Aarau: Warum die Stadt manche Rasenflächen nicht mehr bewässert

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    In Aarau haben Bäume und Blumenrabatten bei Hitze Vorrang: Stark genutzte Rasenflächen wie im Kasinopark werden nicht bewässert, erklärt der Stadtrat.

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    Die Altstadt von Aarau (Symbolbild) - Nau.ch / Stephanie van de Wiel

    Am 3. August 2026 hat Einwohnerrätin Sandra Blank (SVP) eine Anfrage betreffend «Urbane Hitze bekämpfen: Hat die Stadt Aarau die richtige Strategie für den Erhalt ihrer Grünflächen» eingereicht.

    Frage 1: Verfügt die Stadt Aarau über eine Strategie für die Bewirtschaftung und Bewässerung öffentlicher Grünflächen während Hitze- und Trockenperioden?

    Ja, der dem Werkhof angegliederte Bereich Stadtgrün verfügt über eine standardisierte Vorgehensweise bei der Bewirtschaftung und Bewässerung öffentlicher Grünflächen während Hitze- und Trockenperioden. Diese wird laufend überprüft und an die aktuellen klimatischen Bedingungen angepasst. Die Bewässerung basiert auf klaren Prioritäten.

    An erster Stelle stehen Blumenrabatten, da diese bereits nach wenigen Tagen ohne ausreichende Wasserversorgung dauerhaft Schaden nehmen können. Ebenfalls prioritär behandelt werden Jungbäume im ersten und zweiten Standjahr, da sie besonders empfindlich auf Trockenheit reagieren. Bei anhaltender Dürre werden die Massnahmen im Bereich der Baumbewässerung schrittweise angepasst.

    Der Fokus liegt dabei auf grossen, alten und ortsbildprägenden Bäumen, die Anzeichen von Trockenstress zeigen und daher zusätzliche Unterstützung benötigen.

    Frage 2: Gibt es eine Vorgabe, wonach bestimmte Grünflächen grundsätzlich nicht bewässert werden?

    Rasenflächen mit ungünstigen Standortbedingungen oder hoher Nutzungsintensität werden nicht bewässert, sofern die Bewässerung nachweislich keinen nachhaltigen Erfolg bringt. Ein fehlender nachhaltiger Bewässerungserfolg liegt vor, wenn Rasenschäden überwiegend durch Übernutzung und Bodenverdichtung verursacht werden.

    In solchen Fällen kann eine Bewässerung die Schäden nicht dauerhaft beheben. Der Nachweis erfolgt anhand des Schadbilds, der Nutzungsintensität und der Erfahrungen auf vergleichbaren Flächen. Beispiele hierfür sind stark beanspruchte Rasenflächen bei der Schwanbar oder im Kasinopark.

    Frage 3: Welche fachlichen Grundlagen liegen dem Entscheid zugrunde, zentrale Anlagen wie den Kasino-Park während längerer Hitzeperioden nicht gezielt zu bewässern?

    Die Bewässerung im Kasinopark konzentriert sich auf Bereiche, in denen ein nachhaltiger Erfolg erzielt werden kann. Dazu zählen insbesondere die Hängebuche sowie die Rabattenanlagen.

    Frage 4: Ist dem Stadtrat bewusst, dass stark ausgetrocknete Grünflächen ihre kühlende Funktion weitgehend verlieren?

    Dem Stadtrat ist bewusst, dass stark ausgetrocknete Grünflächen ihre kühlende Wirkung reduzieren können. Aus diesem Grund werden die vorhandenen personellen und technischen.

    Ressourcen gezielt dort eingesetzt, wo mit verhältnismässigem Aufwand die grösste und langfristigste Wirkung erzielt werden kann. Priorität haben dabei insbesondere wertvolle Bäume, Rabatten und ausgewählte Grünflächen.

    Die personellen Ressourcen sind während Hitzeperioden bereits stark beansprucht. Das Team Stadtgrün sowie externe Unterstützung sind in diesen Phasen laufend mit der Bewässerung von Bäumen beschäftigt. Eine zusätzliche Bewässerung von Rasenflächen müsste regelmässig in den frühen Morgenstunden oder während der Nacht erfolgen und würde einen erheblichen zusätzlichen Personal- und Geräteeinsatz erfordern.

    Unter einer nachhaltigen Wirkung wird verstanden, dass der Einsatz von Wasser langfristig zum Erhalt einer klimawirksamen Grünstruktur beiträgt. Der Erhalt bestehender Bäume hat dabei eine besonders hohe Bedeutung, da grosse und gesunde Bäume eine deutlich stärkere Kühlwirkung entfalten als junge Ersatzpflanzungen. Eine flächendeckende Bewässerung aller Rasenflächen wäre zudem mit einem hohen Wasserverbrauch verbunden.

    Gleichzeitig können sich viele Gebrauchsrasen nach Niederschlägen wieder regenerieren. Aus ökologischer Sicht wird daher dem Erhalt von Bäumen und anderen klimawirksamen Grünstrukturen Vorrang eingeräumt.

    Frage 5: Wurde geprüft, ob die Folgekosten durch Wiederherstellung, Nachsaat und Pflege höher sind als eine gezielte Bewässerung während kritischer Phasen?

    Eine vorgängige Kosten-Nutzen-Beurteilung ist nur eingeschränkt möglich, da der Erfolg einer Bewässerung von verschiedenen Faktoren wie Witterung, Nutzungsintensität und Bodenzustand abhängt. Der tatsächliche Nutzen lässt sich deshalb oft erst nach Abschluss der Massnahme beurteilen.

    Insbesondere bei stark beanspruchten Rasenflächen kann eine Bewässerung die Schäden nicht in jedem Fall verhindern.

    Frage 6: Nach welchen Kriterien werden Grünflächen priorisiert, wenn Wasserressourcen während Hitzeperioden begrenzt sind?

    Solange das Wasser genutzt werden darf, werden die Bewässerungen wie bisher vorgenommen. Bei einer Einschränkung der Wasserverfügbarkeit müssten die Prioritäten angepasst und einzelne Grünstrukturen (Wechselfloor, Blumenrabatten und Blumentöpfe) zugunsten wichtigerer Bereiche aufgegeben werden.

    Frage 7: Welche alternativen Lösungen prüft die Stadt (z. B. Regenwassernutzung, trockenheitsresistente Begrünungen oder angepasste Pflegekonzepte)?

    Die Stadt verfügt über eine Klimaanpassungsstrategie, die derzeit in einer ersten Etappe umgesetzt wird (z. B. die Entsiegelung am Zollrain). Bei der Auswahl neuer Bepflanzungen spielen Hitze- und Trockenheitsresistenz bereits seit Längerem eine wichtige Rolle. Die Erkenntnisse und Erfahrungen aus diesem Jahr werden jedoch ebenfalls in zukünftige Entscheidungen einfliessen.

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