Aarau

PK nach Schüssen: Täter von Aarau ist noch immer nicht gefasst

Nicola Wittwer
Nicola Wittwer, Keystone-SDA, Sina Barnert, Nico Leuthold

Aarau,

Bei einer Veranstaltung in Aarau kam es in der Nacht zu Schüssen. Die Aargauer Polizei spricht von einem Todesopfer und fünf teils Schwerverletzten. Der Ticker.

Aarau Rave Schüsse
Bewaffnete Polizisten stehen nahe der Pferderennstrecke in Aarau. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Aarauer Schachen wurden bei einer Rave-Party Schüsse abgegeben.
  • Laut der Polizei gibt es ein Todesopfer (†22) und fünf zum Teil schwerverletzte Personen.
  • Das Gebiet ist grossräumig abgesperrt, die Polizei fahndet nach unbekannter Täterschaft.

Deutsche und vier Schweizer wurden verletzt

Die Kantonspolizei Aargau hat am späten Sonntagabend neue Angaben zur Schiesserei in Aarau veröffentlicht. Der Rave in der Reithalle im Schachen endete demnach am Sonntag gegen 2.30 Uhr. Als die Besucherinnen und Besucher das Gelände verliessen, eröffnete eine unbekannte Täterschaft das Feuer auf eine Personengruppe.

Beim Todesopfer handelt es sich um die bereits bekannte 22-jährige Italienerin, die trotz sofortiger Reanimationsversuche noch am Tatort starb. Verletzt wurden hingegen eine deutsche Staatsangehörige sowie vier Schweizer im Alter von 24 bis 31 Jahren – sie wurden mit leichten bis schweren Verletzungen in Spitäler gebracht. Zunächst hiess es, die Verletzten seien im Alter von 24 bis 27 Jahren.

Damit korrigiert die Kantonspolizei Aargau frühere Angaben italienischer Medien, wonach zwei der Verletzten italienische Staatsangehörige seien. Möglich sei laut Kantonspolizei, dass es sich dabei um Personen mit schweizerisch-italienischer Doppelbürgerschaft handle.

Partygänger können ihre Autos abholen

Am späten Sonntagabend konnten die Partygänger, die ihre Autos bei der Pferderennbahn im Schachen parkiert hatten, abholen. Demnach wurde sie einzeln von der Polizei zu ihren Autos geführt und danach raus eskortiert.

Tatortbegehung am Sonntagabend

Am Sonntagabend durften sich Medienvertreter bei einer Tatortbegehung ein Bild vor Ort machen. Auch Nau.ch-Reporter Nico Leuthold war bei der Begehung in Begleitung mit der Kantonspolizei Aarau mit dabei.

Schachen wird noch immer bewacht

Nau.ch ist am Tatort unterwegs. Dort zeigt sich: Auch Stunden nach der Tat ist da Quartier Schachen noch immer abgesperrt und bewacht.

Schachen Aarau
Der Schachen in Aarau wurde auch am Sonntagnachmittag weiter bewacht. - Nau.ch / Nico Leuthold

Parmelin meldet sich

Nach den Schüssen an der Raveparty in Aarau in der Nacht auf Sonntag hat Bundespräsident Guy Parmelin den Angehörigen der Opfer sein Beileid ausgesprochen.

Parmelin
Drückt nach den Schüssen in Aarau sein Beileid aus: Bundespräsident Guy Parmelin. - keystone

Er sei «tief betroffen», schrieb Parmelin am Sonntagabend auf der Plattform X.

Zwei verschiedene Schusswaffen

Die Polizei hat am Tatort Hülsen aus zwei verschiedenen Waffen gefunden. Es soll sich wohl um Pistolen- aber auch um Langwaffenmunition handeln.

leitender Oberstaatsanwalt Philipp Umbricht
Der leitende Oberstaatsanwalt, Philipp Umbricht, an der zweiten Pressekonferenz in Aarau. - Nau.ch / Nico Leuthold

Verletzte nicht in Lebensgefahr

An der Pressekonferenz wird auch über den Zustand der fünf Verletzten informiert. Diese seien nicht in Lebensgefahr, heisst es.

Fahndung läuft in der ganzen Schweiz

In der ganzen Schweiz wird «mit Hochdruck» nach dem Täter von Aarau gefahndet. Noch ist dies ohne Erfolg geblieben.

