Aarau: Anwohner gehen wegen geplanter Kläranlage auf die Barrikaden

Redaktion
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Aarau,

Im Aarauer Stadtteil Rohr kochen die Emotionen hoch. Grund ist eine geplante Kläranlage. Die Sorgen und der Unmut bei Anwohnenden sind gross.

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Auf der Grünfläche gegenüber der heutigen Anlage soll das Projekt entstehen. - ara-aarau.ch

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Millionen-Projekt im Osten von Aarau erhitzt die Gemüter.
  • Anwohnende sind unzufrieden mit einer geplanten, neuen Kläranlage.
  • Aus Sicht der Befürworter gibt es keinen alternativen Standort.

300 Millionen Franken soll sie kosten, rund 30 Gemeinden sollen angeschlossen sein. Eine neue, moderne Abwasserreinigungsanlage (ARA) im Kanton Aargau soll fünf bestehende Anlagen obsolet machen und ersetzen. Der Neubau soll sogar Medikamentenrückstände aus dem Wasser herausfiltern.

Das Projekt, dessen Fertigstellung für 2028 geplant ist, stösst jedoch auf Widerstand. Denn: Gebaut werden soll auf einer grossen Wiese im Aarauer Stadtteil Rohr, die heute als Landwirtschaftsfläche dient. Direkt daneben befindet sich ein Wohngebiet.

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Der geplante Standort befindet sich gegenüber dem Ort, wo sich die aktuelle Anlage befindet. - Screenshot OpenStreetMap

Für zahlreiche Anwohnende ist der Neubau ein rotes Tuch. Eine entsprechende Petition konnte über 1000 Unterstützerinnen und Unterstützer hinter sich versammeln.

«Eine frühzeitige, transparente Einbindung der Bevölkerung fand nicht statt», wird in dieser etwa kritisiert. Die betroffene Bevölkerung habe davon aus der Zeitung erfahren.

Daneben hat man auch ökologische Bedenken, fürchtet mehr Verkehr sowie eine Einschränkung des Naherholungsraums.

Geplanter Standort der beste

Der Stadtrat hat zu dem Anliegen aus der Bevölkerung auch bereits Stellung bezogen.

In der Antwort auf die Petition schreibt der Stadtrat, dass im Vorfeld 17 Standorte geprüft wurden. «Der Standort ‹Lähe / Salenmatt› in Aarau Rohr erwies sich dabei als fachlich und technisch am zweckmässigsten und verhältnismässigsten.»

Grund dafür sei hauptsächlich die Nähe zur Aare. Sie habe eine «ausgeprägte Verdünnungs- und Aufnahmefähigkeit». Dies sei wichtig, wenn es um die Einleitung von gereinigtem Abwasser ginge.

Kannst du die Bedenken der Bevölkerung nachvollziehen?

Ende April gab es eine Infoveranstaltung, bei der Anwohnende ihre Bedenken äussern konnten. «Wie kann man sagen, es gibt keine andere Option?», fragte dort etwa eine Frau, wie in einem Bericht von «Schweiz aktuell» zu sehen ist.

Am SRF-Mikrofon erklärte ein Einwohner, er finde, eine solche Anlage gehöre in ein Industriegebiet – und nicht in die Natur.

Kosten auch ein Faktor

In der Nähe des angedachten Standorts befindet sich bereits eine Kläranlage. Diese habe jedoch das Ende ihrer Lebensdauer erreicht, sagt Jörg Kaufmann. Er ist der Präsident des Abwasserverbands Aarau und Umgebung.

Ein Faktor sind auch die Kosten. Heiko Loretan, Leiter der Aargauer Abteilung für Umwelt, erklärt: «Wenn man eine Grosse hat, dann ist das wesentlich günstiger, anstatt wenn man fünf Kleinere hat.»

Ebenso wird von den Befürwortern festgehalten, dass durch neue Technologie Lärm und Gestank reduziert werden kann. Trotzdem sind die Fronten verhärtet. Es drohen Einsprachen, die das Projekt lange verzögern könnten.

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