Olten

Ruderclub Olten: Bootshaus wird 100 – Suche nach Geld für Sanierung

David Annaheim
David Annaheim

Olten,

Der Ruderclub Olten (RCO) feiert das 100-jährige Bestehen seines Bootshauses mit einem Tag der offenen Tür. Und sucht nach Möglichkeiten für eine Sanierung.

Jubiläumsfest
Hoffen auf viele Besuchende am Tag der offenen Tür (v. l.): Timon Stricker (Bootshausverwalter), Lukas Zeltner (Ruderchef), Gabriele Ortlieb (Präsidentin), Beat Augsburger (OK Team Jubiläumsfest, Leader) und Karin Hausmann (OK Team Jubiläumsfest). - David Annaheim

Das Knattern des Holzbodens des 100-jährigen Bootshauses versprüht zwar einen angenehmen Chalet-Charakter, es zeugt aber auch davon, dass das Bijou des Ruderclubs Olten mit prächtigem Ausblick auf die Aare in die Jahre gekommen ist.

Die Gebäudetechnik ist veraltet, im Winter gibt es kein fliessendes Wasser, das Dach ist sanierungsbedürftig und die Garderoben wurden zu einer Zeit errichtet, als Rudern noch reine Männersache war.

Seit 1987 sind indes auch Frauen im Club willkommen, die inzwischen rund 40 Prozent der Aktivmitglieder des Vereins ausmachen.

Wie weiter mit dem Bootshaus?

Die Zeit ist also gekommen, einen weiteren Meilenstein zu setzen, wie damals im Jahr 1926, als der Ruderclub nach zehn Jahren in einem Provisorium in der Rankwog sein Bootshaus beziehen konnte.

Die Infrastruktur ist nicht mehr zeitgemäss: So hat es etwa nur eine Männer-, aber keine Damengarderobe
Die Infrastruktur ist nicht mehr zeitgemäss: So hat es etwa nur eine Männer-, aber keine Damengarderobe - David Annaheim

Nicht zuletzt durch das Projekt «Neuer Bahnhofplatz Olten» (NBO), das bei erfolgreicher Realisierung unmittelbar an das Bootshaus heranreichen würde, habe man sich in den vergangenen Jahren verstärkt Gedanken über einen möglichen Umbau des Bootshauses gemacht.

So schwebt aktuell die Idee im Raum, die beiden Geschosse auf der bestehenden Bootshalle neu aufzubauen. Im Rahmen des Projekts NBO stand man entsprechend im Austausch mit der Stadt. Ob konkrete Synergien genutzt werden könnten, ist jedoch noch offen.

Die grösste Hürde besteht ohnehin darin, die benötigten finanziellen Mittel für das Bootshausprojekt zusammenzutragen – für einen Verein einer Randsportart kein leichtes Unterfangen.

Im unteren Teil des Bootshauses werden die Ruderboote gelagert
Im unteren Teil des Bootshauses werden die Ruderboote gelagert. - David Annaheim

«Im Raum stehen unter anderem Überlegungen, das Projekt im Rahmen einer Partnerschaft – etwa in Verbindung mit einer Gastronomie oder Sitzungszimmern – umzusetzen. Wir sind offen für interessante Inputs», erzählen Vereinspräsidentin Gabriele Ortlieb und Ruderchef Lukas Zeltner.

Ein Blick hinter die Kulissen

Ein gutes Datum, um entsprechende Inputs anzubringen, ist der 22. August. Dann organisiert der RCO zum 100. Geburtstag des Bootshauses nämlich einen Tag der offenen Tür.

An diesem können Interessierte einen Blick hinter die Kulissen des Gebäudes werfen. Ein Highlight des Jubiläumsanlasses wird zudem die clubinterne Regatta sein.

Hast du schon mal gerudert?

Gestartet wird bei der Trimbacherbrücke; das Ziel befindet sich auf der Höhe des Bootshauses.

Am Vormittag ist der Verkehr auf der Aare für die Ruderer noch überschaubar. Das Gross der Schwimmer springt erst am Nachmittag in den Fluss
Am Vormittag ist der Verkehr auf der Aare für die Ruderer noch überschaubar. Das Gross der Schwimmer springt erst am Nachmittag in den Fluss - David Annaheim

Jeweils zwei Boote treten im K.-o.-System gegeneinander an. Abgerundet wird der Tag schliesslich durch ein gemütliches Apéro.

Verhaltensregeln auf und neben dem Fluss

Der Umgang mit den weiteren Menschen, die die Aare und das Ufer für sich in Anspruch nehmen, funktioniere grundsätzlich gut. Wie an vielen anderen Orten habe jedoch das Littering in den letzten Jahren auch auf dem Areal rund ums Bootshaus zugenommen, weiss Gabriele Ortlieb, die seit 2004 beim Verein ist.

«Besonders auf der Rückseite des Bootshauses, von der aus man zum Ufer gelangt, wird oft Abfall weggeworfen oder hingepinkelt.»

Obschon sich das Aareschwimmen immer grösserer Beliebtheit erfreut, habe es glücklicherweise noch nie einen Unfall mit anderen Verkehrsteilnehmenden gegeben. Dies ist insofern bemerkenswert, als im Boot rückwärts gerudert wird.

Das Bootshaus des Ruderclubs Olten: Ein in die Jahre gekommenes Bijou
Das Bootshaus des Ruderclubs Olten: Ein in die Jahre gekommenes Bijou. - David Annaheim

«Wir machen im Boot natürlich regelmässig einen Kontrollblick. Aber je nach Lichteinfall sind Schwimmer, bei denen nur der Kopf aus dem Wasser ragt, schwer zu erkennen», erklärt Lukas Zeltner, Ruderchef des RCO. Entsprechend wichtig ist es daher auch für die Schwimmenden, stets den Überblick zu behalten.

Viele Quereinsteiger

Um Aktivmitglied beim RCO zu werden, wird eine gewisse Grundsportlichkeit vorausgesetzt. «Wir haben viele Quereinsteiger», erklärt Gabriele Ortlieb. Diese können eine Mitgliedschaft beantragen, nachdem sie jeweils im Frühling erfolgreich einen Anfängerkurs besucht haben.

Eine Juniorenabteilung hat der Verein seit Mitte der 80er-Jahre keine mehr, da Trainer und finanzielle Möglichkeiten fehlen würden, erörtert Lukas Zeltner. Um der Jugend die Sportart näherzubringen, engagiere man sich jedoch im kleinen Rahmen im Schulsport.

Infos zum Tag der offenen Tür

Wann: Samstag, 22. August.

Wo: Bootshaus Ruderclub Olten.

Programm: 13 Uhr: die Türen öffnen sich; mit Geschichten zum Haus und zum Rudersport.

15 Uhr: Start der clubinternen Regatta.

17.30 Uhr: Apéro.

Anmeldung erwünscht unter: [email protected]

Weitere Infos zum RCO: www.ruderclubolten.ch

In den wärmeren Monaten findet jeweils am Dienstagabend und Sonntagmorgen ein «Offenes Rudern» statt. Im Winter wird sonntags weiterhin gerudert, dienstags gibt es dafür Hallentraining und Nordic Walking.

Eine gute Möglichkeit, erste Ruderluft zu schnuppern, bietet sich nun für alle am 22. August.

Hinweis

Dieser Artikel ist zuerst in der «Neuen Oltner Zeitung» erschienen.

Kommentare

User #5711 (nicht angemeldet)

Die Sanierung wird teuer unter den neuen Bauvorschriften, das haben wir den Grünen zu verdanken. Viel Erfolg

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