Gesundheit Aargau: So erkennen Sie eine Winterdepression

Eine Winterdepression äussert sich durch Müdigkeit und gedrückte Stimmung in den Herbst- und Wintermonaten. Lichttherapie und viel Bewegung können helfen.

Das Wichtigste in Kürze
- Fehlender Antrieb und Rückzug: Eine Winterdepression setzt Betroffenen zu.
- Ausgelöst wird die Depression unter anderem durch mangelndes Tageslicht.
- Wir geben Tipps, die dagegen helfen können.
Die dunklen Monate belasten viele Menschen stärker als erwartet. Regentage, Schnee und Kälte setzen uns zu. Kurze Nachmittage und fehlendes Sonnenlicht beeinflussen nicht nur den Alltag, sondern auch das innere Gleichgewicht und das Gemüt.
Schnell kann sich eine Wintermüdigkeit entwickeln. Fachpersonen sprechen dann von einer Winterdepression, einer saisonal gebundenen depressiven Erkrankung. Doch was genau ist das und wie können wir damit umgehen?
Mehr als schlechte Laune bei Kälte
Eine Winterdepression zeigt sich nicht sofort, sondern schleicht sich oft unbemerkt ein. Betroffene fühlen sich über Wochen niedergeschlagen, verlieren Antrieb und ziehen sich zunehmend zurück. Arbeit, soziale Kontakte oder Hobbys fallen schwerer als sonst – ohne klaren äusseren Anlass.
Typisch ist auch eine anhaltende Erschöpfung, selbst nach ausreichend Schlaf oder Urlaub.
Während der Wintermonate wird vermehrt von Appetit auf Süsses oder von stärkeren Gewichtsschwankungen berichtet. Diese Veränderungen werden oft nicht ernst genommen, obwohl sie den Alltag spürbar beeinträchtigen.
Gesundheit Aargau: Der Einfluss von Licht
Der wichtigste Auslöser liegt im Mangel an natürlichem Tageslicht. In der Schweiz verkürzen sich die Tage im Winter stark, besonders im Mittelland und in alpinen Regionen.
Dieser Lichtmangel beeinflusst den Hormonhaushalt bei der Produktion von Serotonin und Melatonin. Beide Stoffe steuern Stimmung, Schlaf und Wachheit.

Gerät dieses Gleichgewicht aus der Ordnung, kann sich die Stimmung deutlich verschlechtern. Wie die Universität Zürich in einer Studie von 2024 schreibt, besteht ein klarer Zusammenhang zwischen Tageslichtdauer und depressiven Symptomen.
Forschung: Lichtmangel und Lebensumstände
Neuere Untersuchungen bestätigen, dass saisonale Faktoren eine messbare Rolle spielen. Wie die Universität Bern in einer Studie von 2023 zeigt, nehmen depressive Beschwerden bei abnehmender Tageslänge stark zu.
Dabei reagieren Menschen sehr unterschiedlich auf die Tageslänge. Nicht jede Person entwickelt eine Winterdepression, obwohl Lichtmangel alle betrifft.

Diese individuellen Unterschiede erklären, weshalb die Erkrankung lange unterschätzt wurde. Natürlich spielen auch die persönlichen Lebensumstände zusätzlich eine Rolle. Fühlen Sie sich sowieso aktuell – beispielsweise wegen einer Trennung – schlecht, kann diese Stimmung dadurch noch verschlechtert werden.
Abgrenzung zu anderen Depressionen
Eine Winterdepression zeichnet sich vor allem durch ihren zeitlichen Verlauf aus. Ihre Symptome beginnen meist im Spätherbst und klingen im Frühling wieder ab. Ganzjährige Depressionen zeigen dagegen keinen festen Bezug zu Jahreszeiten. Eine sorgfältige Abklärung ist deshalb wichtig, um die passende Behandlung zu wählen.

Wenn Sie nicht mit einem Arzt über Ihre Situation sprechen können, versuchen Sie, sich Freunden anzuvertrauen. Diese können vielleicht nicht immer helfen, aber ganz wichtig: Sie hören zu.
Wann ärztliche Abklärung sinnvoll ist
Wenn die Stimmung über mehrere Wochen und Monate gedrückt bleibt, sollte fachlicher Rat eingeholt werden.
Hausärztinnen, Hausärzte oder psychologische Fachpersonen können beurteilen, ob eine Winterdepression vorliegt. Eine frühe Einschätzung erleichtert den Umgang mit der Erkrankung erheblich.

Die Behandlung richtet sich nach Schweregrad und individueller Situation. Gut belegt ist der Einsatz von Lichttherapie mit speziellen Tageslichtlampen. Diese sollen den fehlenden natürlichen Lichtreiz teilweise ersetzen. Auch regelmässige Bewegung, möglichst im Freien, wirkt sich positiv auf die Stimmung aus.
Psychotherapeutische Unterstützung kann helfen, belastende Denkmuster zu erkennen und zu verändern. In einigen Fällen kann es auch dazu kommen, Medikamente als Hilfe zu nutzen.
Ebenso wichtig sind feste Tagesstrukturen und soziale Kontakte, auch wenn sie Überwindung kosten. Besuchen Sie Freunde, treffen Sie sich und lachen Sie gemeinsam.













