Strengelbach verabschiedet neue Immobilienstrategie

Der Gemeinderat Strengelbach hat eine umfassende Immobilienstrategie beschlossen. Sie zeigt den künftigen Umgang mit rund 20 Gemeindeliegenschaften auf.

Wie die Gemeinde Strengelbach mitteilt, hat der Gemeinderat am 18. Mai 2026 die Strategie zum Umgang mit seinen Immobilien verabschiedet. Sie besteht aus der übergreifenden Gesamtstrategie und den spezifischen Entwicklungszielen für jede der rund 20 gemeindeeigenen Liegenschaften – und baut auf den Erkenntnissen des vorhergehenden, fundierten Analyseprozesses auf: Vom aktuellen und zukünftigen Raumbedarf in der Gemeinde über den Gebäudezustand bis zur Eignung für bestimmte Nutzungen wurden alle relevanten Kriterien erhoben und berücksichtigt.
Sanieren, umbauen, ausbauen oder gar aufgeben? Was ist an welchem Standort sinnvoll? In den ersten beiden Phasen der Strategieerarbeitung wurden die Grundlagen für diese Entscheidungen erhoben. Bereits 2023 war der Zustand aller gemeindeeigenen Gebäude durch Fachleute analysiert worden.
Im nächsten Schritt wurde auf Basis von Bevölkerungsprognosen und -befragungen der Bedarf an Raum für öffentliche Dienste, Schulen, Kultur, Vereine und andere öffentliche Nutzungen festgestellt und mit dem verfügbaren Raum verglichen.
Die Bilanzierung machte die Abweichungen zwischen Ist- und Sollzustand sichtbar. Das erfreuliche Ergebnis: Strengelbach hat trotz des erwarteten Bevölkerungswachstums für die absehbare Zeit bis 2040 genügend Raum.
Optimieren statt neu erfinden
Dennoch gibt es Handlungsbedarf. Manche Gebäude sind für ihre heutige Nutzung in Grösse, Lage oder Ausstattung nicht optimal geeignet oder nicht effizient nutzbar, viele sind sanierungsbedürftig.
Kern der gewählten Gesamtstrategie ist daher eine gezielte Optimierung und effizientere Nutzung des Gebäudebestands gemäss dem Bedarf und dem Potenzial der Einzelbauten. Die Leitlinie dieser Optimierung ist das Richtraumprogramm, das der Gemeinderat Ende 2025, nach Abschluss der ersten beiden Phasen, verabschiedet hat.
Strategiearbeit mit breiter Einbindung
Auf dieser Grundlage hat der Gemeinderat in einer dritten Phase seit Januar 2026 zusammen mit den Fachleuten von Metron nicht nur die übergreifenden strategischen Leitlinien erarbeitet, sondern auch konkrete Strategievarianten für alle Gebäude entwickelt und gegeneinander abgewogen.
Dabei flossen auch die Rückmeldungen der Schulen, der Vereine und der Bevölkerung aus der Informationsveranstaltung vom Januar 2026 ein. Berücksichtigt wurden zudem Prioritäten und Abhängigkeiten zwischen den Immobilien.
Neue Nutzungskonzepte für Gemeindeliegenschaften
Unter anderem sieht die Strategie vor, alle Schulräume am Standort Neumatt zu bündeln, wobei durch geschickte Staffelung und Rochaden der Bedarf an Provisorien möglichst geringgehalten werden soll. Im Gegenzug ist es möglich, das Schulhaus Kreuzplatz künftig mit der Bibliothek, einem grossen Sitzungszimmer und Musikräumen neu zu beleben und so mit möglichst geringem Aufwand neue Nutzungen in die alten Gebäude zu integrieren.
Das Alte Gemeindehaus und die Doppelturnhalle dagegen sind in schlechtem baulichem Zustand, nicht rollstuhlgängig und unternutzt. Hier soll eine Machbarkeitsstudie klären, ob ein Umbau oder ein Ersatzneubau zielführender ist.
Künftig sollen in diesen Liegenschaften der Gemeindesaal mit Bühne und Gastroküche, aber auch verschiedene Schulnutzungen wie Schulleitung oder Schulsozialarbeit sowie Tagesstruktur Platz finden. Diese und alle weiteren Strategien zu den Einzelimmobilien sind im Bericht zur Immobilienstrategie im Detail nachzulesen.
Der Blick in die weitere Zukunft
Ebenfalls im Bericht erläutert wird die Erwerbsstrategie. Dabei geht es um den möglichen Kauf von strategisch bedeutsamen Liegenschaften durch die Gemeinde im Sinne einer aktiven Bodenpolitik und einer weitsichtigen Planung. In welchen Fällen und unter welchen Voraussetzungen soll die Gemeinde Liegenschaften erwerben und wie weit sollen hier die Kompetenzen des Gemeinderats gehen?
Über den Sommer werden in der vierten und letzten Phase der Massnahmen- und der Investitionsplan erarbeitet. Darin geht es darum, bauliche Massnahmen optimal mit weiteren anstehenden Investitionen abzustimmen — unter Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde.
Bevölkerungsinformation im September
Die gesamte Immobilienstrategie wird am 1. September 2026 an einer öffentlichen Informationsveranstaltung vorgestellt. Vorab erhalten alle Haushalte per Post einen Informationsflyer, der den umfassenderen Gesamtbericht kurz und übersichtlich zusammenfasst.






