Aargauer Parlament will neues AKW als Option für Stromproduktion

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Wohlen,

Der Kanton Aargau hat seine Energiestrategie nach zehn Jahren überarbeitet. Die bürgerliche Mehrheit des Grossen Rats schrieb das Ziel der «technologieoffenen Produktion» von Storm ins Papier. Dies bedeutet auch den Neubau eines Atomkraftwerks im Aargau.

Die bürgerliche Mehrheit des Aargauer Grossen Rats hat den Bau eines neuen Atomkraftwerkes als Option für die Stromproduktion in einem Energiekonzept verankert. (Symbolbild)
Die bürgerliche Mehrheit des Aargauer Grossen Rats hat den Bau eines neuen Atomkraftwerkes als Option für die Stromproduktion in einem Energiekonzept verankert. (Symbolbild) - Keystone/GAETAN BALLY

Der Kanton strebe bis 2035 eine jährliche Stromproduktion von 15,7 Terawattstunden (TWh) aus «CO2-armen Quellen im Kantonsgebiet» an, heisst es im Papier «EnergieAargau 2025». Bis ins Jahr 2050 solle die Produktion auf 20 TWh gesteigert werden.

Der Grosse Rat beschloss dieses Ziel am Dienstag nach längerer Beratung mit 89 zu 44 Stimmen. Die bürgerliche Mehrheit auf SVP, FDP und Mitte war dafür, Links-Grün dagegen.

Auch der Regierungsrat stimmte diesem Ziel zu – obwohl er ursprünglich im Ziel von Stromproduktion «aus erneuerbaren Quellen» geschrieben hatte. Die beschlossene Version mit «CO2-armen Quellen» bedeutet, dass damit auch ein Neubau eines AKW und der Weiterbetrieb der drei bestehen Reaktoren im Aargau eine Option sind.

Die FDP wies darauf hin, das Ziel müsse technologieneutral formuliert sein. Man benötige die Kernenergie einfach. «Wir wollen und brauchen Kernenergie. Das ist sonnenklar», sagte ein SVP-Grossrat.

Dagegen votierten SP, Grüne und GLP. Die Produktion aus erneuerbaren Quellen müsse gesteigert werden, etwa bei der Windenergie, hiess es. Atomenergie sei keine Lösung. Das Parlament lehnte es klar ab, dass sich der Aargau beim Bund für einen Fahrplan zur Stilllegung der verbleiben AKW einsetzt.

Landammann Stephan Attiger (FDP) sagte, bei der Stromproduktion sei die Winterzeit das grosse Problem. Man könne jedoch nur umsetzen, was die Bevölkerung akzeptiere. Man müsse schauen, wo der Aargau einen Beitrag leisten könne – etwa bei Grossanlagen. Diese Stossrichtung soll laut Attiger technologieneutral sein.

Kommentare

Luxy-1

Na endlich!

User #29 (nicht angemeldet)

Stell dir vor, es läuft was schief. Wie viele neue Arbeitsplätze erst dann geschaffen werden. Strahlenschutzspezialisten und Dosimetrie-Fachleute, Notfallmediziner mit Strahlungsmedizin-Ausbildung, Evakuierungskoordinatoren und Krisenmanager, Dekontaminierungsarbeiter (Gebäude, Böden, Gewässer), Abbruch- und Entsorgungsspezialisten für radioaktives Material, Ingenieure für Containment-Strukturen (wie die Sarkophage in Tschernobyl), Hydrologen zur Überwachung von Grundwasser und Seen, Bodenkundler und Agrarwissenschaftler, Epidemiologen für Langzeitstudien, Onkologen und Hämatologen (erhöhter Bedarf), Psychologen und Traumatherapeuten (Evakuierte, betroffene Bevölkerung), Genetische Berater, Juristen für Entschädigungsverfahren, Sozialarbeiter für Umsiedlungsprogramme, Behördenvertreter für Sperrzonenverwaltung, Baufirmen für neue Siedlungen ausserhalb der Sperrzone, Versorgungslogistiker für evakuierte Bevölkerung, Forscher für Strahlenbiologie und Renaturierung, Tourismus- und Gedenkstättenführer (wie heute in Tschernobyl), Archivare und Historiker. Wunderbare neue Arbetisplätze.

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