Wettingen AG rechnet mit 2000 bis 3000 neuen Arbeitsplätzen

Keystone-SDA Regional
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Baden,

Ein internationales Industrieunternehmen könnte seinen neuen Hauptsitz in Wettingen aufbauen und damit die finanzielle Situation erheblich entlasten.

Tech-Industrie
Mit 2000 bis 3000 neue Arbeitsplätze wird gerechnet. (Symbolbild) - sda - KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Ein internationales Hightech-Unternehmen will seinen Hauptsitz nach Wettingen AG verlegen. Der Gemeinderat rechnet mit Einnahmen in Millionenhöhe. Er will deshalb eine Umzonung vorantreiben.

Die Nachricht, die der Gemeinderat von Wettingen am Mittwoch verkündete, ist weitreichend: Ein internationales Industrieunternehmen könnte mehrere hundert Millionen Franken investieren, um im Gebiet Tägerhard seinen neuen Hauptsitz aufzubauen.

In einer ersten Phase sollen ab dem Jahr 2030 rund 2000 Arbeitsplätze entstehen, in einer zweiten Phase könnten im Jahr 2040 weitere 1000 Arbeitsplätze hinzukommen. Neben Engineering, Produktion und Logistik sollen demnach auch Verwaltungsfunktionen in Wettingen angesiedelt werden.

Das internationale Hightech-Unternehmen mit einer Wachstumsstrategie sei in der Schweiz an verschiedenen Orten bereits ansässig, sagte Gemeindeammann und Grossrat Roland Kuster (Mitte) auf Anfrage. Es plane in Wettingen einen Campus.

Potentieller Finanzsegen für die Region

Sollte die Ansiedlung gelingen, würde die «angespannte finanzielle Situation von Wettingen signifikant entlastet», heisst es in einer Mitteilung der Gemeinde. Sie spricht von möglichen Mehreinnahmen bei den Unternehmenssteuern in zweistelliger Millionenhöhe – und dies jährlich. Dies entspräche aktuell über 20 Steuerprozentpunkten.

Profitieren könnte auch die Ortsbürgergemeinde. Ihr gehören die beiden Parzellen von 60'000 und 40'000 Quadratmetern, die für den Konzernhauptsitz infrage kommen. Sie soll das Land im Baurecht abgeben, was ihr bei einer Laufzeit von 75 Jahren jährlich rund eine halbe Million Franken netto einbringen dürfte.

Diese Einnahmen flössen Wettingen zu, ohne dass die Einwohner- oder die Ortsbürgergemeinde Verpflichtungen eingehen müsse, heisst es in der Mitteilung. Für die beiden Gemeinden entstünden keine spezifischen Folgekosten. Auch müssten sie keine erheblichen Investitionen tätigen.

Herausforderungen und Hürden

Diese «positiven finanziellen Auswirkungen» sind allerdings noch nicht gesichert. Denn der international tätige Konzern prüft derzeit weitere mögliche Standorte in der Schweiz und im Ausland. Die Unternehmensleitung schätze den Standort Wettingen, halte sich aber alle Optionen offen, heisst es dazu aus Wettingen.

Zudem gibt es noch planerische Hürden. Denn die geeignete Fläche für den neuen Hauptsitz in unmittelbarer Nähe des Autobahnanschlusses Wettingen-Würenlos ist Landwirtschaftsland. Für eine «Arbeitszone Tägerhard» müssten unter anderem der kantonale Richtplan, der regionale Sachplan und die kommunale Nutzungsplanung angepasst werden.

Dabei handle es sich um «umfangreiche Arbeiten», hält der Gemeinderat fest. Bevor er diese in Angriff nimmt, will er nun die grundsätzliche Zustimmung der Ortsbürgergemeinde zur Abgabe der Parzellen im Baurecht einholen. Deren Mitglieder sind für den 22. April zu einer ausserordentlichen Versammlung eingeladen.

Unternehmen noch unbekannt

Um welches Unternehmen es sich handelt, kann der Gemeinderat wegen einer Geheimhaltungsklausel noch nicht sagen. Beim Betrieb dürften keine schädlichen Emissionen wie Lärm und Geruch entstehen.

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