Bauernverband Aargau verlangt konkrete Bewässerungsstrategien

Der Bauernverband Aargay begrüsst die neue Wasserstrategie des Kantons. Und betont: Bei der Planung müsse die künftige Ernährungssicherheit mitgedacht werden.

Der Vorstand des BVA hat sich mit der neuen Wasserstrategie des Kantons Aargau befasst.
Positiv beurteilt der Verband, dass die Landwirtschaft und die Lebensmittelproduktion ausdrücklich als versorgungsrelevante Bereiche anerkannt werden und dass die Bedeutung einer ausreichenden Wasserversorgung für die Ernährungssicherheit hervorgehoben wird.
Wer Nahrungsmittel produziert, muss den Wasserzugang sicherstellen
Die aktuelle Trockenheit zeigt eindrücklich, dass Wasser nicht nur für die Landwirtschaft wichtig ist. Es geht letztlich darum, ob die Bevölkerung auch künftig einen wesentlichen Teil ihrer Lebensmittel aus der eigenen Region und aus der Schweiz beziehen kann.
Wer Nahrungsmittel im Inland produziert, muss auch den dafür notwendigen Zugang zu Wasser langfristig sicherstellen.
Der BVA begrüsst deshalb im Rahmen der neuen kantonalen Wasserstrategie insbesondere den Ausbau regionaler Bewässerungslösungen, zusätzliche Speicher- und Rückhaltemöglichkeiten, die Förderung von Brauchwasserlösungen, die bessere Vernetzung von Wasserversorgungen sowie Massnahmen zur Verbesserung der Wasserspeicherfähigkeit der Böden.
Ernährungssicherheit braucht Wasser
Der Aargau liegt im Herzen des Schweizer Wasserschlosses. Trotz der aktuellen Trockenheit verfügt der Kanton grundsätzlich über gute Wasserressourcen.
Die Herausforderung besteht weniger darin, ob Wasser vorhanden ist, sondern vielmehr darin, wie es gespeichert, verteilt und in Trockenperioden verfügbar gemacht werden kann.
Aus Sicht des BVA ist es weder nachhaltig noch glaubwürdig, die einheimische Produktion einzuschränken und gleichzeitig Lebensmittel aus Regionen zu importieren, die unter chronischem Wassermangel leiden.
Ein erheblicher Teil der Lebensmittel, welche die Schweiz importiert, stammt aus Ländern und Regionen, deren Wasserressourcen deutlich stärker unter Druck stehen als jene des Kantons Aargau.
Motion forderte bereits im Jahr 2019 eine Bewässerungsstrategie
Genau auf diesen Zusammenhang hat bereits die von Grossratsmitgliedern verschiedener Parteien eingereichte Motion zur Sicherstellung von Bewässerungsmöglichkeiten im Jahr 2019 hingewiesen.
Sie stellte fest, dass die Schweiz über importierte Lebensmittel indirekt grosse Wassermengen aus trockenen Regionen der Welt bezieht. Die Produktion von Nahrungsmitteln dort, wo ausreichend Wasser vorhanden ist, ist ökologisch sinnvoller als der Import von Lebensmitteln aus Gebieten mit Wasserknappheit.
Eine starke Landwirtschaft im Aargau trägt deshalb nicht nur zur Versorgungssicherheit bei, sondern auch zu einer nachhaltigeren Nutzung der globalen Wasserressourcen.
Der BVA fordert deshalb: konkrete Bewässerungsstrategien für die wichtigsten Produktionsregionen des Kantons; die rasche Planung und Realisierung von Speicher- und Bewässerungsinfrastrukturen; praxistaugliche und beschleunigte Bewilligungsverfahren für landwirtschaftliche Wasserinfrastrukturen; die langfristige Sicherstellung ausreichender Wassermengen für die Lebensmittelproduktion sowie eine konsequente Einbindung der Landwirtschaft bei allen wasserwirtschaftlichen Planungen.
Revitalisierungen an die Klimarealität anpassen
Die zunehmenden Trocken- und Hitzeperioden zeigen, dass Wasserbau- und Revitalisierungsprojekte künftig stärker unter dem Blickwinkel der Klimaanpassung beurteilt werden müssen. Der BVA erwartet, dass bei Offenlegungen und Revitalisierungen die Auswirkungen auf Wassertemperaturen, Niedrigwasser und die Lebensräume von Fischen sorgfältig geprüft werden.
Neben Biodiversität und Landschaftsentwicklung sind deshalb auch Beschattung, Wassertemperaturen, Wasserrückhalt und Klimaanpassung konsequent zu berücksichtigen.
Der BVA ist überzeugt, dass unter den Bedingungen des Klimawandels auch die Beibehaltung eines eingedolten Zustands geprüft werden muss, wenn dadurch die Gewässerökologie und die Lebensbedingungen der Fische verbessert werden können.
Der BVA fordert deshalb einen Klimacheck für Revitalisierungs- und Offenlegungsprojekte. Gesucht sind Lösungen, die sowohl der Biodiversität als auch der Anpassung an häufigere Trocken- und Hitzeperioden dienen.
Langfristige Lösungen im Massnahmenplan
Die aktuelle Trockenheit macht deutlich, dass der Umgang mit Wasser zu einer der zentralen Zukunftsfragen wird. Gleichzeitig zeigt sie aber auch, dass der Aargau als Wasserschloss der Schweiz im nationalen und internationalen Vergleich über hervorragende Voraussetzungen verfügt.
Der BVA ist überzeugt, dass die neue Wasserstrategie die Chance bietet, die Wasserversorgung langfristig zu sichern und gleichzeitig die regionale Lebensmittelproduktion zu stärken.
Entscheidend wird sein, dass der nun folgende Massnahmenplan konkrete Lösungen bringt, damit die Bevölkerung auch künftig auf nachhaltig produzierte Lebensmittel aus dem Aargau und aus der Schweiz zählen kann.





