Aarau

«Ouuuuuuu neiiiin»: Kapo Aargau macht auf «Upps! Die Pannenshow»

Riccardo Schmidlin
Riccardo Schmidlin

Aarau,

Immer wieder stürzen Betrunkene auf E-Trottis – mit bösen Folgen. Die Aargauer Polizei will darauf unterhaltsam aufmerksam machen.

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Da schlagen sie sich Polizisten beide Hände vors Gesicht. Die Kantonspolizei Aargau warnt vor Unfällen mit E-Trottis. - Instagram/@kantonspolizei_aargau

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Aargauer Polizei nutzt Unfallclips aus dem Netz für ihre Warnbotschaft.
  • Die Kantonspolizei registrierte im letzten Jahr 81 E-Trotti-Unfälle, sechs davon illegal getunt.
  • Alkohol, Drogen und fehlende Aufmerksamkeit zählen zu den häufigsten Unfallursachen.

Kennst du noch «Upps! Die Pannenshow»?

Die Sendung auf Super RTL zeigte über Jahre kleine Pannen, Stürze und Missgeschicke. Diese Alltagspannen sollten das Publikum zum Lachen bringen.

Auf Instagram imitiert nun die Aargauer Kantonspolizei das Konzept – im Mini-Format. In einem Video zeigt die Polizei zwei kurze Ausschnitte von Unfällen mit E-Trottis.

«Guck, da kommt einer», sagen die beiden Beamten. Kurz darauf ist zu sehen, wie ein Bub mit seinem E-Trotti ins Gebüsch kracht.

Aargau
Die Polizisten können bei den E-Trotti-Unfällen kaum hinsehen. - Kapo Aargau

Die Polizisten reagieren mit einem lauten «Ouuuuuuu neiiiin» und schlagen sich beide die Hände vors Gesicht.

Und weil es so schön ist, folgt gleich noch ein zweiter Clip: Dieses Mal stürzt eine Frau mit ihrem E-Trotti zu Boden.

Video soll «ansprechend» sein

Verantwortlich bei der Kantonspolizei Aargau für das Video ist Marco Roduner. «Um ein ansprechendes Video zu erstellen, sind die ersten Sekunden sehr wichtig», erklärt er bei Nau.ch.

Mit einer «spielerischen Art und Weise» wolle man das Publikum behalten, um die Botschaft platzieren zu können. «In diesem Fall kam mir die Idee, dies mit diversen Beispielen und unseren Reaktionen dazu zu machen.»

Doch: Die Aufnahmen stammen nicht etwa aus dem Kanton Aargau. Die Kantonspolizei Aargau hat sich beim Material eines polnischen Influencers bedient.

Roduner sagt: «Gerne hätten wir anhand aktueller Beispiele gezeigt, wie ein Unfall abläuft und welche Folgen er haben kann. Allerdings sind aussagekräftige Videobilder etwa von Überwachungskameras, die einen Unfallhergang veranschaulichen, eher selten vorhanden.»

Findest du das Video gelungen?

Dazu stellten sich Fragen des Datenschutzes in einem laufenden Strafverfahren. «Aus diesen Gründen entschlossen wir uns, auf Videomaterial aus dem Netz zurückzugreifen.»

Für den Polizeisprecher ist klar: «Was zählt, ist die klare Message.»

Polnischer Influencer freut sich über Aargauer Polizei-Video

Die beiden Clips stammen aus einem Video des polnischen Influencers Simon Smith, der E-Trottis testet und bewertet.

Simon Smith
Trägt vorbildlich einen Helm: Der polnische Influencer Simon Smith testet und bewertet auf seinem Youtube-Kanal E-Trottis. - Youtube @simonsmith6

Dieser jubelt über das Aargauer Video. «Ich freue mich, dass die Polizei Ausschnitte aus meiner Zusammenstellung in diesem Video verwendet hat», sagt er zu Nau.ch.

Alles habe seine Vor- und Nachteile – auch E-Trottis.

Er erklärt: «Ich veröffentliche gelegentlich solche Zusammenstellungen von E-Scooter-Unfällen, damit meine Zuschauer wissen, dass neben schönen Fahrten auch unangenehme Situationen passieren können.»

E-Trottis dürfen maximal 20 km/h schnell sein – doch Fahrer tricksen

Und tatsächlich: Alleine die Kantonspolizei Aargau verzeichnete im vergangenen Jahr total 81 Unfälle, bei denen ein E-Trottinett beteiligt war.

«Dabei waren sechs dieser Trendfahrzeuge illegal manipuliert», sagt Polizeisprecher Marco Roduner.

Das heisst: Die Fahrzeuge wurden getunt, um die Höchstgeschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde zu überschreiten. Und das zum Teil deutlich.

E-Trottis
Das E-Trotti ist ein beliebter Begleiter vieler Pendlerinnen und Pendler. - Nau.ch

Roduner warnt: «Gerade bei den E-Trottis mit den kleinen Rädern und dem hohen Schwerpunkt kann die unvorteilhafte Kombination aus Tempo und fehlender Helmpflicht fatale Folgen haben.»

In diesem Jahr verzeichnete die Aargauer Polizei bislang 33 Unfälle. Dabei waren vier Trottis manipuliert.

Die häufigsten Unfallursachen sind auf den Einfluss von Alkohol oder Drogen, die Missachtung des Vortrittsrechts sowie auf mangelnde Aufmerksamkeit zurückzuführen.

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