Kurz vor Schluss: HSG Baden-Endingen verpasst Sieg in Emmen

Trotz starkem Angriff mit 37 Toren verpasst die HSG Baden-Endingen den Sieg und kassiert in den letzten Sekunden den Ausgleich zum 37:37 gegen Handball Emmen.

Wie die HSG Baden-Endingen mitteilt, reist die Mannschaft mit einem stark dezimierten Kader in die Rossmoos-Halle nach Emmen. Mit Koncul, Rilak, Gross und Hintermann fehlen gleich mehrere Leistungsträger, was die Rotation früh limitiert und den verbleibenden Spielern einen kräfteraubenden Abend abverlangt.
Handball Emmen wiederum muss den Frust des unglücklichen Cup-Outs gegen Stans vom Mittwoch verarbeiten – doch davon ist zu Beginn wenig zu spüren. Das Spiel startet ausgeglichen, beide Teams finden offensiv gut ins Spiel und verwerten ihre Chancen konsequent.
Nach etwa zehn Minuten kann sich Emmen erstmals mit zwei Toren absetzen, auch weil Baden-Endingens Torhüterduo Bachmann und Schneider lange Zeit ohne Parade bleibt. Trainer Milicic reagiert mit mehreren Wechseln auf der Torhüterposition, doch erst gegen Ende der ersten Halbzeit gelingt es Bachmann, ins Spiel zu finden und der Abwehr Rückhalt zu geben.
HSG stark im Angriff, doch defensiv verwundbar
Trotz der Schwierigkeiten in der Defensive bleibt die HSG im Angriff variabel und druckvoll. Bühler, Sehic und Giovanelli übernehmen Verantwortung aus dem Rückraum, und auch das Zusammenspiel mit Kreisläufer Juric funktioniert über weite Strecken gut.
Die Defensive allerdings bleibt anfällig: Das 5:1-Verteidigungsystem öffnet immer wieder Räume, die Emmen mit Tempo und Durchbrüchen auszunutzen weiss. Besonders Emmens routinierter Kreisläufer Gavranovic sorgt mit seinen Treffern für Probleme.
In den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit kippt das Resultat zugunsten der Gäste. Baden-Endingen spielt geduldig, nutzte die Chancen konsequent und geht mit einer 17:19-Führung in die Pause.
Zimmermanns Zehn-Tore-Show stoppt Baden-Endingen
Leon Bucher eröffnet die zweite Halbzeit mit dem Treffer zum 17:20, doch die Freude währt nur kurz. Emmens erst 16-jähriger Juniorennationalspieler Zimmermann betritt nun die Bühne und zündet den Turbo. Er dominiert fortan das Offensivspiel der Innerschweizer beinahe im Alleingang.
Bis zum Schlusspfiff erzielt er zehn Treffer und Trainer Milicic muss sich die Frage gefallen lassen, warum man nicht früher auf diese One-Man-Show reagieren konnte. Trotz Zimmermanns Gala bleibt die HSG über weite Strecken in Führung. Immer wieder gelingt es den Aargauern, sich um ein oder zwei Tore abzusetzen und das Spiel zu kontrollieren.
Als Zuber 40 Sekunden vor Schluss zum 35:37 trifft, scheint der Sieg greifbar. Doch in der hektischen Schlussphase macht sich das schmale Kader bemerkbar: Emmen verteidigt hoch, die HSG bewegt sich zu wenig und produziert ungenaue Zuspiele, die von den Innerschweizern eiskalt bestraft werden.
In den letzten zehn Sekunden verliert Baden-Endingen erneut den Ball. Juric handelt sich mit einem dummen Fussspiel eine unnötige Zeitstrafe ein. Fünf Sekunden vor Schluss nimmt Emmen sein letztes Timeout – und allen ist klar, wohin der Ball gehen wird. Zimmermann trifft mit seinem zehnten Tor zum 37:37 und rettet seinem Team einen Punkt, der in Emmen wie ein Sieg gefeiert wird.
Baden-Endingen zeigt Moral trotz dünnem Kader
Für Baden-Endingen bleibt ein bitteres Fazit. Der Angriff überzeugt mit 37 Toren, doch die Defensive kann auch mit dem 5:1-System noch nicht standhalten. 20 Gegentore in der zweiten Halbzeit sind schlicht zu viel, um sich gegen ein Spitzenteam durchzusetzen. Auch die fehlenden Wechselmöglichkeiten hinterlassen in den entscheidenden Momenten Spuren.
Dennoch zeigt die Mannschaft erneut Moral, Einsatz und Kampfgeist: Trotz des kleinen Kaders und der schwierigen Voraussetzungen erkämpft die HSG auswärts einen Punkt beim Tabellenzweiten – etwas, das bisher nur wenigen Teams gelungen ist. Der Blick richtet sich nun auf das letzte Heimspiel im GoEasy gegen den BSV Stans, in dem die Aargauer erneut alles investieren werden.





