher und reibungslos durchgeführt werden kann.
Redaktion: Was motiviert Sie persönlich, sich für das Wasserfest zu engagieren?
Das Wasserfest ist für mich weit mehr als nur ein Fest – es ist ein Stück Aarburger Tradition und ein Teil meiner Familiengeschichte. Ich bin bereits die fünfte Generation im Pontonierfahrverein Aarburg. Schon mein Vater engagierte sich während Jahrzehnten für den Verein und war unter anderem auch OK-Präsident des Wasserfests.
Diese Verbundenheit motiviert mich, die Tradition weiterzuführen und gemeinsam mit einem engagierten OK sowie den vielen Helferinnen und Helfern einen Anlass auf die Beine zu stellen, der Tausenden Besucherinnen und Besuchern schöne und unvergessliche Momente bereitet.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «Zofinger Nachrichten» erschienen.