Einsatzleiter Matthias Schildknecht
Einsatzleiter Matthias Schildknecht an der Pressekonferenz. - Nau.ch / Nico Leuthold

Zur Tat gebe es aktuell drei Thesen: Es könne sich um einen Terroranschlag, einen Amoklauf oder um eine Tat mit kriminellem Hintergrund handeln. Genauer könne man dies noch nicht eingrenzen, so die Polizei.

Schüsse waren in der gesamten Region hörbar

Als gegen 02.30 Uhr das Feuer auf den Rave in Aarau eröffnet wurde, riss dies auch viele Menschen aus dem Schlaf. Die Schüsse seien gut hörbar gewesen, erklärt die Kantonspolizei Aargau.

Polizei macht noch immer «Gefahrenabwägnung»

Da der Täter noch nicht gefasst sei, müsse man noch immer eine «Gefahrenabwägnung» machen, so die Kantonspolizei Aargau.

Aarau
Die Pressekonferenz in Aarau läuft. - Nau.ch / Nico Leuthold

Das sei vor allem für den morgigen Montag relevant, wenn das Leben in Aarau wie gewohnt weitergehen solle.

Die Pressekonferenz rund um die Tat in Aarau ist im Gang. Die wichtigste Erkenntnis: Der Täter konnte noch immer nicht gefasst werden.

Pressekonferenz startet in Kürze

Um 18.30 Uhr kommt es zur zweiten Pressekonferenz nach den Schüssen in Aarau.

Aarau
Vor der Pressekonferenz in Aarau ist der Saal gut gefüllt. - Nau.ch / Nico Leuthold

Auch Nau.ch ist vor Ort. Der Saal ist voll. Selbst Pressevertretende aus dem Ausland sind vor Ort.

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Auch Presse aus dem Ausland ist vor Ort. - Nau.ch / Nico Leuthold

Tote ist Italienerin – Meloni fordert Aufklärung

Die 22-Jährige Frau, die bei der Schiesserei am Rave in Aarau umgekommen ist, ist italienische Staatsbürgerin. Nun hat sich auch Italiens Premierministerin Giorgia Meloni zu Wort gemeldet.

Giorgia Meloni
Italiens Premierministerin Giorgia Meloni. - keystone

Auf X schickt sie Beileidsbekundungen und wünscht allen Betroffenen viel Kraft. Und: Meloni fordert, dass der Vorfall lückenlos aufgeklärt wird.

Zu Wort gemeldet hat sich auch Bundesrat Ignazio Cassis. Er kondolierte seinem Amtskollegen in Rom, Antonio Tajani, am Sonntag offiziell, wie das Aussendepartement in Bern am Sonntag bestätigte.

Wegen Schüssen an Rave wird Italien aktiv

Nach den Schüssen an einem Rave in Aarau schaltet sich auch Italien nun in den Fall ein, wie der «Corriere della Sera» schreibt. Grund dafür: Bei der getöteten 22-Jährigen soll es sich um eine Italienerin handeln, die in der Schweiz arbeitet. Zudem sollen zwei der Verletzten ebenfalls aus Italien stammen.

Nun soll eine italienische Taskforce in die Schweiz reisen, um die lokalen Behörden zu unterstützen, so die italienische Zeitung weiter.

Nächste Pressekonferenz um 18.30 Uhr

Die Kantonspolizei Aargau hat für 18.30 Uhr die nächste Pressekonferenz anberaumt. Dort sprechen werden Regierungsrat Dieter Egli und Vertreter der Polizei.

Weitere Infos nicht vor 17.30 Uhr

Je nach Erfolg der Ermittlungen informiert die Polizei am späteren Nachmittag erneut. Vor 17.30 Uhr ist aber nicht mit einer Pressekonferenz zu rechnen.

Rund 100 Besucher in Turnhalle befragt

Die Besucherinnen und Besucher wurden nach der Tat in einer Turnhalle befragt. Es seien wohl etwas über hundert Personen gewesen. Die Befragungen seien abgeschlossen.

Keine neuen Details zum Todesopfer

Weitere Details zur Identität oder Herkunft der verstorbenen 22-Jährigen gibt die Polizei aktuell nicht preis. Die Identität sei ihr bekannt, zunächst würden aber die Angehörigen informiert.

