Gesundheit Aargau: Trockene Haut im Winter bekämpfen

Kälte, Heizungsluft und niedrige Luftfeuchtigkeit belasten die Haut im Winter besonders stark. Trockene Haut muss deshalb gut gepflegt werden.

Das Wichtigste in Kürze
- Winterkälte und Heizungsluft können die Hautbarriere spürbar schwächen.
- Eine regelmässige Pflege schützt vor Rissen, Juckreiz und Entzündungen.
Trockene Haut im Winter ist nicht nur lästig, sondern kann auch schmerzhaft sein. Sinkende Temperaturen und trockene Heizungsluft setzen ihr spürbar zu. In höher gelegenen Regionen ist die Luftfeuchtigkeit im Winter oft besonders niedrig.
Dadurch verliert die Haut schneller Wasser und wirkt rau oder schuppig. Spannungsgefühle und Juckreiz treten häufig zuerst an den Händen und den Unterschenkeln auf. Auch das Gesicht reagiert empfindlich auf kalten Wind und starke Temperaturwechsel.
Wie das Bundesamt für Gesundheit in einer Auswertung von 2023 beschreibt, nehmen Hautprobleme in der kalten Jahreszeit deutlich zu. Besonders Ekzeme verschlechtern sich laut Bundesamt häufiger.
Trockene Haut ist jedoch nicht nur ein kosmetisches Problem. Sie kann die natürliche Schutzfunktion der Haut beeinträchtigen und Infektionen begünstigen. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf Ursachen und passende Pflege.
Im Winter verliert unsere Haut mehr Feuchtigkeit
Die oberste Hautschicht schützt den Körper vor Umwelteinflüssen und reguliert den Wasserverlust. Im Winter gerät dieses Gleichgewicht jedoch leichter aus der Balance. Kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit speichern als warme Sommerluft.
Gleichzeitig entzieht die warme, trockene Luft in beheizten Innenräumen der Haut zusätzlich Wasser. Häufiges Händewaschen verstärkt diesen Effekt im Alltag noch einmal.

Einer Studie der Universität Zürich aus dem Jahr 2024 zufolge, sinkt die Hautfeuchtigkeit bei Temperaturen unter Null Grad signifikant.
Für die Studie wurden gesunde Erwachsene in der Deutschschweiz während der Wintermonate untersucht. Die Forschenden stellten fest, dass die Hautbarriere messbar durchlässiger wurde. Dadurch steigt der Wasserverlust deutlich an.
Auch individuelle Faktoren spielen eine wichtige Rolle. Ältere Menschen produzieren weniger hauteigene Fette. Sie neigen dazu, dass die Haut schneller trocken wird.
Kinder reagieren empfindlicher auf rasche Temperaturwechsel. Wer an Neurodermitis leidet, hat oft ganzjährig eine geschwächte Hautbarriere. Im Winter verstärken sich die Beschwerden jedoch deutlich. Hier helfen spezielle Hautpflegeprodukte.
Gesundheit Aargau: Typische Symptome und Risikogruppen
Trockene Haut zeigt sich durch feine Schuppen, Rötungen und ein raues Hautgefühl. Oft juckt die Haut, was zum Abend hin schlimmer werden kann.
Das ständige Kratzen kann kleine Risse verursachen, durch die Keime leichter eindringen. Betroffen sind Hände, Lippen und Gesichtspartien ohne schützende Kleidung.

Risikogruppen sind ältere Menschen, Kinder und Personen mit chronischen Hauterkrankungen. Auch Menschen, die beruflich viel im Freien arbeiten, sind stärker betroffen. Pflegepersonal und Handwerker leiden zusätzlich unter häufigem Kontakt mit Wasser.
Sinnvolle Pflege im Winteralltag
Eine angepasste Hautpflege kann die Barrierefunktion deutlich verbessern. Empfehlenswert sind rückfettende Cremes mit Urea oder Glycerin. Diese Stoffe binden Feuchtigkeit in der Hornschicht.
Wichtig ist eine regelmässige Anwendung, idealerweise zweimal täglich. Nach dem Duschen sollte die Haut nur sanft abgetupft werden.

Heisse Duschen entziehen der Haut zusätzlich Fett und Feuchtigkeit. Lauwarmes Wasser ist im Winter die bessere Wahl. In Wohnräumen kann ein Luftbefeuchter helfen, die Luftfeuchtigkeit anzuheben.
Auch Kleidung spielt eine Rolle. Mehrere Schichten (Zwiebellook) schützen vor Kälte und reduzieren direkten Hautkontakt mit Wind. Reine Wolle kann jedoch bei empfindlicher Haut Juckreiz auslösen. Atmungsaktive Materialien sind oft besser verträglich.
Wann ärztlicher Rat sinnvoll ist
Nicht jede trockene Haut erfordert eine ärztliche Abklärung. Halten Beschwerden jedoch über Wochen an, sollte eine Fachperson konsultiert werden. Rissige Haut mit Blutungen oder starkem Juckreiz ist ebenfalls ein Warnsignal. Bei Verdacht auf Neurodermitis ist eine gezielte Therapie wichtig.

Dermatologinnen und Dermatologen können die Hautbarriere beurteilen und passende Wirkstoffe empfehlen. In schweren Fällen kommen kortisonhaltige Präparate zeitlich begrenzt zum Einsatz. Manchmal sind auch Pflegeprodukte schuld, dass unsere Haut juckt und rissig wird.














