Baden AG: Schulhaus-Sanierung spart 20 Tonnen CO₂

In Baden AG wird das Schulhaus Ländli seit März 2026 saniert. Leuchten, Wandtafeln und Fenster werden wiederverwendet – die alten Fenster gehen in die Ukraine.

Nach der Zustimmung des Badener Stimmvolks zur Sanierung des Schulhauses Ländli laufen die Bauarbeiten seit März 2026. Neben einer umfassenden energetischen Erneuerung setzt die Stadt Baden dabei auf einen ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz. Dazu gehören auch die Wiederverwendung von Bauteilen und die Schonung von Ressourcen.
Seit Februar 2026 findet im Schulhaus Ländli kein Unterricht mehr statt. Stattdessen laufen auf dem Gelände umfangreiche Sanierungsarbeiten. Das Gebäude wird energetisch ertüchtigt, die Haustechnik umfassend erneuert und an die heutigen Standards angepasst.
Zudem erhält das Schulhaus einen Lift für die hindernisfreie Erschliessung, das Dachgeschoss wird ausgebaut und das Untergeschoss radonsicher gemacht.
Das Projekt wird gemeinsam mit Liechti Graf Zumsteg Architekten AG als Generalplanerin umgesetzt. Mit den vorgesehenen Massnahmen wird der Gebäudestandard 2025 eingehalten. Darüber hinaus wird eine Minergie-Zertifizierung angestrebt.
Das Planerteam setzt dabei bewusst auf ein einfaches haustechnisches Konzept. Dabei werden die massive historische Gebäudesubstanz, eine automatisierte Fensterlüftung sowie ein Nachtauskühlungskonzept genutzt. Weniger Technik bedeutet auch hier weniger Ressourcenverbrauch und somit eine schlankere CO₂-Bilanz.
Sanierung im Zeichen der Klimaziele
Die Klimastrategie der Stadt Baden verfolgt das Ziel, ihre energiebedingten Treibhausgasemissionen bis spätestens 2050 auf Netto-Null zu senken. Für die Stadtverwaltung gilt dieses Ziel bereits bis 2040. Neben der energetischen Erneuerung richtet die Stadt ein besonderes Augenmerk auf die nachhaltige Nutzung bestehender Ressourcen sowie die Wiederverwendung von Bauteilen und Materialien.
Wiederverwenden statt entsorgen
Bereits vor Beginn der Rückbauarbeiten im Ländli prüfte die Firma Zirkular, welche Bauteile für eine Wiederverwendung geeignet sind. Vor den eigentlichen Arbeiten demontierte das Team von Wick Re-Use rund 111 Deckenleuchten sowie zahlreiche Wandtafeln, WC-Trennwände und Sockelleisten. Die Leuchten werden von der in Baden ansässigen Firma Lumvin fachgerecht aufbereitet und auf moderne LED-Technologie umgerüstet.
Durch die Wiederverwendung dieser Leuchten können rund 3'810 Kilogramm CO₂-Äquivalente an Erstellungsemissionen eingespart werden.
Viele Garderoben- sowie Akustikelemente im Schulhaus konnten zudem stadtintern für andere Bauten wiederverwendet werden. Die originalen Wandschränke, vorhandene Parkettböden, Schulwandbrunnen sowie beim Rückbau freigelegte historische Wandverkleidungen werden sorgfältig saniert und weiterhin genutzt.
Fenster erhalten ein zweites Leben
Auch für die bestehenden Fenster wurde eine nachhaltige Lösung gefunden. Nach dem Ausbau werden sie über den Verein Re-Win in die Ukraine transportiert. Dort kommen sie in einem geeigneten Schulgebäude wieder zum Einsatz, voraussichtlich im kriegszerstörten Velyka Dymerka (nahe Kyiv).
Gut erhaltene Fenster werden dort dringend benötigt, da in der Ukraine viele Fenster durch Kriegseinwirkungen und Druckwellen von Explosionen beschädigt wurden.
Ein besonderer Bezug bleibt dabei zum Schulhaus Ländli bestehen: Die Schülerinnen und Schüler hatten die Fenster vor Baubeginn mit ihren Adventsfenster-Kreationen geschmückt und senden damit einen Gruss an die Kinder der ukrainischen Schule.
Durch die Wiederverwendung der Fenster lassen sich rund 16'000 Kilogramm CO₂-Äquivalente einsparen. Dies entspricht etwa 57 Erdumrundungen mit dem Zug.
Ressourcen mit Zukunft
Mit der Wiederverwendung von Bauteilen wird deutlich, dass nachhaltiges Bauen über energetische Verbesserungen hinausgeht. Die Sanierung des Schulhauses Ländli schafft die Voraussetzungen für eine zeitgemässe Schulinfrastruktur und setzt gleichzeitig auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen.






