Zofingen

    Was kommt auf das Perry Center zu, Annalena Bürki?

    Joel Dreier
    Joel Dreier

    Zofingen,

    Im Interview spricht Annalena Bürki, Leiterin des Perry Centers, unter anderem über ihren Start sowie die Herausforderungen der Branche.

    Annalena Bürki: «Diese Verbundenheit mit der lokalen Bevölkerung möchte ich unbedingt weiter pflegen.» Joel Dreier
    Annalena Bürki: «Diese Verbundenheit mit der lokalen Bevölkerung möchte ich unbedingt weiter pflegen.» - Joel Dreier

    Seit gut einem Jahr steht Annalena Bürki an der Spitze des Perry Centers in Aarburg-Oftringen. Im Interview blickt sie auf ihren Start als Centerleiterin zurück, spricht über die Herausforderungen der Branche, welche Jugenderinnerungen sie mit dem Perry Center verbindet und weshalb für sie nicht das Alter, sondern Einstellung und Lernbereitschaft entscheidend sind.

    Redaktion: Seit einem Jahr und ein paar «Zerquetschten» haben Sie die Leitung des Perry Centers inne. Nehmen Sie uns mit: Wie haben Sie das vergangene Jahr erlebt?

    Annalena Bürki: Das vergangene Jahr ist wie im Eiltempo an mir vorbeigezogen. Erst wenn ich heute zurückblicke, wird mir bewusst, wie viel wir als Team gemeinsam erlebt, bewegt und erreicht haben. Hinter uns liegt ein Jahr voller spannender Herausforderungen, neuer Erfahrungen und gemeinsamer Erfolge.

    Umso schöner ist es, auf das Erreichte zurückzuschauen und zu sehen, was wir gemeinsam auf die Beine gestellt haben.

    Redaktion: Die Zeiten sind keineswegs einfach. Sie übernehmen das Perry Center während einer schwierigen Grosswetterlage mit vielen Unsicherheiten in der Branche. Wie führen Sie durch diese Zeit?

    Bürki: Natürlich sind uns die aktuellen Unsicherheiten bewusst – sei es durch Zölle, instabile Lieferketten oder geopolitische Entwicklungen. Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass wir auf viele dieser Faktoren keinen direkten Einfluss haben und sie nicht einfach verändern können. Deshalb konzentrieren wir uns als Team auf das, was wir selbst in der Hand haben.

    Für uns steht dabei ganz klar der Kunde im Mittelpunkt. Wir möchten ein Einkaufserlebnis schaffen, das über das klassische Shopping hinausgeht. Mit kostenlosen Events, verschiedenen Tagesaktivitäten und besonderen Erlebnissen sorgen wir für Abwechslung und machen den Besuch bei uns zu etwas Besonderem.

    Redaktion: Sie sind «erst» 29 Jahre jung – war das ein Sprung ins kalte Wasser?

    Bürki: Ich glaube, das Alter ist nicht unbedingt entscheidend dafür, welche Funktion man in einem Betrieb ausübt. Viel wichtiger ist für mich die persönliche Einstellung – also wie jemand an eine Aufgabe herangeht, wie motiviert man ist und ob man bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und Neues zu lernen.

    Selbstverständlich geht man anders mit einer ähnlichen Aufgabe um, wenn man bereits Erfahrungen damit gesammelt hat. Aber ich glaube, ausgelernt hat man eigentlich nie.

    Ich darf hier eine wirklich spannende und vielseitige Aufgabe übernehmen, und das macht mir nach wie vor sehr viel Freude. Genau diese Freude und die Bereitschaft, immer wieder dazuzulernen, sind am Ende wichtiger als das Alter.

    Redaktion: Die Rolle als oberste Führungsperson war für Sie gewissermassen eine Premiere. Was hat Sie das vergangene Jahr über Sie selbst gelehrt?

