Unterkulm mit deutlichem Rechnungsüberschuss

Gemeindekanzlei Unterkulm
Gemeindekanzlei Unterkulm

Aargau Süd,

Unterkulm erzielt 2025 fast 785'000 Franken Überschuss. Höhere Steuereinnahmen gleichen Mehrkosten aus und stärken das Eigenkapital deutlich.

Die Gemeindeverwaltung in Unterkulm.
Die Gemeindeverwaltung in Unterkulm. - Nau.ch

Wie die Gemeinde Unterkulm mitteilt, zeigt die Jahresrechnung 2025 einen erneut erfreulichen Ertragsüberschuss von 784'954,19 Franken, womit das Ergebnis um 1'053'379,19 Franken über den budgetierten Erwartungen liegt. Der erwartete Aufwandüberschuss von 268'425 Franken konnte zur Hauptsache durch höhere Steuereinnahmen in einen Ertragsüberschuss umgewandelt werden.

Die Einkommens- und Vermögenssteuern übertreffen das Budget um 555'877,90 Franken, davon entfallen 280'826,20 Franken auf das Rechnungsjahr und 275'051,70 Franken auf die Vorjahre.

Auch die Quellensteuern liefern um 115'550,25 Franken höhere Einnahmen, ebenso die Steuern juristischer Personen mit zusätzlichen 129'048,70 Franken, die Grundstückgewinnsteuern mit 93'418 Franken sowie die Erbschafts- und Schenkungssteuern mit 67'471,30 Franken zusätzlichen Einnahmen.

Insgesamt übertrifft der Steuerertrag das Budget um 12,3 Prozent. Dieses Ergebnis wurde mit gleichbleibendem Steuerfuss von 115 Prozent und nur geringem Bevölkerungswachstum erzielt.

Mehrkosten bei Pflichtausgaben, Budget sonst eingehalten

Bei den beeinflussbaren Ausgaben wurde das Budget sehr gut eingehalten und mehrfach auch unterschritten. Grosse Überschreitungen sind vor allem bei nicht beeinflussbaren Positionen zu verzeichnen.

Die Zahlungen für die berufliche Grundbildung übersteigen das Budget um 106'103,50 Franken, die Kosten für ambulante und stationäre Pflege um 228'016,20 Franken, die Sozialhilfe um 128'612,32 Franken und die Kosten für Sonderschule, Heime und Werkstätten um 57'680,45 Franken.

Zum positiven Ergebnis hat auch die Beteiligung von 46'853,50 Franken am Überschuss des Forstbetriebes Gränichen-Unterkulm beigetragen sowie das nicht beanspruchte Darlehen und damit der Wegfall der erwarteten Fremdkapitalzinsen von 60'000 Franken.

Mindereinnahmen fallen lediglich bei den Schulliegenschaften ins Gewicht. Der Mietertrag von 1'176'367 Franken verpasst das Budget um 98'993 Franken. Der Mietertrag der Kreisschule aargauSüd wurde auf der Grundlage von 237 Schülern erstellt. Effektiv konnten jedoch Miet- und Betriebskosten für nur 219 Schüler in Rechnung gestellt werden.

Erfolgsrechnung

Die dreistufige Erfolgsrechnung zeigt einen betrieblichen Aufwand von 16,5 Millionen Franken. Dem gegenüber steht ein betrieblicher Ertrag von 15,5 Millionen Franken.

Das Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit weist, trotz sehr gutem Gesamtergebnis, einen Verlust von 1,1 Millionen Franken aus. Dabei liegen der Personalaufwand, der Sach- und übrige Betriebsaufwand sowie die Abschreibungen auf dem Verwaltungsvermögen allesamt unter den Erwartungen.

Der Transferaufwand liegt jedoch mit neun Millionen Franken um 11,3 Prozent über dem Budget. In diesem Bereich werden beispielsweise die Entschädigungen an den Kanton für die Lehrerbesoldung, die Restkostenfinanzierung der ambulanten und stationären Pflege sowie Beiträge an Sonderschulen, Heime und Werkstätten im Umfang von 2,9 Millionen Franken ausgewiesen.

Daneben sind die Entschädigungen an Gemeinden und Gemeindeverbände von drei Millionen Franken für beispielsweise die Kreisschule aargauSüd, die Feuerwehr oder das Schwimmbad enthalten. Hinzu kommen Beiträge von 1,8 Millionen Franken an private Haushalte im Rahmen der Sozialhilfe sowie weitere kleinere Posten.

Deutlich höhere Einnahmen und positives Ergebnis

Der Fiskalertrag mit 8,8 Millionen Franken entspricht gegenüber dem Budget einem Plus von 12,2 Prozent oder einer Million Franken. Darin enthalten sind die Einkommens- und Vermögenssteuern von natürlichen Personen von 7,9 (Vorjahr 7,2) Millionen Franken, die Gewinn- und Kapitalsteuern von juristischen Personen von 0,5 (Vorjahr 1,7) Millionen Franken sowie Sondersteuern wie beispielsweise die Grundstückgewinnsteuern, die Erbschafts- und Schenkungssteuern oder auch die Hundesteuern.

Die Entgelte von 2,3 Millionen Franken liegen um 0,5 Millionen Franken über den Erwartungen. Die Gemeinde Unterkulm hat für das Jahr 2025 einen Finanz- und Lastenausgleich (inklusive Feinausgleich) von 2,4 (Vorjahr 2,5) Millionen Franken erhalten.

Das Ergebnis aus Finanzierung von 1,3 Millionen Franken wird erzielt durch Zinsaufwand, Zinsertrag sowie Mieterträge der Liegenschaften. Der grösste Anteil am Ergebnis wurde mit den Mieteinnahmen der Kreisschule aargauSüd erzielt.

Als operatives Ergebnis resultiert ein Gewinn von 224'229,19 Franken. Der Aufwertungsreserve konnten 560'725 Franken entnommen werden.

Überschuss stärkt Eigenkapital weiter

Als Gesamtergebnis Erfolgsrechnung resultiert dadurch ein Ertragsüberschuss von 784'954,19 Franken. Dieser wird wiederum ins Eigenkapital eingelegt.

Der Bestand der Aufwertungsreserve beträgt per 31. Dezember 2025 neu noch 8,2 Millionen Franken. Die Nettoschuld pro Einwohner ist weiterhin ein Nettoguthaben und beträgt per 31. Dezember 2025 938,13 Franken (Vorjahr 916,87 Franken).

Investitionen / Finanzierung

Den Nettoinvestitionen von 1'355'390,75 Franken steht eine erzielte Selbstfinanzierung von 1'440'561,24 Franken gegenüber. Das Nettoguthaben steigt damit per Ende 2025 auf 3'559'251,36 Franken.

Die Geldflussrechnung weist einen Mittelzufluss von 877'030,71 Franken aus. Der Mittelzufluss resultiert hauptsächlich aus der Abnahme von Forderungen, also durch weniger offene Rechnungen.

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