Nach Los-Entscheid: Kein Skilager für Solothurner Achtklässler

Ein Vater ist sauer, denn sein Sohn darf nicht mit ins Skilager. So entschied es das Los. Zuvor gab es zu viele Anmeldungen.

Das Wichtigste in Kürze
- Wirbel an der Kreisschule Gäu: Ein Vater macht der Schulleitung schwere Vorwürfe.
- Er befürchtet unter anderem, sein Sohn könne gemobbt werden.
- Hintergrund ist ein Losverfahren der Schule, um Skilager-Plätze festzulegen.
- Der Junge zog dabei den Kürzeren.
An der Kreisschule Gäu in Neuendorf SO kann nicht jeder, der ins Skilager will, mitkommen. Für die Schülerinnen und Schüler der achten und neunten Klassen ist die Anzahl an Plätzen limitiert, nämlich auf 150.
Im Vorfeld gehen zu viele Anmeldungen ein. Für diesen Fall hat die Schule jedoch ein Verfahren, um dieses Problem zu lösen. Die Teilnehmenden werden einfach ausgelost.
«Das ist Mobbing»
Der Vater eines Achtklässlers, der dabei leer ausging, ist darüber erzürnt. Gegenüber der «Solothurner Zeitung» sagt er: «Das ist Mobbing.» Er ist besorgt, sein Kind könnte nun Hänseleien ausgesetzt sein.
Ein Klassenlager sei ein Ort, an dem etwa Erinnerungen für das Leben geschaffen und Freundschaften geknüpft würden. «Und dann dürfen einfach ein, zwei Kinder pro Klasse nicht mitfahren?», fragt der Mann.

Die Fahrt ins Skilager findet an der Schule im Rahmen einer Projektwoche statt. Für diese gibt es auch noch weitere Module. Bei den Siebtklässlerinnen und -klässlern gibt es keine Begrenzung, da dürfen alle mit.
Wer aber in die achte oder neunte Klasse geht, und kein Glück mit dem Los hat, der wird anderweitig eingeteilt.
Wie die «Solothurner Zeitung» schreibt, wurde vonseiten der Schule bereits im September über das Limit informiert. Damals hiess es aber auch, dass Schülerinnen und Schüler «anhand festgelegter Kriterien» zugeteilt würden, sollte es zu viele Anmeldungen geben.
Genau diese Formulierung kritisiert der Vater nun. Für ihn wären «festgelegte Kriterien» der Notendurchschnitt oder die Anzahl an Fehltagen gewesen.
Gemäss ihm war bei einem späteren Gespräch mit der Schulleitung von «festgelegten Kriterien» keine Rede mehr. Diese seien diskriminierend, habe die Schule begründet.
Was sagt die Schule?
Die Co-Schulleitung erklärt gegenüber der «Solothurner Zeitung», dass die Begrenzung aus organisatorischen, personellen und finanziellen Gründen erfolgt sei. Dies sei im Vorfeld frühzeitig und transparent kommuniziert worden.
Das Losverfahren sei fair und transparent. Auch andere Schulen im Kanton Solothurn würden dieses anwenden.
Auch wird darauf verwiesen, dass für die siebten Klassen keine Begrenzung besteht. «Somit hatte jede Schülerin und jeder Schüler die Möglichkeit, mindestens einmal ein Skilager zu besuchen.»
Die Rückmeldungen zu der ganzen Situation habe man ernst genommen und entsprechende Anliegen in Gesprächen aufgenommen und erläutert.





