Aargau schätzte Häuser neu – Steuern jetzt höher

Der Kanton Aargau liess alle 285'000 Immobilien neu bewerten. Viele Eigentümer empören sich nun über erhöhte Vermögenssteuern und erheben Einsprache.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Neubewertung aller 285'000 Aargauer Immobilien sorgt für Ärger unter den Eigentümern.
- Durch die neue Schätzung erhöhen sich die Vermögenssteuern für viele Besitzer erheblich.
- Beim Kanton Aargau gingen bis Anfang Januar 12'400 Einsprachen ein.
Im Kanton Aargau sorgt eine Neubewertung von allen 285'000 Immobilien für Unruhe. Die aktualisierten Vermögenssteuerwerte und Eigenmietwerte steigern den Wert der Liegenschaften, die somit höher besteuert werden müssen.
Das Resultat: Verärgerte Mieter. Darüber berichtet SRF.
Als wäre das nicht schon genug, gab es auch noch eine Datenpanne. So haben teilweise Verstorbene oder Geschiedene Verfügungen erhalten, da bei 6500 Verfügungen die Adressen fehlerhaft waren.
Seit 1998 galten im Kanton Aargau dieselben Werte für Häuser. Das Parlament hatte das Gesetz jahrelang nicht geändert.
Ein Urteil des Verwaltungsgerichts im Jahr 2020 stellte fest, dass die Vermögenssteuerwerte und der Eigenmietwert zu niedrig angesetzt waren.
Das Aargauer Parlament war nicht erfreut über diese Entscheidung. Insbesondere, da der Eigenmietwert in den nächsten Jahren schweizweit abgeschafft wird. Es fordert von der Regierung, eine andere Lösung zu suchen. Doch bisher ist nichts entschieden.
Hausbesitzer sind empört
Ende November waren es gemäss dem Kanton Aargau etwa zwei Prozent der betroffenen Hausbesitzer, die Rekurse einlegten. Das sind rund 5000 Einsprachen. Anfang Januar stieg diese Zahl auf 12'400 Einsprachen an, hiess es auf Anfrage von SRF.

Einer dieser Hausbesitzer ist Walter Richner: «Die Zahlen, die wir vom Kanton erhalten haben, waren sehr viel höher als bei der letzten Steuereinschätzung. Da kann etwas nicht stimmen», sagt er.
Die Vermögenssteuern für sein Einfamilienhaus sind neu 28 Prozent höher. «Wir müssten jeden Monat 200 Franken beiseite legen, um die Steuern Ende Jahr zahlen zu können. Ein rechter Betrag», so Richner.
Wie geht das Steueramt mit den Einsprachen um?
Seit Januar bearbeitet das Aargauer Steueramt die Einsprachen.
Daniel Schudel, Leiter des kantonalen Steueramtes, sagt gegenüber dem Medienhaus: «Wir haben beim Steueramt ein Einsprache-Team geschaffen und können, wenn nötig, Personal aus anderen Sektionen herbeiziehen.» Man habe mit fünf Prozent Einsprachen gerechnet.
Die definitive Steuerveranlagung erfolgt erst nach Abschluss des Einspracheverfahrens. Zukünftig wird eine Neubewertung von Häusern und Wohnungen alle fünf Jahre stattfinden.











