Vorstösse von Aargauer SVP und FDP kosten Steuerzahler am meisten

Im Aargauer Parlament haben die Fraktionen der FDP und der SVP im Jahr 2025 die meisten Vorstösse eingereicht. Damit verursachten diese Parteien die höchsten Kosten für die Steuerzahlenden. Der Preis aller 203 parlamentarischer Vorstösse betrug 348'308 Franken.

Obwohl die Anzahl der Vorstösse im Vergleich zum Vorjahr von 243 auf 203 sank, stiegen die Gesamtkosten leicht an. Im Durchschnitt schlug jeder Vorstoss mit 1716 Franken zu Buche. Dies geht aus einer Auswertung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA der im vom Regierungsrat veröffentlichten Jahresbericht 2025 enthaltenen Angaben hervor.
In der Abrechnung nach Parteien steht die SVP an der Spitze der Kostenliste. Mit 40 eingereichten Vorstössen verursachte sie einen Aufwand von 73'148 Franken. Die FDP folgt mit 66'516 Franken, war jedoch mit 44 Vorstössen die zahlenmässig aktivste Partei. Diese beiden Parteien setzen im Parlament üblicherweise auf einen Sparkurs beim Staat.
Auf den weiteren Plätzen finden sich die GLP mit 34 Vorstössen, die zu Kosten von 62'847 Franken führten. Die SP reichte 37 Vorstösse mit Kosten von 61'738 Franken ein. Die Mitte-Partei schrieb 30 Vorstösse, die Kosten von 50'243 Franken verursachten. Die Grünen begnügten sich mit acht Vorstössen (14'557 Franken) und die EVP mit fünf Vorstössen (9198 Franken).
Die von den Parteien eingereichten Vorstösse waren unterschiedlich komplex. Während die FDP pro Vorstoss 1512 Franken an Kosten verursachte, liegt dieser Wert bei der Eidgenössisch-Demokratischen Union (EDU) mit 2012 Franken am höchsten. Die drei EDU-Grossräte gehören zur SVP-Fraktion.
Unterschiede zeigen sich auch bei der Art der Vorstösse: Eine Interpellation ist mit durchschnittlich 1838 Franken deutlich aufwendiger in der Beantwortung als eine Motion (1589 Franken) oder ein Postulat (1502 Franken).
Die Hauptlast der parlamentarischen Arbeit trug das Departement Gesundheit und Soziales (DGS). Es musste 53 Vorstösse bearbeiten, was Kosten von 101'163 Franken verursachte. Gefordert war auch das Departement Volkswirtschaft und Inneres (DVI): Die 53 Vorstösse führten zu Kosten von 64'298 Franken.
Die Forderung, die Aufwendungen zu benennen, hatten FDP-Grossräte erhoben. Im Aargau weist die Verwaltung seit dem Jahr 2001 die anfallenden Kosten für jeden einzelnen parlamentarischen Vorstoss aus. Die Kosten setzen sich aus einem Einheitsstundensatz, einem Nebenkostenzuschlag und einer Supportpauschale zusammen.




