Solothurner Staatsanwaltschaften blicken auf intensives Jahr zurück

Keystone-SDA Regional
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Solothurn,

Mehr Arbeit, mehr Todesfälle und steigende Kriminalität prägen das Jahr 2024 für die Solothurner Staatsanwaltschaft.

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Die Staatsanwaltschaft blickt auf ein anspruchsvolles Jahr zurück. (Symbolbild) - keystone

Mehr Kriminalität, mehr Todesfälle, mehr Arbeit: Die Solothurner Staatsanwaltschaft blickt auf ein äusserst arbeitsintensives Jahr 2024 zurück. Dass die Ressourcen nun aufgestockt werden, gibt nach Angaben der Staatsanwaltschaft Anlass zu einem leicht optimistischen Ausblick.

Der am Mittwoch veröffentlichte Geschäftsbericht 2024 der Staatsanwaltschaft spricht von einem «sehr intensiven Jahr». Die Arbeitsbelastung sei erneut gestiegen. Immerhin: Für die Globalbudgetperiode 2025 bis 2027 seien die Ressourcen der Behörde erhöht worden.

Oberstaatsanwalt Hansjürg Brodbeck wagt deshalb einen «zurückhaltend optimistischen» Blick in die Zukunft. Er gibt zu bedenken, dass «eine Staatsanwaltschaft nie genügend Ressourcen haben wird, um alle Fälle in der gewünschten Tiefe untersuchen zu können».

Zunahme bei Verbrechen und Vermögensdelikten

Insgesamt gingen im Berichtsjahr Fälle mit 35'406 Beschuldigten ein. Zusammen mit dem Übertrag aus dem Vorjahr von 8615 Fällen hatten die Staatsanwälte somit Verfahren gegen 44'021 Personen zu bearbeiten. Dies sind mehr als im Vorjahr mit insgesamt 43'359 Beschuldigten.

Besonders auffällig ist die erneute Zunahme bei den Verbrechen und Vergehen: Mit 9898 Beschuldigten wurde der bereits hohe Vorjahreswert von 9274 nochmals deutlich übertroffen. Die Zahl der eingegangenen Anzeigen erreichte hier ein Plus von 6,7 Prozent. Im Vergleich zu 2018 beträgt die Zunahme 53 Prozent.

Wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht, ist der Anstieg der Fallzahlen unter anderem auf die Zunahme der digitalisierten Kriminalität zurückzuführen. Aber auch bei den klassischen Vermögensdelikten verzeichnete die Staatsanwaltschaft einen Anstieg.

Leichenschauverfahren nehmen drastisch zu

Die Staatsanwaltschaft führte im vergangenen Jahr auch markant mehr Leichenschauverfahren durch. Dabei untersucht sie – unabhängig von einem konkreten Tatverdacht – alle «aussergewöhnlichen Todesfälle» mit möglicherweise nicht natürlicher Todesursache. Diese haben um 69 Fälle oder 26 Prozent auf insgesamt 333 zugenommen.

Dieser deutliche Anstieg ist auf eine Sterbehilfeorganisation zurückzuführen, die in der Gemeinde Nunningen seit vergangenem Jahr Freitodbegleitungen anbietet. Dies führte zu 54 zusätzlichen Fällen.

Laut Geschäftsbericht will die Organisation diese Zahl in Zukunft noch erhöhen. Die Staatsanwaltschaft definierte nun zusammen mit der Kantonspolizei, dem Institut für Rechtsmedizin der Universität Basel und der Sterbehilfeorganisation ein Verfahren, das die Beweislage verbessern und gleichzeitig den Aufwand pro Fall reduzieren soll.

Jugendkriminalität: Vermögens- und Verkehrsdelikte steigen

Auch die Solothurner Jugendanwaltschaft hatte im Jahr 2024 viel zu tun. Sie führte 1597 Strafverfahren, was einer Zunahme von rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Ein Plus verzeichnete sie dabei bei den Vermögensdelikten – aber auch bei den Verkehrsdelikten. «E-Bikes und E-Scooter erfreuen sich grosser Beliebtheit, die gesetzlichen Vorschriften sind aber vielen Jugendlichen noch nicht klar», begründet dies die Jugendanwaltschaft.

Als Herausforderung nennt sie auch Strafverfahren mit Jugendlichen und jungen Männern, die sich illegal oder als unbegleitete, minderjährige Asylsuchende in der Schweiz aufhielten. Nach Einschätzung der Jugendanwaltschaft kann dieser Gruppe kaum mit jugendstrafrechtlichen Massnahmen begegnet werden. Als Sanktion stünde ein Freiheitsentzug im Vordergrund – freie Vollzugsplätze seien aber nicht immer vorhanden.

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