Kanton Aargau: Aargauer Derby – zwei Handballverrückte an der Seitenlinie

Am Samstag, 24. Oktober, empfängt der TV Möhlin in der Steinlihalle in Möhlin AG die HSG Baden-Endingen. Nur zwei Punkte trennen die beiden Teams.

Wenn am Samstagabend in der Steinlihalle in Möhlin das Aargauer Derby zwischen dem TV Möhlin und der HSG Baden-Endingen angepfiffen wird, stehen nicht nur zwei ambitionierte NLB-Teams im Rampenlicht. Mit Zoltan Majeri und Aco Stević treffen auch zwei Trainerpersönlichkeiten aufeinander, die den Handball mit jeder Faser leben. Beide haben ihre Mannschaften erfolgreich in die neue Saison geführt, beide stehen für Leidenschaft, Zusammenhalt und bedingungslosen Einsatz. Und beide können eines besonders schlecht: verlieren.
Enges Rennen an der Tabellenspitze
Die Ausgangslage vor dem Aargauer Derby könnte kaum spannender sein. Nach sechs Spieltagen trennen den Leader und den Tabellensiebten gerade einmal zwei Punkte. Baden-Endingen belegt aktuell den dritten Rang, der TV Möhlin folgt auf Platz sechs.
Beide Mannschaften sind gut aus den Startlöchern gekommen und wollen mit einem Derbysieg den Anschluss an die beiden Innerschweizer Spitzenteams Emmen und Stans halten.
Für Baden-Endingen bietet sich die Gelegenheit, den gelungenen Saisonstart zu bestätigen und sich in der Spitzengruppe festzusetzen. Doch die Aufgabe in der Steinlihalle wird alles andere als einfach. Möhlin ist ein unangenehmer Gegner, der vor eigenem Publikum alles daransetzen wird, die Punkte im Fricktal zu behalten.
Die bisherigen Leistungen beider Teams lassen ein ausgeglichenes und umkämpftes Duell erwarten. Einen klaren Favoriten gibt es nicht.
Majeri und Stević – zwei Handballverrückte mit viel Herzblut
Besondere Brisanz erhält das Derby durch das Duell an der Seitenlinie. Mit Zoltan Majeri und Aco Stević stehen sich zwei Trainer gegenüber, die weit mehr sind als taktische Anweisungsgeber. Sie prägen ihre Vereine, übernehmen Verantwortung und verstehen es, ihre Spieler für gemeinsame Ziele zu begeistern.
Der 53-jährige Ungar Zoltan Majeri bringt einen beeindruckenden internationalen Erfahrungsschatz mit. Als Torhüter spielte er in Ungarn, Mazedonien, der Ukraine, Deutschland, Dänemark, Island und der Schweiz. Seine Stationen führten ihn durch unterschiedlichste Handballkulturen.

Dass sich der weitgereiste Coach in acht Sprachen verständigen kann, passt zu seinem Lebenslauf. In Möhlin hat er sich längst als Identifikationsfigur etabliert, die mit Fachwissen, Leidenschaft und einer klaren Vorstellung von erfolgreichem Handball vorangeht.
Auf der anderen Seite steht mit Aco Stević ein Trainer, der Baden-Endingen innert kurzer Zeit neues Leben eingehaucht hat. Der 44-jährige Serbe kennt den Spitzenhandball aus seiner Zeit als wendiger und spielintelligenter Rückraumspieler in der ersten und zweiten deutschen Bundesliga. Diese Erfahrung bringt er heute an der Seitenlinie ein.
Vor allem aber ist es ihm gelungen, aus seiner Mannschaft eine verschworene Einheit zu formen.
Die neue Spielfreude ist bei Baden-Endingen deutlich spürbar. Die Spieler treten mit Selbstvertrauen auf, kämpfen füreinander und vermitteln den Eindruck, dass hier etwas zusammenwächst. Diese Aufbruchstimmung ist auch auf den Zuschauerrängen angekommen.
Das Interesse an den Heimspielen wächst, die Fans haben wieder vermehrt Freude an den Auftritten ihrer Mannschaft.
So unterschiedlich die Lebensläufe der beiden Trainer sind, so viele Gemeinsamkeiten verbinden sie. Majeri und Stević gelten als nahbare Persönlichkeiten, die den direkten Austausch mit ihren Spielern pflegen und grossen Wert auf eine offene Kommunikation legen. Beide sind leidenschaftliche Handballmenschen, mit denen man auch nach dem Spiel stundenlang über Taktik, Spielphilosophie und die Faszination ihres Sports diskutieren könnte.
Doch die freundliche und umgängliche Art hat ihre Grenzen, sobald Einsatzbereitschaft oder Konzentration nicht stimmen. Dann können beide Coaches durchaus ungemütlich werden. Denn bei aller Menschlichkeit verfolgen sie ihre sportlichen Ziele mit grosser Konsequenz.
Niederlagen gehören für beide zwar zum Sport, akzeptieren wollen sie diese aber nur ungern.
Wer gewinnt das Duell an der Seitenlinie?
Das Aargauer Derby verspricht damit nicht nur sportliche Spannung, sondern auch ein interessantes taktisches Kräftemessen zweier charismatischer Trainer. Eines ist schon vor dem Anpfiff klar: Weder Majeri noch Stević werden ihren Spielern erlauben, auch nur einen Zentimeter kampflos preiszugeben. Anpfiff ist am Samstag, 24. Oktober, um 20 Uhr in der Steinlihalle in Möhlin.





