Aargauer Verbände fordern Investitionen aus der Finanzreserve

Ein Dutzend Aargauer Verbände verlangen in einer gemeinsamen Stellungnahme kantonale Investitionen in Bildung, Gesundheit, Sicherheit und Kultur sowie in Umwelt und Verkehr. Sie weisen darauf hin, dass in der kantonalen Finanzreserve 1,4 Milliarden Franken liegen.

«Der Aargau kann mehr», so lautet die Botschaft in der am Montag veröffentlichten Medienmitteilung. Nach Ansicht der beteiligten Verbände schiebt der Kanton notwendige Erneuerungen in fast allen Bereichen auf.
Anstatt Probleme weiter vor sich herzuschieben, müsse der Kanton den vorhandenen finanziellen Spielraum für zukunftsgerichtete Investitionen nutzen. «Zahlreiche Aargauer Verbände und Organisationen erleben in ihrer täglichen Arbeit Probleme, für die es Lösungen gäbe, wenn man sie nur anpacken würde», hiess es. Der Kanton und die Gemeinden stünden vor grossen Herausforderungen.
Folgen des Spardrucks
Bildung Aargau verlangt im Rahmen der Debatte zum Aufgaben- und Finanzplan für die Jahre 2027-2030 zusätzliche Mittel für Projekte wie «Förderklassen plus» und die Deutschförderung vor dem Kindergarten. Der Kanton müsse in die Bildung investieren.
Die Stiftung Frauenhaus Aargau-Solothurn und die Frauenzentrale Aargau fordern eine tragfähige Finanzierung sowie die konsequente Umsetzung der Istanbul-Konvention.
Der Verband Aargauer Psychologen und Psychologinnen macht sich für eine raschere Unterstützung ohne lange Wartezeiten stark. «Die Zukunft junger Menschen darf nicht dem Spardruck geopfert werden», hält der Verband Kinder- und Jugendarbeit Aargau fest. Arbeit Aargau weist darauf hin, dass die Arbeitsbedingungen der Kantonsangestellten unter dem Personalmangel und stagnierenden Löhnen litten.
In Umweltschutz investieren
Natur- und Umweltverbände wie Pro Natura, WWF und BirdLife Aargau fordern verstärkte Investitionen in Klimaresilienz, Biodiversität und Gewässerschutz. «Wer nun bei Natur und Umwelt spart und nicht investiert, zahlt morgen die Rechnung», warnen WWF und BirdLife. Auch der Aargauische Fischereiverband verlangt vom Kanton Massnahmen gegen Hitzestress in den Gewässern.
Im Kulturbereich machen der Aargauische Kulturverband und Visarte Aargau auf unterfinanzierte Strukturen, prekäre Einkommensverhältnisse von Kunstschaffenden und fehlende bezahlbare Ateliers aufmerksam. Der Kulturkanton brüste sich mit der Kultur, doch die Kunstschaffenden befinden sich in einer prekären Situation.





