Forschende entdecken möglichen neuen Ansatz für Krebstherapien

Forschende des Paul-Scherrer-Instituts (PSI) in Villigen AG haben einen potenziell neuen Ansatz für Krebstherapien gefunden. Das Protein mit dem Namen B-Raf ist in der mutierten Form verantwortlich für mehrere Krebsarten. Nun entdeckten die Forschenden eine bislang unbekannte Struktur dieses Proteins.

Die Struktur bestehe aus zwei unterschiedlich geformten B-Raf-Proteinen, die sich während der Signalübertragung bilde, teilte das Institut am Dienstag mit. Ein kurzer Abschnitt im Protein reiche so zu seinem Partner rüber, dass eine Verbindungsbrücke zwischen den beiden entstehe.
Dieser kurze Abschnitt sei entscheidend am krebsfördernden Prozess beteiligt – dies sei bereits seit Längerem bekannt, heisst es in der Mitteilung weiter.
Die Forschenden betrachteten die asymmetrischen B-Raf-Proteine auch in ihrer Verbindung mit einem weiteren Protein namens MEK1. Dieses wandere später weiter und gebe das nächste grüne Licht in der Signalkette.
Der Fund ist gemäss Medienmitteilung hilfreich für die Entwicklung von Medikamenten: «Zielgerichtete Wirkstoffe binden die aktiven Bausteine einer Signalkette und unterbrechen die Signalwiedergabe.» So würde die weitere Zellteilung des Tumors verhindert.
«Je genauer wir die Form der Bausteine kennen, desto genauer können wir Wirkstoffe designen, die passen», wird Yasushi Kondo, Erstautor der neuen Publikation und Forscher am PSI, in der Medienmitteilung zitiert.
Das B-Raf-Protein ist Teil einer zentralen Signalübertragung in allen menschlichen Zellen. Sie reguliert das Zellwachstum und die Zellteilung. Ein mutiertes B-Raf-Protein hebt diese Kontrolle jedoch auf. Anstatt auf Anweisungen zu warten, schaltet es dauerhaft auf Grün – der Tumor wächst unbegrenzt.
Die Hälfte aller Melanome, auch schwarzer Hautkrebs genannt, sowie sieben Prozent aller weiteren Krebsarten weisen laut PSI eine Mutation dieses Proteins auf.




