Netzwerk Asyl Aargau kritisiert unterirdische Unterbringung

Das Netzwerk Asyl Aargau hat die Unterbringung von geflüchteten Menschen in unterirdischen Anlagen im Kanton Aargau kritisiert. Der Verein wirft dem Regierungsrat vor, wider besseren Wissens an der teuren und für die Betroffenen belastenden Unterbringung festzuhalten.

Die Kritik stütze sich auf die Antworten des Regierungsrats auf eine Anfrage der SP-Fraktion, wie das Netzwerk Asyl Aargau am Donnerstag mitteilte. Die Regierung bestätige darin selbst die Nachteile der unterirdischen Unterbringung, präsentiere aber keine Strategie, um diese zu beenden.
Gemäss den Angaben der Regierung kostet die Unterbringung einer Person in einer unterirdischen Unterkunft rund 70 Franken pro Tag. In einer oberirdischen Einrichtung seien es mit rund 35 Franken nur halb so viel.
Die Regierung räume zudem ein, dass das fehlende individuelle Kochen in den Anlagen die Eigenverantwortung und Integration beeinträchtige. Die Akzeptanz der unterirdischen Unterbringung nehme mit der Aufenthaltsdauer ab, was bei den Betroffenen zu emotionalen Reaktionen führen könne.
«Keine menschenwürdige Wohnform»
Ursprünglich sollten Personen maximal sechs Monate unterirdisch untergebracht werden, aktuell dauere dies aber bis zu eineinhalb Jahren. In der Umgebung der Unterkünfte gälten zudem oft sogenannte No-Go-Zonen, die den Zugang zu Sportanlagen oder Wiesen verböten.
«Unterirdische Unterkünfte sind keine menschenwürdige Wohnform», wird Vereinspräsident Rolf Schmid in der Mitteilung zitiert. Eine solche Anlage sei kein geeigneter Lebensraum.
Das Netzwerk Asyl Aargau fordert vom Regierungsrat unter anderem eine verbindliche Strategie zur Beendigung der unterirdischen Unterbringung, eine vorausschauende Immobilienplanung sowie die Einhaltung der maximalen Aufenthaltsdauer von sechs Monaten.





