Quartierverein rechtes Aareufer wagt den Neustart

Der bald 100-jährige Verein in Olten hat einen neuen Vorstand um Fabian Muster gewählt. Eine Umfrage soll nun die dringendsten Quartieranliegen klären.

Der Quartierverein rechtes Aareufer Olten (QVRA) hat an seiner 96. Generalversammlung vom 22. Mai 2026 im Konferenzzentrum Arte vor über 60 Mitgliedern einen vollständigen Vorstandswechsel vollzogen, berichtet die Stadt Olten.
Als neuer Präsident wurde Fabian Muster gewählt, ehemaliger Redaktionsleiter des Oltner Tagblatts, langjähriger Quartierbewohner und bestens vernetzter Kenner der rechten Stadtseite. Mit einem komplett erneuerten Vorstand will der bald hundertjährige Verein mit rund 450 Mitgliedern einen Neustart wagen.
Ein Präsident mit Wurzeln im Quartier
Fabian Muster ist 46 Jahre alt, lebt seit über 16 Jahren mit seiner Familie auf der rechten Aareseite und arbeitet heute als Studienleiter an der Journalismusschule MAZ in Luzern. Als ehemaliger Redaktionsleiter des Oltner Tagblatts kennt er die Anliegen der Bevölkerung aus erster Hand und ist in der Stadt breit vernetzt. Er steht für eine neue Generation von Vereinsengagement: pragmatisch, kommunikationserfahren und mit klarer Verankerung im Quartier.
In seiner Antrittsrede brachte Muster seine Motivation auf den Punkt: «Es kann doch nicht sein, dass ein Verein, der rund 450 Mitglieder hat, bald 100 Jahre alt wird und eine gesunde finanzielle Basis hat, einfach aufgelöst werden soll!»
Der einzige Quartierverein Oltens solle nicht nur weiterleben, sondern die rechte Aareseite aktiv mitgestalten: beim Vögeligarten, beim Quartierverkehr und bei der laufenden Ortsplanungsrevision. Das Ziel ist klar formuliert: In vier Jahren soll gemeinsam das 100-Jahr-Jubiläum gefeiert werden.
Umfrage bei den Vereinsmitgliedern angedacht
An der Generalversammlung wurden folgende Personen in den Vorstand gewählt: Zusammen mit dem Präsidenten Fabian Muster wollen Diana Lien, Michael Suter, Konrad von Allmen und Christian Ginsig den bald hundertjährigen Verein in eine neue Ära führen und Aufbruchstimmung vermitteln. Der neue Vorstand ist offen für weitere Engagierte.
Als erste konkrete Massnahme möchte der neue Vorstand eine Umfrage unter den Vereinsmitgliedern durchführen. Ziel ist es, die dringendsten Anliegen der Mitglieder zu erfahren und diese direkt in die künftige Vorstandsarbeit einfliessen zu lassen.
Bereits vor der Generalversammlung hatten die neuen Vorstandsmitglieder unabhängig vom Verein eine erste Standortbestimmung bei der breiteren Bevölkerung vorgenommen: Über 110 Personen beteiligten sich, und die Rückmeldungen zeigten klar, dass der QVRA als Sprachrohr für das Quartier zu wenig wahrgenommen wird, obwohl sehr viel geleistet wurde.
Vögeligarten, Verkehr und Ortsplanung: Der Verein will mitgestalten
Der neue Vorstand hat auch konkrete Themen im Blick, bei denen der QVRA eine aktive Rolle spielen möchte. Die Entwicklung des Vögeligartens, wo die Voliere seit kurzem geschlossen ist, ist für das Quartier von entscheidender Bedeutung.
Ebenso der Quartierverkehr sowie die laufende Ortsplanungsrevision, bei der alle Einwohnerinnen und Einwohner Oltens derzeit mitwirken können. Der Ursprungsauftrag des Vereins, die Lebensqualität auf der rechten Aareseite zu erhöhen, bleibt dabei die leitende Idee.
Abtretender Vorstand hinterlässt solide Basis
Der gesamte bisherige siebenköpfige Vorstand trat an der GV zurück, Präsidentin Jeanette Dinkel schilderte in ihrem Jahresrückblickoffen, wie schwierig es gewesen sei, neue Vorstandsmitglieder zu gewinnen, und dass deshalb die Vereinsplanung zuletzt defensiv angelegt wurde.
Dinkel zeigte sich erleichtert und zuversichtlich: «Es freut mich sehr, dass es mit dem QVRA weitergeht und der Verein in guten Händen ist. Das Quartier braucht diese Stimme.» Sie wurde mit einem Blumenstrauss und dem Dank der Mitglieder verabschiedet.
Speziell verdankt wurde auch Vorstandsmitglied Peter Aeberhard, der den Verein in den vergangenen knapp zwei Jahrzehnten hinter den Kulissen mitgeprägt hatte und zum Ehrenmitglied ernannt wurde.
Vieles wurde in letzten Jahren erreicht
Trotz der Schwierigkeiten hat der Verein in den letzten Jahren Konkretes geleistet: So wurde etwa ein neuer Brunnen im Vögeligarten realisiert. In diesem Jahr investiert der QVRA 10'000 Franken in die neue Kinderkrippe Sonnhalde im Riggenbachsaal der Friedenskirche.
Dort wird ab August ein neuer Kinderhort zwischen Bifang- und Sälischulhaus das Angebot in der Kinderbetreuung ergänzen. Dazu kommen die regelmässige Mitgliederkommunikation, das Patronat für den neuen Setzlingsmarkt auf dem Bifangplatz sowie auch niederschwellige Angebote wie die Möglichkeit, Festbänke für Begegnungen im Quartier auszuleihen.
MIO 2026 mit Riesenrad und Ausblick aufs Quartier
MIO-Verantwortlicher Mike Zettel präsentierte den Ausblick auf die Messe in Olten 2026. Eine besondere Neuerung: Erstmals wird ein Riesenrad mit luftigem Blick über das Quartier Teil der Messe sein.
Trotz dieser erfreulichen Nachrichten machte er deutlich, dass für die 79. Ausgabe weitere Anmeldungen aus dem Gewerbe wünschenswert seien. Die MIO ist das sichtbarste Projekt des QVRA und ein lebendiger Treffpunkt für die rechte Stadtseite.