Fahndung weiterhin auf Hochtouren

Die Grossfahndung laufe in der ganzen Schweiz «unnachlässig», so der Polizei-Sprecher. Sondereinheiten seien im Einsatz, es werde daran gearbeitet, dass dies aus personeller Sicht auch so bleibe.

Aktuell keine Gefahr

Die Polizei schliesst aus, dass die Täterschaft irgendwo wieder aktiv und zu einer Gefahr wird. «Aufgrund der ganzen Situation schliessen wir aber aus, dass die Täterschaft wieder irgendwo aktiv werden könnte und zu einer neuen Gefahr werden könnte.»

Noch gäbe es keine Erkenntnisse zur Täterschaft oder zu einem Motiv. Es müsse davon ausgegangen werden, dass eine «grössere Zahl» Schüsse gefallen sei, sagte er.

Aarau
Kapo-Sprecher Bernhard Graser gibt gegenüber Medien Auskunft. - keystone

Motive unklar

Man verfolge verschiedene Szenarien, zu denen auch ein Terroranschlag oder eine Abrechnung gehören, sagt der Sprecher im Hinblick auf ein mögliches Motiv der Täterschaft. Es sei speziell, habe sich die Tat mitten in der Nacht ereignet, als die Rave-Party bereits zu Ende ging.

Standort der Täterschaft unbekannt

Man gehe davon aus, dass sich die Täterschaft nicht mehr in oder um Aarau befinde, sagt Polizei-Sprecher Bernhard Graser an einer Pressekonferenz. Wo sie sei, wisse man nicht. Nähere Kenntnisse über die Anzahl der Schützen habe man nicht.

Aargauer Regierungsrat «tief betroffen über die Gewalttat»

Der Aargauer Regierungsrat ist laut einem Beitrag auf der Kurznachrichtenplattform X «tief betroffen über die Gewalttat in Aarau». Er verurteile diese.

Aarau Schüsse Rave Polizei
Die Gewalttat in Aarau sorgt für grossen Schock. - keystone

Seine Gedanken seien bei den Opfern, ihren Angehörigen und allen Menschen, die dieses schreckliche Ereignis hätten miterleben müssen. Der Aargauer Regierungsrat dankt «den Einsatzkräften und allen Beteiligten», wie es im am Sonntagmittag veröffentlichten Beitrag weiter heisst.

Britische DJane äussert sich zu Schiesserei an Aarauer Rave

Die britische DJane Henri Bergmann, die als Headliner-Act am Aarauer Rave aufgetreten ist, hat sich auf Instagram zur Schiesserei geäussert. «Ich bin ok, ich ging kurz bevor es geschah», schrieb Bergmann in ihrer Instagram-Story auf Englisch.

In Gedanken sei sie bei allen, die immer noch da gewesen seien, schrieb die DJane weiter. Es sei «erschreckend», dass der Täter immer noch auf der Flucht sei.

Sie teilte zudem Medienberichte und versah sie mit einem Emoji, das ein gebrochenes Herz darstellt. Bergmann war bis kurz vor Mitternacht an der Party im Aarauer Schachen aufgetreten.

Veranstalter: «Herzen gebrochen»

Der Veranstalter des Aarauer Raves, bei dem es in der Nacht auf Sonntag zur tödlichen Schiesserei kam, hat sich zu Wort gemeldet.

«Der hinterhältige Anschlag auf die Gäste des Aarauer Raves hat unsere Herzen gebrochen», zitieren Medien aus einem Schreiben des Managing Partner des Veranstalters. Die Leute seien schockiert, erschüttert und traurig.

Ein Rave solle immer ein Ort der Freude und der Liebe sein. «Niemals ein Ort, an dem Menschen getötet, verletzt und in Angst versetzt werden.»

Aarau Schüsse Polizei Rave
Eine 22-jährige Frau kam nach Schüssen beim Aarauer Rave ums Leben. - keystone

Der Veranstalter spricht den Opfern und deren Angehörigen aufrichtige Anteilnahme aus und dankt der Polizei sowie den Rettungskräften. Man werde «alles in unserer Macht stehende tun», um die Polizei zu unterstützen.

Motiv und Aufenthaltsort der Täterschaft unklar

Mögliche Motive sowie die genauen Umstände der Tat seien noch unklar, hiess es am Sonntagmittag seitens Polizeisprecher gegenüber einer Reporterin von Keystone-SDA. Noch sei keine Festnahme erfolgt. Die Polizei ging davon aus, dass sich die Täterschaft nicht mehr im Raum Aarau aufhalte.

