Baden AG: Erste Schweizer Einzelausstellung von Emmanuelle Castellan

Das Museum Langmatt in Baden AG zeigt ab 20. September rund 25 Bilder von Emmanuelle Castellan. Die Ausstellung dauert bis 10. Januar 2027.

Das Museum Langmatt zeigt die erste institutionelle Einzelausstellung der französischen Künstlerin Emmanuelle Castellan (*1976 in Aurillac, FR) in der Schweiz. Sie studierte an der École des Beaux-Arts in Clermont-Ferrand Kunst und schloss 1999 ab. Seit mehr als 25 Jahren arbeitet sie im Bereich Malerei und Zeichnung.
Nach Professuren in Toulouse (2012 bis 2019) und Strasbourg (2019 bis 2026) wurde Emmanuelle Castellan auf Herbst 2026 als Professorin für Malerei und Zeichnung an die renommierte Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig berufen. Sie zählt zu den wichtigsten Kunstakademien in Deutschland. Seit 2011 lebt Emmanuelle Castellan in Berlin.
In ihrer Einzelausstellung zeigt sie rund 25 Bilder und acht kleinformatige, skulpturale Modelle. Auf diese Weise vermittelt die Ausstellung einen exemplarischen Einblick in ihre Arbeit der letzten Jahre. Die meisten Werke kommen direkt aus dem Berliner Atelier, einige von internationalen Privatsammlungen.
Die Ausstellung findet im Obergeschoss der Langmatt statt, ergänzt um fünf Bilder in den historischen Räumen im Erdgeschoss im Dialog mit Werken der Sammlung, z.B. von Camille Corot und Pierre-Auguste Renoir. Hier zeigt sich, wie subtil die filigrane Malerei von Emmanuelle Castellan die verzauberte Atmosphäre der Langmatt spiegelt und zu neuen Wahrnehmungen des historischen Ensembles führt.
Die Malerei von Emmanuelle Castellan balanciert traumwandlerisch zwischen Figuration und Abstraktion. Personen, Gesichter, Innenräume und Vasen sind regelmässig wiederkehrende Motive.

Alltagswirklichkeit
Die formale Zurückhaltung und Fragilität der Bilder tragen wesentlich dazu bei, dass sie als Impulsgeber für Imaginationen gelesen werden. Weitere, zentrale Eigenschaften bestehen in einer bemerkenswerten, manchmal befreienden, manchmal aber auch beklemmenden Stille und Einsamkeit, welchen die Figuren ausgesetzt sind.
Thematisch weist die Arbeit eine grosse Bandbreite auf, von historischen Bezügen zur Kulturgeschichte, über surreale Traumwelten bis hin zur Repression von Minderheiten. Typischerweise gehen die thematischen Facetten ineinander über, so dass die Bilder auf produktive Art mehrdeutig bleiben und verschiedene Lesarten erlauben. Die Personen in den Bildern sind anwesende Abwesende.
Dadurch können die Bilder als Partituren der Selbstvergewisserung in einer fragilen Epoche der Ängste und Versehrungen verstanden werden.
Zur Ausstellung erscheint eine Publikation mit Texten von Clara Pacquet und Markus Stegmann (dt., frz., engl.), 88 Seiten, 53 Abbildungen, Hardcover.






