Solothurn

Neue Schweizer Openairs: Party in der Badi – Konzerte in der Stadt

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Solothurn,

In kaum einem Land gibt es so viele Musikfestivals wie in der Schweiz. Trotzdem kommen immer wieder neue dazu. Im Kanton Solothurn sind es diesen Sommer gleich zwei: das Eichholz Festival und das Openair Solothurn. Beide wollen neue Wege gehen.

musik
Stephan Eicher wird am Openair Solothurn auftreten – einem Festival, das es 2026 zum ersten mal gibt. - KEYSTONE/ANTHONY ANEX

Vom 22. bis 25. Juli findet das Eichholz Festival im Solothurner Dorf Gerlafingen statt. Es stehen vor allem nationale Grössen wie Bastian Baker, DJ Antoine oder Florian Ast, aber auch Deutsch-Rapper Gentleman, dem Programm.

Das Festival findet zum Teil in einer Badi statt. Sie ist denn auch namensgebend für den Anlass. «Die Badi ist komplett in das Festivalgelände integriert. Das ist einzigartig in der Schweiz», erklärt Festivalleiter Silvan Studer.

Das 40'000 Quadratmeter grosse Gelände umfasst drei Bühnen, zwei Schwimmbecken, ein Riesenrad. «Poolparty am Tag, Livekonzerte am Abend», erläutert Studer das Konzept. Das Gelände sei auf 5000 Personen pro Abend ausgelegt. Auf einer grossen Wiese kann man campieren. Ansprechen will das Festival jung bis alt.

Der Kanton Solothurn brauche ein klassisches Festival mit einer grossen Wiese, ist der Festivalleiter überzeugt. Ziel sei es, das erste Jahr zu überleben. Die kommenden Ausgaben sollen dann rentabel betrieben werden. Er ist sich sicher, dass das Festival für die Zukunft gerüstet sei – auch für heisse Sommer wie der diesjährige: «Denn bei uns kann man sich immer abkühlen.»

Knapp zwei Wochen später, am 6. August, bestreitet das Openair Solothurn seine Premiere. An sieben Abenden bis zum 16. August werden hier zwei bis vier Konzerte pro Abend stattfinden. Die Bühne steht in der Altstadt, Camping gibt es keines. Daher sehen sich die beiden neuen Veranstaltungen nicht als Konkurrenz, wie sowohl Studer als auch Matthias Freiburghaus, Festivalchef des Openair Solothurn, unisono bekräftigen.

«Nur schon das Zielpublikum ist ganz anders: Wir sind kein Partyfestival. Bei uns soll die Musik im Fokus stehen», sagt Freiburghaus. Der Altersdurchschnitt jener Leute, die schon Tickets gekauft haben, liege bei 42 Jahren.

Bei so vielen Festivals landauf, landab müsse man sich irgendwo unterscheiden. Er bezeichnet den neuen Anlass als «Boutique Openair»: überschaubar, malerisch, stilvoll. Mit 3000 Personen pro Abend sei der Anlass ausverkauft.

Auch am Openair Solothurn treten mit Baschi, Zian, Joya Marleen und Stephan Eicher vor allem heimische Acts auf. «Solothurn hat ein Openair verdient», findet Freiburghaus. «Es gab noch nie eines.»

Besuchst du gerne Festivals im Sommer?

Der neue Anlass müsse viele Tickets verkaufen, um zu rentieren. «Unser grosser Vorteil: Wir machen das alle ehrenamtlich. Wenn wir die Stunden hochrechnen würden, würde sich das nie im Leben rechnen.»

«Die Festivalszene in der Schweiz ist nach wie vor sehr lebendig und als Ganzes konstant», sagt Christoph Bill, Präsident des Branchenverbands SMPA. Wenn auch die Nachfrage da und dort etwas nachgelassen habe oder Tickets später gekauft würden.

Oft buhlten viele Festivals um die gleichen Acts – das treibe die Gagen in die Höhe. Auch daher lasse sich ein neues Festival nicht von heute auf morgen lancieren. «Es braucht schon 'chli Schnuf'», erklärt Bill und meint das im Sinne von Ausdauer und Geld – und den Rückhalt der Region.

«Bei Cityfestivals – wie dem Openair Solothurn – läuft viel über das Line-up. An die Klassischeren – wie das Eichholz – geht man nicht nur wegen der Konzerte, sondern auch wegen des Gesamterlebnisses», weiss Bill. Beide Konzepte hätten aber ihre Berechtigung. «Am Schluss ist es ein Hochrisikogeschäft. Alles voraussagen kann man nie.»

Mehr aus Solothurn

FC Solothurn
Fussball
2 Interaktionen
Gossliwil SO
Balm bei Günsberg
Balm bei Günsberg

Mehr aus Aargau

Vergewaltigung
Taten gefilmt
Leiterteam
3 Interaktionen
«Positiver Einfluss»
Missbrauch
Missbrauch