Olten

Unbekannte klauen Solothurner Bauer die Zwiebeln vom Feld

Aaron Studer
Aaron Studer

Thal-Gäu,

Unbekannte bedienen sich an einem Zwiebelfeld in Oensingen SO. Der betroffene Bauer ist verärgert – und kündigt an, künftig hart durchzugreifen.

Bauer
Zwiebel-Diebstahl in Solothurn – Der betroffene Bauer postet diese Fotos auf Facebook und sagt: «Da hört der Spass auf!» - Facebook/@BobstPirmin

Das Wichtigste in Kürze

  • Unbekannte stehlen Zwiebeln von einem Bauern in Oensingen SO – und das nicht zum ersten Mal.
  • Der Schaden durch Diebstähle belaufe sich auf rund 4000 Franken pro Jahr, so der Bauer.
  • Sein Feld sei kein «Selbstbedienungsladen».

Was eigentlich friedlich auf dem Acker wächst, sorgt nun für Frust: In einer Facebook-Gruppe berichtet ein Nutzer aus der Region Oensingen SO von einem ungewöhnlichen Diebstahl.

Unbekannte haben sich offenbar an einem Zwiebelfeld bedient – und dabei nicht nur einzelne Pflanzen mitgenommen. Sondern direkt reihenweise aus der Erde gerissen.

Für den Bauern hört der Spass nun auf: «Erwische ich jemanden, gibt es knallhart eine Anzeige wegen Diebstahl und die ziehe ich durch», heisst es im Post.

Der Solothurner Bauer ist spürbar sauer.

«1500 Kilo Minimum pro Jahr»

Nau.ch hat mit Pirmin Bobst, dem betroffenen Bauer, gesprochen. Er sagt, dass «1500 Kilo Minimum pro Jahr» an Zwiebeln bei ihm geklaut werden. «Es ist eine Schweinerei! Ich gehe auch nicht in fremde Gärten und nehme einen Salatkopf mit!»

Rund um die Uhr können auf dem «Bobsthof» Zwiebeln gekauft werden – gegen bar. «Solange es rote und gelbe Zwiebeln hat.»

Kasse
Die Kasse auf dem Hof ist einfach gehalten. (oben links im Bild) - myfarm.ch

Laut Bobst beläuft sich der Schaden durch die Diebstähle – gemessen an «Migros-Preisen» – auf 3000 bis 4000 Franken jährlich. Sein Feld sei kein «Selbstbedienungsladen» – und auch keine frei zugängliche Einkaufsfläche.

Auf der Überwachungskamera sei leider nichts zu erkennen gewesen, was die Täter hätte ermitteln können. Die Kamera wurde angebracht, weil es vor zwei Jahren bereits einen schweren Diebstahl gab.

Damals seien «rund zehn Personen» gekommen, hätten sich auf dem Hof die Taschen vollgemacht und seien dann verschwunden, so Bobst. Er wisse, wer die Täter von vor zwei Jahren seien, habe jedoch keine Anzeige erstattet. Denn: Kurze Zeit später habe jemand Geld in die Kasse geworfen – sogar «deutlich zu viel».

Wenn er jemanden in flagranti erwischt, wird Anzeige erstattet

Die Täter von vor einer Woche jedoch sind noch unbekannt. Wenn die Ware auch im Nachhinein nicht bezahlt werde, «erstatte ich Anzeige», so der Bauer. Stünde er auf dem Feld und erwische jemanden auf frischer Tat, würde er diese Person ebenfalls anzeigen.

Aufmerksame Nachbarn würden ab und zu mal anrufen und Bescheid geben, wenn sich Personen auf dem Feld rumtreiben. Meist seien dies aber dann zahlende Kunden.

Kaufst du auch Lebensmittel in Hofläden?

Jedoch: «Mich stört es nicht, wenn Menschen Restgut, das nicht verkauft werden kann, einsammeln und mitnehmen.» Das käme manchmal vor und sei in Ordnung.

Er betont abschliessend, dass in der Schweiz die Nahrungsmittelpreise für Gemüse – prozentual zum Lohn – «super niedrig» seien.

Kommentare

User #5802 (nicht angemeldet)

Die Strafe für Zwiebeldiebstahl entspricht etwa dem Gegenwert von 1 kg.

User #2036 (nicht angemeldet)

Die SP hat auch unser Dorfbild verändert.

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