Gesundheit Aargau: Hautpilz im Sommer behandeln

Kaum wird es draussen warm, melden sich Haut und Füsse mit Jucken und Rötung. Darauf sollten Sie jetzt bei Hitze achten.

Das Wichtigste in Kürze
- Hautpilz tritt im Sommer häufiger auf, da Wärme und Schweiss die Erreger begünstigen.
- Er lässt sich in der Regel gut mit Hygiene, trockener Haut und Antipilzmittel behandeln.
- Wenn die Schmerzen und das Leid zu gross sind lieber einen Arzt aufsuchen.
Sobald die Temperaturen steigen, häufen sich in einigen Hautarztpraxen die Klagen über juckende, gerötete Stellen. Hautpilz gehört zu den typischen Beschwerden der warmen Monate. Der Grund dafür liegt weniger im Zufall als in den Lebensbedingungen der Erreger. Doch wie kommt es zum Hautpilz überhaupt und was können wir tun?
Warum Wärme und Feuchtigkeit den Erregern helfen
Die meisten Hautpilze fühlen sich in einem feuchtwarmen Milieu besonders wohl. Schweiss, hohe Luftfeuchtigkeit und enge Kleidung schaffen genau dieses Umfeld auf der Haut.
Im Sommer schwitzen wir mehr, und die Haut bleibt häufig länger feucht. Ideal für Pilzsporen, sich zu vermehren. Wer den ganzen Tag geschlossene Schuhe trägt, bietet dem Erreger eine warme, dunkle Kammer.
Wo die Ansteckung im Sommer lauert
Gerade in den Ferien steigt das Risiko spürbar an. Schwimmbäder, Duschen und Umkleiden sind klassische Orte für eine Übertragung. Dort gehen viele Menschen barfuss über feuchte Böden, auf denen Sporen lange überleben.

Auch geteilte Handtücher, Yogamatten oder Sportgeräte können den Erreger weitergeben. Ein kleiner Hautriss oder eine aufgeweichte Stelle genügt oft als Eintrittspforte.
Wie verbreitet Hautpilz wirklich ist
Hautpilz betrifft einen erheblichen Teil der Menschen. Wie die Universität Toronto in einer Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025 festhält, erkranken im Lauf des Lebens rund 20 bis 25 Prozent der Weltbevölkerung an einer solchen Pilzinfektion.

Damit zählt die Erkrankung zu den häufigsten Infektionen der Haut überhaupt. Viele Betroffene unterschätzen die Beschwerden zunächst und behandeln sie gar nicht oder falsch.
Wer ein erhöhtes Risiko trägt
Manche Menschen erkranken leichter an einer Pilzinfektion als andere. Dazu zählen Personen mit Diabetes, einem geschwächten Immunsystem oder starkem Übergewicht. Auch wer viel Sport treibt und dabei stark schwitzt, ist deutlich anfälliger.
Bei älteren Menschen heilt die Haut langsamer, wodurch Infektionen länger bestehen bleiben. Enge Schuhe und synthetische Socken verstärken das Problem. Wichtig ist dann, im Sommer möglichst trockene Socken bzw. Schuhe zu haben.
Gesundheit Aargau: Welche Anzeichen auf eine Infektion deuten
Typisch sind gerötete, schuppende Stellen, die jucken und sich langsam ausbreiten. An den Füssen zeigt sich der Befall oft zwischen den Zehen mit weisslicher, aufgeweichter Haut. Am Körper bilden sich teils ringförmige Herde mit einem leicht erhabenen Rand.

Bleiben die Stellen unbehandelt, können sie grösser werden und auf die Nägel übergreifen. Spätestens dann wird die Behandlung deutlich langwieriger und erfordert mehr Geduld.
Wie sich Hautpilz behandeln lässt
In den meisten Fällen reicht eine äusserliche Behandlung mit Cremes oder Sprays aus der Apotheke. Diese sogenannten Antimykotika hemmen das Wachstum der Pilze und werden über mehrere Wochen aufgetragen. Wichtig ist, die Anwendung auch nach dem Abklingen der Symptome konsequent fortzuführen.

Befällt der Pilz die Nägel oder grössere Flächen, sind oft Tabletten nötig. Hier zeigt sich allerdings ein wachsendes Problem, denn manche Erreger sprechen schlechter auf gängige Mittel an.
Bei hartnäckigen oder wiederkehrenden Beschwerden ist deshalb der Gang zur Ärztin oder zum Arzt ratsam.
Wie man sich im Sommer schützt
Vorbeugen ist beim Thema Hautpilz besonders wirksam und meist erstaunlich einfach. Nach dem Schwimmen oder Duschen sollte man die Haut gründlich abtrocknen, vor allem zwischen den Zehen. In öffentlichen Bädern und Garderoben schützen Badeschlappen vor dem direkten Kontakt mit Sporen.

Atmungsaktive Schuhe und Wechselsocken aus Naturfasern halten die Füsse spürbar trockener. Handtücher und Socken sollte man nicht teilen und bei mindestens 60 Grad waschen. Wer stark schwitzt, kann luftige Kleidung tragen und feuchte Stellen häufiger trocknen. Mit diesen einfachen Massnahmen lässt sich das Risiko über den Sommer deutlich senken.
Wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist
Nicht jede gerötete Stelle ist gleich ein Pilz, und genau hier passieren oft Fehler. Wer auf Verdacht eine Kortisoncreme aufträgt, kann die Beschwerden sogar verschlimmern. Bessern sich die Symptome nach zwei bis drei Wochen Selbstbehandlung nicht, gehört der Befund abgeklärt.

Auch bei Diabetes, einem geschwächten Immunsystem oder befallenen Nägeln ist fachliche Hilfe ratsam. Eine kurze Probe der Hautschuppen zeigt im Labor zuverlässig, welcher Erreger tatsächlich dahintersteckt. So lässt sich eine unnötig lange oder falsche Therapie von Anfang an vermeiden.