    Bürki: Ich habe im vergangenen Jahr vor allem über mich selbst gelernt, dass man nicht immer alles planen kann und manchmal einfach flexibel reagieren muss. Es gibt Situationen, die sich nicht nach einem festen Schema lösen lassen und bei denen man spontan, aber bedacht entscheiden und Prioritäten neu setzen muss. Ich musste dabei auch lernen, etwas geduldiger zu sein.

    perry center
    Das Perry Center. - Screenshot Google Street View

    Ich bin grundsätzlich jemand, der Dinge gerne direkt erledigt und vorwärtsbringen möchte. Aber ich habe gemerkt, dass das nicht immer möglich ist. Man kann nicht alles gleichzeitig bearbeiten.

    Deshalb ist eine gute Priorisierung enorm wichtig. Auch bei meiner persönlichen Planung habe ich gemerkt, dass ich meinen Terminkalender nicht immer komplett durchplanen kann. Ebenfalls wichtig ist eine gute Kommunikation.

    Das bedeutet nicht, dass immer alle derselben Meinung sein müssen. Viel wichtiger ist, dass man offen miteinander spricht, Feedback geben und annehmen kann und Entscheidungen transparent erklärt. Das schafft Vertrauen und macht die Zusammenarbeit letztlich auch einfacher.

    Ich glaube, genau diese Kombination aus Flexibilität, Geduld und einer guten Priorisierung habe ich im vergangenen Jahr sehr stark gelernt. Und ich merke bereits jetzt, dass ich dadurch viel ruhiger an gewisse Situationen herangehe und besser damit umgehen kann, wenn etwas einmal nicht so läuft, wie ich es ursprünglich geplant hatte.

    Redaktion: Wie ergab sich eigentlich die Chance für Sie, in die Fussstapfen von Ruedi Bügler zu treten?

    Bürki: Ich habe mich damals initiativ beziehungsweise «blind» beworben bei Coop Immobilien, ohne dass bereits eine konkrete Stelle für mich ausgeschrieben war. Daraus hat sich dann die Möglichkeit ergeben, als Projektverantwortliche für Marketing und Events in der Immobilienregion Nordwestschweiz-Zentralschweiz-Zürich zu starten.

    In dieser Funktion durfte ich viele wertvolle Erfahrungen sammeln, das Unternehmen sowie die Abläufe besser kennenlernen und mir ein gutes Netzwerk aufbauen. Mit der Zeit hat sich dann die Möglichkeit ergeben, mich im Rahmen eines weiteren Bewerbungsprozesses für die Position als Centerleitung zu bewerben.

    Meine Vorgänger haben das Center über die Jahre zu dem gemacht, was es heute ist: ein wichtiger Treffpunkt in der Region und eben nicht einfach nur ein Shoppingcenter. Diese Entwicklung weiterzuführen und gleichzeitig auch eigene Akzente zu setzen, ist für mich eine schöne und spannende Aufgabe.

    Redaktion: Bereits als Jugendliche waren Sie im Perry Center anzutreffen. Wie sehr hat sich das Perry seither entwickelt?

    Bürki: Ich habe tatsächlich eine ganz konkrete Erinnerung an diese Zeit. Damals sah der Haupteingang des Centers noch etwas anders aus, also bevor der heutige Vorbau gebaut wurde. Ich hatte gerade frisch meine Rollerprüfung bestanden – und das Erste, was ich gemacht habe, war, eine Kollegin mit meiner roten Vespa abzuholen und gemeinsam ins Perry Center zu fahren.

    Eigentlich hatten wir gar nichts Bestimmtes zu shoppen. Wir wollten das Perry Center vielmehr als kleinen Ausflugsort besuchen und einfach gemeinsam eine schöne Zeit verbringen. Wobei wir dann natürlich nicht ganz ohne Shopping nach Hause gegangen sind (lacht).

    Gehst du gerne ins Perry Center?

    Wenn ich heute daran zurückdenke, finde ich es schön, dass das Perry Center für mich schon damals mehr war als einfach ein Ort, an dem man einkaufen geht. Es war ein Treffpunkt, an den man auch einfach so gerne hingegangen ist – und genau dieses Gefühl möchte ich auch heute als Centerleitung weitertragen.

