Anklage: Ex-SVP-Politiker soll Meitli betäubt und missbraucht haben

Ein 57-Jähriger Aargauer soll mehrere Frauen betäubt und sexuell missbraucht haben. Der Ex-SVP-Grossrat wurde von der Aargauer Staatsanwaltschaft angeklagt.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Aargauer Staatsanwaltschaft hat einen mutmasslichen Sexualstraftäter angeklagt.
- Der 57-Jährige wird beschuldigt, mehrere Frauen betäubt und sexuell missbraucht zu haben.
- Der Ex-SVP-Grossrat befindet sich derzeit in U-Haft.
Ein 57-Jähriger Ex-SVP-Politiker soll eine erwachsene Frau sowie eine Minderjährige wiederholt und eine weitere erwachsene Frau einmal unter Drogen gesetzt haben. Danach soll er sie sexuell missbraucht haben.
Daher hat die Aargauer Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Der Angeklagte befindet sich bereits seit 2023 in U-Haft.
Die Liste der Anklagepunkte, die die Staatsanwaltschaft dem 57-Jährigen vorwirft, ist lang, wie aus der am Montag veröffentlichten Medienmitteilung hervorging: Mehrfacher versuchter Mord, mehrfache qualifizierte Vergewaltigung, mehrfache qualifizierte sexuelle Nötigung, Schändung, mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern. Dies sind nur einige Punkte aus der Liste.

Die Staatsanwaltschaft beantragt gemäss Mitteilung eine lebenslängliche Freiheitsstrafe sowie eine ambulante, vollzugsbegleitende Behandlung. Die Anklage ist beim Bezirksgericht Baden hängig.
Der Beschuldigte soll den Opfern über längere Zeit heimlich K.-o.-Tropfen verabreicht haben. Dies, damit sie nicht mehr in der Lage gewesen seien, sich zu wehren, hiess es in der Medienmitteilung weiter. Dies soll er ausgenutzt haben, um sexuelle Handlungen an den Opfern vorzunehmen, die diese nicht wahrgenommen hätten.
K.-o.-Tropfen hätten zu Erstickungstod führen können
Die Opfer hätten sich gemäss Einschätzung der Staatsanwaltschaft durch die K.-o.-Tropfen wiederholt in einem lebensbedrohlichen Zustand befunden. Dies hätte zu einem Erstickungstod führen können. Daher die Anklage wegen mehrfachen versuchten Mordes.
Zudem soll er die Taten aufgezeichnet haben. Die Auswertung dieser Aufnahmen sei eine zentrale Grundlage der Anklage, schrieb die Staatsanwaltschaft in der Mitteilung weiter.
Während der Ermittlungen habe die Staatsanwaltschaft «umfangreiches Beweismaterial» sichergestellt, darunter viele Fotos und Videos. Die Untersuchung sei deswegen wiederholt ausgeweitet und die Untersuchungshaft verlängert worden.
Auslöser der Ermittlungen war gemäss Medienmitteilung ein Vorfall in einer Nacht im September 2023.
Die Mutter der Minderjährigen habe den Beschuldigten während einer mutmasslichen Tat überrascht und die Polizei alarmiert. Diese habe den Mann kurze Zeit später an seinem Wohnort festgenommen.
Wie Recherchen des «Tages-Anzeigers» nun zeigen, vergriff sich der Beschuldigte unter anderem an seiner eigenen Partnerin. Und noch schlimmer: Der 57-Jährige missbrauchte mutmasslich auch die Tochter seiner Partnerin. Die damals 15-Jährige wurde allein über 40-mal sediert und während rund 40 Stunden missbraucht.





