Aargauer Regierung ist gegen Umverteilung der Swisslos-Gelder

Keystone-SDA Regional
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Aarau,

Der Aargauer Regierungsrat lehnt eine Stärkung des Sportfonds auf Kosten des allgemeinen Swisslos-Fonds ab. Er verweist auf das neue Sportgesetz, das mehr Unterstützung vorsieht. Grossräte von SVP und FDP forderten eine Anpassung des Swisslos-Verteilschlüssels.

Wer Swisslos spielt, zahlt indirekt in den Aargauer Swisslos-Fonds ein. Der Aargauer Regierungsrat will den Swisslos-Anteil für den Sport nicht erhöhen. (Symbolbild)
Wer Swisslos spielt, zahlt indirekt in den Aargauer Swisslos-Fonds ein. Der Aargauer Regierungsrat will den Swisslos-Anteil für den Sport nicht erhöhen. (Symbolbild) - Keystone/GAETAN BALLY

Der Verteilschlüssel sei erst im Jahr 2019 zugunsten des Sports angepasst worden, hält der Regierungsrat in seiner Stellungnahme vom Freitag fest. Damals sei der Anteil von 19 auf 25 Prozent erhöht worden. Zusätzlich sei der Sportfonds im Jahr 2021 mit einer Einmaleinlage von 5 Millionen Franken aus dem Swisslos-Fonds gestärkt worden.

Der Regierungsrat warnt davor, die beiden Fonds gegeneinander auszuspielen. Aktuell stünden nämlich beide Gefässe unter finanziellem Druck. Beim allgemeinen Swisslos-Fonds sei die Zahl der Gesuche zwischen 2023 und 2025 um 20 Prozent gestiegen. Die Gründe seien die Teuerung, die Professionalisierung im Kulturbereich und der Rückzug privater Sponsoren.

Gleichzeitig steigen laut Regierungsrat auch im Sportbereich die Kosten. Weil die Bevölkerung wachse, sei mehr Infrastrukur notwendig. Auch werde mit Geld aus dem allgemeinen Swisslos-Fonds bereits sportnahe Projekte unterstützt – wie etwa Street-Soccer-Events oder Schützenfeste.

Seit Anfang Mai ist im Aargau ein neues Sportgesetz in Kraft, das die Sportförderung als staatliche Aufgabe verankert. Für besonders grosse Infrastrukturprojekte, welche die Kapazitäten des Sportfonds übersteigen würden, schaffe das Gesetz die Möglichkeit, diese bei Bedarf über ordentliche Kantonsmittel zu finanzieren, hält der Regierungsrat fest.

In der Motion forderten Grossräte aus den Reihen der SVP und FDP, den Anteil des Sports an den Swisslos-Geldern von derzeit 25 Prozent auf 33 Prozent zu erhöhen. Im Gegenzug solle der Anteil des allgemeinen Swisslos-Fonds, der vor allem Kultur- und Sozialprojekte unterstützt, von 75 Prozent auf zwei Drittel sinken.

Der Swisslos-Fonds war bereits im vergangenen Jahr ein politisches Thema. Der Grosse Rat lehnte die SVP-Forderung im September mit 71 zu 58 Stimmen ab, mit Swisslos-Gelder keine sozialen Projekte im Ausland zu unterstützen.

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