Baden AG: Neue Klimastrategie – 75 Prozent weniger CO2 bis 2036

Der Einwohnerrat von Baden AG hat die Energie- und Klimastrategie genehmigt. Bis 2036 soll der CO2-Ausstoss um 75 Prozent unter dem Wert von 2013 liegen.

Der Einwohnerrat hat die neue Energie- und Klimastrategie der Stadt Baden genehmigt. Sie baut auf dem Energiekonzept 2022 bis 2031 auf und zeigt, wie die Stadt ihren Beitrag zum Netto-Null-Ziel bis 2050 leisten will. Mit konkreten Zwischenzielen für die Jahre 2031 und 2036 richtet die Strategie den Fokus auf die nächsten zehn Jahre.
Die Stadt Baden hat das Ziel, bis spätestens 2050 netto keine Treibhausgase mehr auszustossen. Die Stadtverwaltung will dieses Ziel bereits bis 2040 erreichen. Gemäss der neuen Strategie ist die Stadt verpflichtet, den CO2-Ausstoss bis 2036 auf 1,7 Tonnen CO2 pro Person und Jahr, bzw. um 75 % gegenüber 2013, zu reduzieren.
Gemäss den Monitoring-Daten für das Jahr 2025 lagen die Emissionen bei rund 3,9 Tonnen CO2 pro Person und Jahr. Damit wurde das Zwischenziel für 2026 bereits erreicht.
Badener Ziele und Handlungsfelder
Für Christian Vogler, Energiekoordinator der Stadt Baden ist klar: «Der Weg bis 2036 und darüber hinaus bleibt anspruchsvoll.»
Der Einwohnerrat hat neue Ziele für Baden beschlossen. Bis 2036 sollen die CO2-Emissionen um 75 % reduziert werden im Vergleich zu 2013. Ausserdem soll 75 % der Energie aus erneuerbaren Quellen und Abwärme stammen. Schliesslich soll der Primärenergieverbrauch um 63 % sinken. Dies entspricht einem Verbrauch von nur noch wenig mehr als 2’000 Watt pro Person.
Um das Netto-Null-Ziel bis 2050 zu erreichen, fokussiert die Energie- und Klimastrategie auf fünf zentrale Handlungsfelder: Wärme, Elektrizität, Mobilität, Graue Emissionen und Kommunikation. Diese decken die wesentlichen Emissionsquellen sowie zentrale Einflussbereiche mit einem angemessenen Handlungsspielraum der Stadt ab.
Graue Emissionen stärker im Fokus
Als «Graue Emissionen» werden Treibhausgasemissionen bezeichnet, welche nicht direkt vor Ort, wie bei Gasheizung oder Auto, sondern indirekt und ausserhalb der Stadt Baden entstehen. Klassisches Beispiel ist die Produktion und der Transport von Baumaterialien. Sie machen einen erheblichen Anteil der gesamten Treibhausgasemissionen aus und spielen deshalb eine wichtige Rolle für das Netto-Null-Ziel Badens.
Gleichzeitig ist der Handlungsspielraum auf kommunaler Ebene begrenzt. Die Emissionen sind oft schwer messbar, verteilen sich über globale Lieferketten und entziehen sich häufig direkten Steuerungsmechanismen.
Energieplanung
Die Energieplanung der Stadt Baden konkretisiert die Wärme- und Kälteversorgung im Stadtgebiet räumlich und legt behördenverbindlich fest, wie diese künftig ausgestaltet werden soll. Damit ist die Energieplanung eine zentrale Grundlage für die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung und die Umstellung auf erneuerbare Energie und Abwärme bis spätestens 2045 – ebenfalls ein Ziel aus der neuen Strategie.
Der Energieplan hat für Grundeigentümer und Grundeigentümerinnen informativen Charakter und zeigt auf, welche Lösungen für den Ersatz fossiler Heizungen in welchem Gebiet zur Verfügung stehen. Das Energieportal der Stadt Baden zeigt auf Knopfdruck, welche Lösungen an einem spezifischen Standort möglich sind.
Aktueller Stand der Umsetzung
Die bisherigen und die neuen Zielsetzungen sind nur erreichbar, wenn sie regelmässig überprüft werden. Stadtammann Markus Schneider zieht eine positive Zwischenbilanz: «Die Daten per Ende 2025 zeigen, dass wir in Baden auf dem richtigen Weg sind. Wir müssen allerdings noch konsequenter erneuerbare Energien einsetzen, insbesondere beim Ersatz von Heizungen und bei der Mobilität.»
Gerade im Bereich Mobilität besteht Potenzial. Die Regionalverkehrsbetriebe Baden-Wettingen (RVBW) zeigen auf, wie eine konsequente Umstellung auf emissionsfreie Antriebstechniken aussieht. Vogler motiviert: «Gehen wir denselben Weg mit unseren eigenen Autos, können wir künftig so auch direkt einen Beitrag zur Einschränkung der Treibhausgasemissionen leisten.»