Deutsche Polizei an Fahndung beteiligt

Die deutsche Polizei beteiligt sich an der Fahndung nach der Täterschaft im Zusammenhang mit der Schiesserei an der Aarauer Rave-Party. Es handle sich um ein Routineverfahren im Rahmen der polizeilichen Zusammenarbeit, sagte ein Sprecher der Polizei in Freiburg (D) zur Nachrichtenagentur DPA.

Aarau Schüsse Polizei
Polizisten stehen in Aarau zahlreich im Einsatz. Nach der Täterschaft wird gesucht. - keystone

Zu den in Deutschland durchgeführten Massnahmen wurden keine weiteren Einzelheiten bekannt gegeben. Nach dem oder den Tätern wird aktiv gefahndet.

In der Schweiz wiederum waren am Sonntagmittag weit über 100 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz, wie Pascal Wenzel, Sprecher der Kantonspolizei Aargau, zu einer Reporterin von Keystone-SDA vor Ort sagte.

Todesopfer ist 22-jährige Frau

Bei der Verstorbenen handelt es sich laut der Kantonspolizei Aargau um eine 22-jährige Frau. Sie erlag vor Ort ihren verletzungen. «Leicht bis schwer verletzt im Spital befinden sich vier Männer und eine Frau im Alter zwischen 24 und 27 Jahren.»

Alle Opfer haben laut der Polizei ihren Wohnsitz in der Schweiz. Für Angehörige und Augenzeugen hat die Kantonspolizei eine Info-Line eingerichtet

DJ der Rave-Party äussert sich

Der am Event aufgetretene Techno-DJ Tekibo hat sich nach den Schüssen an der Raveparty im Aarauer Schachen am Sonntagmorgen auf Instagram geäussert. Was am Aarauer Rave passiert sei, sei «absolut herzzerreissend» und etwas, das in der Szene nie passieren sollte.

«Techno und Raves sollten ein Ort der Freiheit und Sicherheit sein», schrieb Tekibo in seiner Instagram-Story weiter. Er sei «okay», aber immer noch daran, zu verarbeiten, was geschehen sei, weil er einen «wichtigen Freund» verloren und «nicht die richtigen Worte dafür» habe.

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DJ Tekibo äussert sich auf Instagram. - Instagram/tekibo.dj

«RIP M», schrieb der DJ zudem. Wer mit dem «wichtigen Freund» gemeint war, blieb am Sonntagmorgen unklar.

Ein Todesopfer und fünf Verletzte

Wie die Kantonspolizei Aargau mitteilt, gibt es nach den Schüssen in Aarau ein Todesopfer und fünf teils Schwerverletzte.

«Die Fahndung nach der unbekannten Täterschaft läuft. Mögliche Motive sowie die genauen Umstände der Tat sind noch unklar. Die Kantonspolizei Aargau ist mit einem Grossaufgebot im Einsatz und hat ihre Ermittlungen aufgenommen.»

Schüsse in Menschenmenge

Gegenüber SRF sagte die Kapo, dass die Schüsse in eine Menschenmenge abgefeuert worden seien. Der Vorfall ereignete sich bei der Pferderennbahn im Schachen, wo eine Rave-Party stattfand.

Die Veranstaltenden der Rave-Party im Aarauer Schachen erwarteten rund 2500 Personen an dem Anlass, wie es auf deren Website hiess. Wie viele Personen zum Zeitpunkt der Schiesserei auf dem Gelände waren, blieb vorerst unklar.

Aarau
Eine Polizeipatrouille am Sonntagmorgen in Aarau. - keystone

«Aufgrund des laufenden polizeilichen Grosseinsatzes bleibt das Schwimmbad Aarau bis auf Weiteres geschlossen. Besucher sollen sich vom Aarauer Schachen fernhalten», teilt die Polizei in einem separaten X-Post mit.

Armee-Helikopter im Einsatz

Laut SRF stehen neben der Kantonspolizei Aargau die Feuerwehr, mehrere Rettungsdienste und das Kantonale Katastrophen Einsatzelement (KKE) des Kantons Aargau im Einsatz. Des Weiteren ist auch ein Super-Puma-Helikopter der Armee beteiligt.

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