Fall Berikon AG: Mutter von Mandy (†15) zieht jetzt nach Portugal

Riccardo Schmidlin
Riccardo Schmidlin

Mutschellen-Reusstal-Kelleramt,

Die Trauer um Mandy (†15) bestimmt den Alltag ihrer Familie noch immer. Jetzt steht für die Angehörigen ein einschneidender Schritt bevor: die Auswanderung.

Berikon Tod Teenagerin
Zwei Plüschtiere liegen neben Rosen und Kerzen auf einem Feld an einem Waldrand in der Nähe des Schützenhaus Berikon AG, am Montag, 12. Mai 2025. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Mehr als ein Jahr nach dem Tod von Mandy (†15) will ihre Familie die Schweiz verlassen.
  • Die Mutter sagt: «Ich kann nicht mehr in der Schweiz leben.»
  • Die 15-Jährige war im Mai 2025 bei einem Spaziergang von einer Freundin erstochen worden.

Am 11. Mai 2025 passierte in Berikon AG das Unvorstellbare: Eine 14-Jährige erstach bei einem Spaziergang die 15-jährige Mandy – eine ihrer besten Freundinnen.

Mehr als ein Jahr nach dem Tötungsdelikt bereitet deren Familie nun die Auswanderung nach Portugal vor.

Wie der «Blick» berichtet, wollen Mandys Mutter Cristina, ihr Ehemann und ihr Sohn noch diesen Sommer nach Portugal auswandern. Dort verfügt die Familie über Verwandte und eine eigene Wohnung.

«Ich kann nicht mehr in der Schweiz leben», sagt die 45-jährige Mutter der Zeitung. «Hier erinnert mich alles an meine Tochter.»

Grossmutter weiss nichts von Tat

Auch Mandys Grossmutter lebt in Portugal. Sie weiss über die Tat nicht Bescheid und glaubt, ihre Enkelin sei bei einem Sturz gestorben. «Wie soll ich einer alten Frau sagen, dass ihre Enkelin erstochen wurde?», fragt sich Mutter Cristina.

Der Verlust bestimmt ihren Alltag bis heute. Die Mutter verbringt ihre Zeit laut dem Bericht vor allem in der Wohnung und am Tatort.

Mandys Zimmer habe sie unverändert gelassen, zahlreiche persönliche Gegenstände befänden sich zudem weiterhin bei den Ermittlungsbehörden.

Viele Fragen bleiben offen

Auch die juristische Aufarbeitung des Falls beschäftigt die Familie nach wie vor. Gutachter kamen zum Schluss, dass die geständige Täterin zur Tatzeit an einer schweren psychischen Erkrankung litt.

Stimmen hätten sie über Monate dazu aufgefordert, jemanden zu töten. Ihre Schuldfähigkeit sei deshalb stark eingeschränkt gewesen.

Gleichzeitig geht aus den Akten hervor, dass die Jugendliche die Tat vorbereitet haben soll. Demnach habe sie das Messer bereits längere Zeit zuvor gekauft und versteckt sowie im Internet nach Informationen über Messerangriffe gesucht.

Für Mandys Mutter Cristina wirft das Fragen auf. «Wie kann es sein, dass sie den Mord monatelang vorbereitet hat, zum Tatzeitpunkt aber unzurechnungsfähig war?», fragt sie im «Blick».

Täterin befindet sich in geschlossener Einrichtung

Die Täterin befindet sich derzeit in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung. Dort erhält sie Therapie und schulische Förderung.

Berikon AG
In der Nähe des Schützenhauses wurde in Berikon AG eine Gedenkstätte für das Opfer errichtet. - keystone

Kritik übt Mutter Cristina auch am Umgang der Behörden mit den Angehörigen. Viele ihrer Fragen seien über lange Zeit unbeantwortet geblieben.

Am Ort, an dem die 15-Jährige starb, erinnert inzwischen eine Gedenkbank mit einem Herz in der Sitzfläche an das Opfer.

Brauchst du Hilfe?

Bist du von Gewalt betroffen oder hast du Gewalt erlebt? Unterstützung findest du bei der Opferhilfe Schweiz. Dort erhältst du kostenlose und vertrauliche Beratung sowie Informationen zu deinen Rechten und möglichen nächsten Schritten:
--> https://www.opferhilfe-schweiz.ch

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