Gemeinderat will Fusion mit Oberentfelden nicht prüfen

Suhr,
Nach dem Nein zu Aarau stösst der Gemeinderat von Unterentfelden AG kein neues Fusionsprojekt an. Er wartet die Initiative «Gemeinsames Entfelden» ab.

Nach der Ablehnung des Zusammenschlusses mit Aarau wird vermehrt eine Prüfung einer Fusion mit Oberentfelden gefordert. Auch die Initiative «Gemeinsames Entfelden» greift dieses Anliegen auf. Der Gemeinderat nimmt diese Stimmen ernst und nimmt dazu wie folgt Stellung.
Die Möglichkeit eines Zusammenschlusses mit Oberentfelden wurde im Rahmen der Zukunftskonferenz 2021/2022 diskutiert und von Seiten der Bevölkerung klar abgelehnt. Gleichzeitig hat sich der Gemeinderat bei seinen strategischen Überlegungen zur langfristigen Entwicklung Unterentfeldens mit dieser Variante vertieft auseinandergesetzt und entschieden, keine vertiefte Fusionsprüfung mit Oberentfelden vorzunehmen. In seiner damaligen Abwägung sah der Gemeinderat die grösseren langfristigen Chancen in einem Zusammenschluss mit Aarau.
Ausschlaggebend waren insbesondere die finanziellen Möglichkeiten, die Bewältigung anstehender Investitionen und die Einbindung in eine grössere Verwaltung. Bei einem Zusammenschluss mit Oberentfelden erwartet der Gemeinderat aufgrund der heutigen finanziellen Ausgangslage hingegen keine ausreichende finanzielle Entlastung Unterentfeldens. Beide Gemeinden weisen 2026 einen Steuerfuss von 113 Prozent auf.
Auch Oberentfelden steht vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Das Budget 2026 der Einwohnergemeinde Oberentfelden sieht zwar einen Ertragsüberschuss von rund CHF 992’000 vor. Dieser entsteht jedoch durch die Neubewertung von Liegenschaften des Finanzvermögens, welche das Ergebnis um netto rund CHF 4,29 Mio. verbessert.
Ohne diese Bewertungseffekte würde ein Defizit von rund CHF 3,29 Mio. resultieren, dies trotz knapp CHF 5 Mio. aus dem kantonalen Finanzausgleich für finanzschwache Gemeinden. Die Neubewertungen schaffen keine zusätzlichen Mittel für die Finanzierung laufender Aufgaben und Investitionen. Eine mit dem Aarauer Modell vertraglich garantierte Senkung des Steuerfusses ist deshalb aus Sicht des Gemeinderats mit der Gemeinde Oberentfelden unmöglich.
Der Gemeinderat wird von sich aus vorerst kein neues Fusionsprojekt anstossen. Er wartet ab, ob die Initiative «Gemeinsames Entfelden» eingereicht wird und daraus ein Auftrag der Stimmberechtigten an einer Gemeindeversammlung zur Prüfung eines Zusammenschlusses mit Oberentfelden entsteht. Der Gemeinderat konzentriert sich jetzt auf die aktuellen finanziellen und personellen Herausforderungen Unterentfeldens.







