Aarau: Beschädigte Turnfest-Skulptur – Buchstaben wurden verschenkt

Nach dem Vandalenakt an der Holzskulptur «AARAU» verzichtete die Stadt Aarau auf eine Reparatur. Einzelne Buchstaben gingen gratis an Private.

Am 11. August 2026 hat Einwohnerrat Urs Winzenried eine Anfrage betreffend Vandalismus an der EFT Holzskulptur «AARAU» eingereicht.
Frage 1: Warum konnten die Angebote von Handwerkern, die Skulptur zu reparieren, nicht umgesetzt werden? War die Stadt überhaupt an einer Reparatur interessiert?
Die Angebote und Rückmeldungen erfolgten teilweise informell bei Aarau Standortförderung als Eigentümerin, unter anderem über soziale Medien. Aufgrund des Alters der Installation und ihres bereits vor dem Vorfall fortgeschrittenen Zustands wurde von einer Reparatur abgesehen. Die Holzbuchstaben wurden ursprünglich für das Eidgenössische Turnfest 2019 erstellt und hatten ihre erwartete Nutzungsdauer deutlich überschritten.
Die Beurteilung einer möglichen Reparatur lag bei der Stiftung Standortförderung Aarau.
Frage 2: Warum liess die Stadt, die beschädigte Skulptur als sichtbarer «Schandfleck» während mehr als zwei Wochen an ihrem von Menschen stark frequentierten Standort stehen, bis sie entfernt wurde, obschon die Empörung vieler Menschen über den Vandalenakt gross war und eine Reparatur (kostenlos oder gegen Bezahlung) offenbar ausser Betracht fiel?
Nach der Beschädigung waren verschiedene organisatorische und logistische Abklärungen erforderlich. Zudem fiel die Ereignisbewältigung in eine Zeit mit eingeschränkten personellen Ressourcen aufgrund von Ferienabwesenheiten und des Maienzugs. Für den Abbau und den Abtransport waren externe Leistungen notwendig, deren Verfügbarkeit vorgängig koordiniert werden musste.
Die Entfernung erfolgte, sobald die erforderlichen organisatorischen Voraussetzungen geschaffen waren.
Frage 3: Wurden einzelne Buchstaben der Skulptur an Interessenten verkauft? Wenn ja, an wen, nach welchem Prozedere (z. B. Reihenfolge) und zu welchem Preis? Wurde allenfalls sogar eine Versteigerung durchgeführt?
Ein Verkauf einzelner Buchstaben fand nicht statt. Die Buchstaben wurden nicht veräussert und es wurde keine Versteigerung durchgeführt. Einzelne Interessenten meldeten sich nach der öffentlichen Berichterstattung spontan bei Aarau Standortförderung.
Die Abgabe erfolgte unentgeltlich gegen Kostenübernahme des Transportes durch den Interessenten.
Frage 4: Wurden einzelne Buchstaben der Skulptur an Interessenten verschenkt? Wenn ja, an wen und nach welchem Prozedere (z. B. Reihenfolge)?
Einzelne Buchstaben wurden unentgeltlich an private Interessenten abgegeben, die sich nach Bekanntwerden der geplanten Entfernung bei Aarau Standortförderung gemeldet hatten. Die Berücksichtigung erfolgte grundsätzlich nach Eingang der Interessensbekundungen. Teilweise wurden Interessensbekundungen später wieder zurückgezogen. Nicht alle Buchstaben konnten weitergegeben werden.
Frage 5: Wie erfolgte der Transport der einzelnen Buchstaben zu den neuen Besitzern und unter welcher Kostenfolge?
Der Transport der übernommenen Buchstaben wurde durch die Empfänger finanziert. Der Stadt Aarau entstanden daraus keine Kosten. Die Kosten für die Entsorgung der nicht weiterverwendeten Elemente wurden durch Aarau Standortförderung getragen.
Frage 6: Warum wurde die Bevölkerung durch die Stadt nicht vorgängig und öffentlich davon in Kenntnis gesetzt, dass bei der Stadt die einzelnen Buchstaben der Skulptur «erworben» werden konnten, sei es durch Verkauf oder durch Schenkung?
Da es sich um eine private Installation im Eigentum von Aarau Standortförderung handelte, bestand keine Verpflichtung der Stadt, hierfür ein öffentliches Verfahren oder einen breiten Aufruf durchzuführen.
Frage 7: War der Stadtrat nach erfolgter Beschädigung der Skulptur in das jüngste weitere Vorgehen der Stadt in dieser Sache involviert? Wenn ja, in welcher Form?
Der Stadtrat war nicht involviert.
Die Beantwortung dieser Anfrage verursachte Kosten von 375 Franken.