    Redaktion: Wie sieht ein normaler Arbeitstag als Centerleiterin aus?

    Bürki: Ein typischer Arbeitstag als Centerleiterin sieht bei mir eigentlich selten so aus, wie ich ihn geplant habe. Damit sind wir wieder bei den Themen Flexibilität und Priorisierung gelandet. Es gibt natürlich gewisse Termine und Aufgaben, die geplant sind, aber dazwischen kommen immer wieder neue Themen dazu, die plötzlich Priorität haben.

    Die Bandbreite ist dabei sehr gross: Sie reicht von Marketing- und Eventthemen – sowohl im Center als auch im Out of Home-Bereich – über Personalthemen und Umbauten bis hin zu Facility Management, Mieteranliegen und Kundenangelegenheiten.

    Dazu kommen Sitzungen, Abstimmungen mit verschiedenen Partnern und natürlich viele kleinere Themen, die im laufenden Betrieb einfach anfallen. Genau diese Abwechslung macht für mich aber auch den Reiz der Aufgabe aus. Kein Tag ist wie der andere.

    Redaktion: Was sind Ihre Ziele für das Perry Center?

    Bürki: Mein Ziel für das Perry Center ist es vor allem, die starke Verankerung in der Region und die gelebte Regionalität weiterzuführen. Meine Vorgänger haben hier bereits sehr viel aufgebaut und das Center zu einem Treffpunkt in der Region gemacht.

    perry center
    Das Perry Center liegt in Oftringen (orangener Punkt) im Kanton Aargau. - Screenshot OpenStreetMap

    Diese Verbundenheit mit der lokalen Bevölkerung möchte ich unbedingt weiter pflegen. Dazu gehört für mich auch, Vereine und regionale Organisationen aktiv einzubinden und ihnen eine Plattform zu bieten.

    Ich finde es schön, wenn wir unsere eigenen Events mit lokalen Vereinen verbinden und ihnen dadurch die Möglichkeit geben, sich zu präsentieren und Teil des Centerlebens zu sein.

    Redaktion: Was kommt in naher und ferner Zukunft auf das Perry Center zu?

    Bürki: In naher Zukunft wird die ehemalige Vögele-Fläche (vis à vis von Coop Retail) von einem neuen Mieter bezogen. Da das genaue Eröffnungsdatum aktuell noch nicht feststeht, können wir hierzu leider noch keine weiteren Details kommunizieren.

    Auch eventmässig bleibt es bei einem abwechslungsreichen Programm: Den monatlichen, kostenlosen Bingo-Zischtig sowie den Kids Club bieten wir weiterhin an.

    Vom 19. bis 31. Oktober 2026 findet zudem unser Event «Herbstfreude» statt.

    Gemeinsam mit mehreren regionalen Partnern werden wir im Center präsent sein und ein abwechslungsreiches und spannendes Rahmenprogramm auf die Beine stellen. Auch darüber hinaus ist einiges geplant: Das Nightshopping rund um den Black Friday sowie eine stimmungsvolle und erlebnisreiche Vorweihnachtszeit mit vielen Überraschungen sind bereits in Vorbereitung.

    Wir freuen uns darauf, die Kundschaft in den kommenden Monaten mit einem vielseitigen Programm zu begeistern.

    Redaktion: Zum Schluss: Wo trifft man Annalena Bürki in ihrer Freizeit an?

    Bürki: Ich verbringe meine Freizeit am liebsten draussen – ob am/im Wasser, im Wald oder in den Bergen. Besonders gerne bin ich am Wandern oder auf einem Klettersteig.

    Aber auch Squash und Jassen gehören zu meinen grossen Leidenschaften. Im Sommer darf zudem eine Runde Beachvolleyball nicht fehlen. Und wenn es etwas ruhiger sein darf, versinke ich gerne in einem guten Buch.

    Hinweis

    Dieser Artikel ist zuerst in der «Neuen Oltner Zeitung» erschienen.

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