Solothurn: Weniger Vermögensdelikte - trotz Anstiegs bei Einbrüchen

Kantonspolizei Solothurn
Kantonspolizei Solothurn

Solothurn,

Im Kanton Solothurn haben sich im Jahr 2025 weniger Vermögensdelikte ereignet und das trotz eines Anstieges bei Einbruch- und Einschleichdiebstahl.

Kantonspolizei Solothurn
Kantonspolizei Solothurn. (Symbolbild) - Kantonspolizei Solothurn

Im Jahr 2025 wurden im Kanton Solothurn insgesamt 25'924 (2024: 25’612) Straftaten polizeilich erfasst, 318 mehr als im Vorjahr (+1,2 %). Der grösste Teil davon (knapp 90 %) entfällt wie üblich auf Widerhandlungen gegen das Strafgesetzbuch StGB.

Bei den Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz wurden 1'128 Anzeigen erfasst (-8 %), gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz 609 (+21 %) und 960 (+10 %) wegen Widerhandlungen gegen andere Bundesnebengesetze.

Mehr Einbruch- und Einschleichdiebstähle

Die aktuelle Kriminalstatistik zeigt im Kanton Solothurn insgesamt ein nahezu gleichbleibendes Bild der Straftaten wie im Vorjahr. Insgesamt ist lediglich eine marginale Zunahme zu verzeichnen, wobei sich je nach Deliktsbereich unterschiedliche Entwicklungen abzeichnen.

Bei den Vermögensdelikten wurden insgesamt 14’639 Fälle registriert (2024: 15’159), was einem Rückgang von 3 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Erneut deutlich angestiegen sind die Einbruch- und Einschleichdiebstähle (+16 %).

Diese Fälle schlagen statistisch gleich mehrfach zu Buche, weil sie jeweils eine Anzeige wegen Diebstahl, Hausfriedensbruchs und im Fall des Einbruchs zudem eine weitere wegen Sachbeschädigung nach sich ziehen.

Gewaltstraftaten nahmen zu

Rückläufig sind die Zahlen zu Diebstählen von E-Bikes von 1’688 auf 1'269 (-25 %) sowie die Ladendiebstähle (-15 %) und Diebstähle aus verschlossenen und nicht verschlossenen Fahrzeugen (-17 %). Diese rückläufigen Zahlen zeigen, dass Massnahmen teilweise Wirkung zeigen und der eingeschlagene Kurs konsequent weiterverfolgt werden muss.

Die Anzahl der im Kanton Solothurn angezeigten Gewaltstraftaten nahm im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr leicht zu, bewegte sich jedoch weiterhin auf einem vergleichbaren Niveau (2024: 1’453; 2025: 1’497).

Streit Messer
Ein Räuber mit einem Messer. (Symbolbild) - depositphotos

Im Vergleich zum Vorjahr wurden mehr Delikte gegen die sexuelle Integrität registriert (276; +9 %), während im Bereich der häuslichen Gewalt ein Rückgang zu verzeichnen ist (639; -2 %). Die Aufklärungsquoten sind wie im Vorjahr weiterhin sehr hoch.

Weniger Straftaten über das Internet

Eine ebenfalls sinkende Tendenz ist auch bei der sogenannten digitalen Kriminalität zu erkennen. Im Berichtsjahr wurden 1’178 Delikte gegen das Strafgesetzbuch registriert, die über das Internet verübt wurden.

Das sind 2 % weniger als im Vorjahr. Straftaten wie Betrug, Geldwäscherei und Pornografie werden inzwischen mehrheitlich auf diese Weise begangen. Weiterhin ein wichtiges Thema bleiben die Betrugsfälle über Online-Marktplätze und Fälle von sogenanntem Phishing.

Beschuldigte Personen und Kriminalitätsbelastung leicht rückläufig

Die Zahl der beschuldigten Personen stieg gegenüber dem Vorjahr von 3'816 auf 3’888. Dabei handelt es sich um 1’698 Schweizer/innen (44 %) und um 2’190 ausländische Staatsangehörige, wobei der Anteil der ständigen Wohnbevölkerung konstant blieb.

Die Zahl der beschuldigten minderjährigen Personen bei den StGB-Delikten sank nach der letztjährigen Zunahme (von 400 auf 388).

