Rothrist: Schulhaus Dörfli erstrahlt in neuem Glanz

Nach einem Jahr Sanierung erstrahlt das Schulhaus Dörfli 1 in neuem Glanz. Nun ist es bereit für den Schulbetrieb.

Petrus strahlte mit dem Rothrister Gemeinderat um die Wette: Während die Abendsonne das sanierte Gebäude und dessen neue Akzente besonders in Szene setzte, durfte die Gemeinde-Exekutive eine budgetgemässe (6,83 Millionen Franken) und rechtzeitige Fertigstellung der Arbeiten feiern.
Am vergangenen Montag haben die Schülerinnen und Schüler das Gebäude bezogen. Neben Petrus wusste auch Gemeindepräsidentin Daniela Weber das Sanierungsvorhaben zu würdigen: «Im Herzen Rothrists ist ein Bijou entstanden», liess sie voller Freude verlauten.
Aussen habe der anmutige, geschichtsträchtige Charakter des 1914 erbauten Hauses bewahrt werden können, während sich im Innern gleichzeitig viel getan habe: zweckmässige Räume, neue Bemalung und moderne Ausstattung.

Ausserdem habe man so einige Mängel beheben können, die bei der letzten Überholung in den 1970er-Jahren nur notdürftig «versaniert» worden seien. Auch der Aussenplatz wurde aufgewertet: Neben Sitzgelegenheiten finden sich nun auch Begrünung und eine Tischtennisplatte, die bei den Jugendlichen zweifellos gut ankommen dürfte.
Ein Juwel, das aber auch seinen Tribut forderte: Die Schüler des Dörfli 1 mussten monatelang auf Provisorien bei der Kirche und in den Geisshubel-Pavillons ausweichen. Umso grösser, so hofft die Gemeindepräsidentin, falle nun die Freude über das neue Gebäude aus.
Ein Bau mit reicher Historie
Der geschichtsträchtige Bau lud geradezu zu einem historischen Abriss ein. Denn die Thematik des fehlenden Schulraums beschäftigte die Gemeinde schon im 19. Jahrhundert.
Immer wieder scheiterten Bestrebungen für zusätzlichen Schulraum an den fehlenden finanziellen Mitteln. Erst im Jahr 1913 bewilligte die Gemeindeversammlung 200'000 Franken – mit welchen notabene nicht nur das Dörfli 1, sondern auch die danebenstehende Turnhalle finanziert wurden.
Der damalige Architekt Otto Senn war im Juli 1914 noch zuversichtlich, dass die Arbeiten im August gleichen Jahres abgeschlossen sein würden – bis am 1. August 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach.
Viele Arbeiter wurden zum Militärdienst eingezogen, sodass das Gebäude erst im November 1914 bezogen werden konnte.
Alte Substanz neu entdeckt
Auch Niccolò Wyss vom Architekturbüro Batimo AG bedankte sich für die gelungene Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Alte Schulhäuser zu sanieren und zu erhalten, sei immer wieder eine Freude – vor allem, weil man dabei immer wieder überrascht werde.

So sei man bei der Beseitigung des schadstoffhaltigen Putzes auf wunderschöne, alte Wandverzierungen gestossen. Leider hätten diese aus finanziellen Gründen nicht erhalten werden können – trotzdem erinnert nun über jeder Türe ein «Bögli» an die alte Substanz.
Auch die mintgrüne Farbe, die von Anfang an geplant war und heute die Innenwände ziert, wurde in leicht anderer Form an der ursprünglichen Decke entdeckt. Die Seele des Hauses, so scheint es, gab dem Rothrister Projekt seinen Segen.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «Zofinger Nachrichten» erschienen.








