Aarau: Amoklauf am Rave – Schütze handelte als Einzeltäter

In Aarau feuerte ein 43-Jähriger wahllos auf ein Rave-Gelände. Die Tat forderte ein Todesopfer und fünf Verletzte; Hinweise auf Mittäter fehlen.

Der 43-jährige Mann, ein gebürtiger Schweizer mit Wohnsitz im Kanton Jura, befindet sich in Untersuchungshaft. Er stellte sich in der Nacht auf Montag bei der Kantonspolizei Jura. Unabhängig davon waren die Ermittlungen der Kantonspolizei Aargau zu diesem Zeitpunkt bereits so weit fortgeschritten, dass eine Identifizierung des Täters absehbar war.
Eine wichtige Rolle spielte dabei der Hinweis eines Augenzeugen, dem unmittelbar nach der Tat ein weisser Lieferwagen aufgefallen war.
Auf diesen Lieferwagen stiess die Kantonspolizei am jurassischen Wohnort des Beschuldigten im Anschluss an dessen Festnahme. Darin stellte sie ein Kalaschnikow-Sturmgewehr und zwei Pistolen sicher, die auf den Mann registriert sind. Diese Waffen sowie am Tatort gefundene Patronenhülsen lassen sich dem Beschuldigten zuordnen.
Nach ersten Erkenntnissen muss der 43-Jährige mit dem Lieferwagen nach Aarau gefahren und dann zu Fuss auf das Gelände der Pferderennbahn gelangt sein, wo zu diesem Zeitpunkt der Rave-Event stattfand. Das Ergebnis der Tatortarbeiten lässt den Schluss zu, dass der Mann aus verschiedenen Positionen von aussen wahllos zahlreiche Schüsse auf das Festivalgelände abfeuerte.
Die Tat forderte ein Todesopfer und fünf durch Schüsse verletzte Opfer. Zwei von ihnen befinden sich aktuell noch im Spital, sind jedoch ausser Lebensgefahr und dürften in den nächsten Tagen entlassen werden können. Möglicherweise durch ein abgepralltes Projektil leicht verletzt, hat sich inzwischen noch ein weiteres Opfer gemeldet.
Mindestens ein Projektil hatte auch ein wegfahrendes Auto getroffen, worin sich vier Personen befunden hatten. Alles deutet darauf hin, dass es sich bei all diesen Personen um Zufallsopfer handelt.
Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau hat eine Strafuntersuchung eröffnet. Obwohl das genaue Motiv noch zu klären ist, lassen die Ermittlungen den vorläufigen Schluss zu, dass die Bluttat als Amoklauf einzustufen ist. Auch gibt es keinerlei Hinweise auf Terrorismus oder extremistische Motive.
Weshalb der Rave-Event zum Ziel wurde, ist aktuell unklar. Stand heute bestehen jedoch keine Anzeichen auf Mittäter. Eine weitere Gefahr für die Öffentlichkeit ist gebannt.