Die Kriminalitätsbelastung der Solothurner Bevölkerung, gemessen an der Häufigkeitszahl (Anzahl Delikte pro 1'000 Einwohnende), lag wiederum bei 80 und blieb damit auf dem Stand des Vorjahres.

Am stärksten betroffen waren 2025 erneut die urbanen Bezirke Solothurn (258), Lebern (87), Olten (83) und Gäu (71).

«Entwicklung konnte verlangsamt werden»

«Wir sehen, dass Massnahmen greifen – wir sind auf Kurs. Nun gilt es, weiterhin gezielt und konsequent zu handeln», erklärte Thomas Zuber, Kommandant der Kantonspolizei Solothurn. Erfreulich sei, dass sich der zuvor deutliche Anstieg der Straftaten abgeschwächt habe.

Zwar sei die Gesamtzahl nicht rückläufig, die Zunahme falle aber deutlich moderater aus. Rückgänge seien im Bereich des Betäubungsmittelgesetzes und bei Vermögensdelikten – etwa Diebstählen aus Fahrzeugen – zu verzeichnen.

Unerfreulich sei der erneute Anstieg bei Einbrüchen: «Das belastet die Bevölkerung und trübt das Sicherheitsgefühl», so Zuber. Die Polizei bleibe stark ausgelastet: «Mit knappen Mitteln leisten wir unseren Beitrag zur Sicherheit der Bevölkerung.»

Im vergangenen Jahr erfolgten 1'908 Anhaltungen und vorläufige Festnahmen, was einem weiteren Anstieg (+2 %) entspricht. Der Handlungsspielraum sei in diesem Bereich begrenzt.

Bei sogenannten niederschwelligen Vermögensdelikten seien die gesetzlichen Voraussetzungen für Untersuchungshaft in der Regel nicht gegeben, weshalb präventive Haftmassnahmen nicht möglich seien.

 Zuber dank Bevölkerung

Bei der Kantonspolizei Solothurn wurden 2025 täglich im Durchschnitt 70 Strafanzeigen – ähnlich wie im Vorjahr – geschrieben.

«Unsere Massnahmen zeigen Wirkung», bilanziert Zuber, betont aber, dass das hohe Anzeigevolumen erhebliche Ressourcen bindet und so eine stärkere Präsenz im öffentlichen Raum erschwert. Zudem fiel die Polizeidichte im Kanton vom 22. auf den 23. Rang zurück.

Kantonspolizei Solothurn
Kantonspolizei Solothurn. (Archivbild) - Kantonspolizei Solothurn

Für 2026 will die Polizei die Massnahmen konsequent fortführen, Prioritäten setzen und die Zusammenarbeit mit anderen Behörden intensivieren. Zuber dankte der Bevölkerung für das Vertrauen und ihre Hinweise: «Unsere Anhaltungen und Festnahmen zeigen, dass wir Meldungen rasch nachgehen und die Bevölkerung eine wichtige Partnerin ist.»

Organisierte Kriminalität bekämpfen

Die Polizeiliche Kriminalstatistik vermittelt ein Bild der angezeigten Straftaten. «Das ist aber nur die Spitze. Daneben schädigen organisierte kriminelle Strukturen unsere lokale Wirtschaft.

Diese Strukturkriminalität ist weiterhin Realität in unserem Kanton.», betont Frau Landammann Susanne Schaffner. Die Bekämpfung der Strukturkriminalität ist eine Verbundsaufgabe und erfordert ein koordiniertes, vernetztes Vorgehen von Politik, Behörden, Wirtschaft und Gesellschaft.

Zentral ist dabei eine effiziente Zusammenarbeit über alle Akteure hinweg – von den Strafverfolgungsbehörden über die zuständigen kantonalen Ämter bis hin zu Gemeinden und der Privatwirtschaft.

Zusätzliche Ressourcen für Kriminalitätsbekämpfung

Mit der Aufnahme dieses Schwerpunkts im Legislaturplan setzt der Kanton Solothurn zudem ein klares und verbindliches Zeichen für eine konsequente Bekämpfung der Strukturkriminalität «Für die erfolgreiche Bekämpfung der verschiedenen Kriminalitätsformen wie auch für eine erhöhte Polizeipräsenz zu kritischen Abend- und Nachzeiten braucht es zusätzliche Ressourcen.

Ich werde mich auf politischer Ebene weiter dafür einsetzen, dass die Kantonspolizei Solothurn die Mittel erhält, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben dringend benötigt», sagt Susanne Schaffner.

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