Gesundheit Aargau: So bleiben Kinder in der Infektzeit gesund

Kaum sind die Ferien vorbei, kämpfen viele Familien mit Schnupfen und Fieber. Warum trifft es Kinder so oft und was hilft wirklich gegen die Infektwelle?

Das Wichtigste in Kürze
- Mit dem Schulstart steigt in der Schweiz das Risiko für Infekte bei Kindern.
- Einfache Gewohnheiten wie Händewaschen schützen vor Ansteckung.
- Wer genug schläft, kann seine Immunabwehr stärken.
Nach den Sommerferien füllen sich Schulhäuser, Kindergärten und Horte in der ganzen Schweiz wieder. Jeder war in den Ferien und hat etwas zu erzählen.
Kinder sitzen eng beisammen, teilen Stifte und spielen gemeinsam auf dem Pausenplatz. Genau dann beginnt auch die Infektzeit.
Husten, Schnupfen und Fieber machen die Runde, oft schneller, als Eltern lieb ist. Für viele Familien ist der Herbst die anstrengendste Zeit des Jahres. Umso wertvoller ist es, die wichtigsten Schutzfaktoren zu kennen.
Warum kleine Kinder so oft erkranken
Kleine Kinder stecken sich deutlich häufiger an als Erwachsene. Ihr Immunsystem muss die meisten Erreger erst noch kennenlernen. Im Schulalltag kommen viele Kontakte und wenig Abstand dazu. In Kitas und mit Geschwistern kursieren die Viren zusätzlich.

Wie das Bundesamt für Gesundheit 2024 zeigt, ist die Altersgruppe der null- bis vierjährigen Kinder am stärksten betroffen. In der Spitzenwoche lag die Rate bei rund 374 grippeähnlichen Konsultationen pro 100'000 Personen dieser Altersklasse.
Insgesamt führte die Saison 2023/2024 schweizweit zu etwa 355'000 ambulanten Arztbesuchen wegen akuter Atemwegsinfekte. Mehrere Infekte pro Saison sind in diesem Alter völlig normal.
Händehygiene als einfachster Schutz
Helfen kann schon ganz einfache Händehygiene. Viele Erreger wandern über Türklinken, Tische und Spielsachen weiter. Regelmässiges Händewaschen mit Seife unterbricht diese Kette zuverlässig. Bringen Sie Ihrem Kind bei, die Hände rund 20 Sekunden gründlich einzuseifen.

Erinnern Sie kleinere Kinder anfangs ruhig mehrmals täglich daran. Besonders wichtig sind die Momente vor dem Essen und nach dem Gang zur Toilette.
Eigene Taschentücher gehören nach einmaligem Gebrauch direkt in den Abfall. Auch das Niesen in die Armbeuge statt in die Hand hilft enorm.
Genug Schlaf stärkt die Abwehr
Schlaf wird gern unterschätzt, dabei ist er ein stiller Schutzfaktor. Wie die Universität Bern 2024 in einem Forschungsbeitrag darlegt, ist der Schlaf am immunologischen Gedächtnis beteiligt. Er hilft dem Körper, sich an Erreger zu erinnern und rascher zu reagieren.

Schulkinder brauchen je nach Alter etwa neun bis elf Stunden Schlaf pro Nacht. Feste Zeiten zum Zubettgehen geben dem Tag eine verlässliche Struktur. Bildschirme am Abend stören den Schlaf und gehören rechtzeitig weggelegt. Guter Schlaf hilft Kindern so, gesund durch die Infektzeit zu kommen.
Bewegung, frische Luft und ein gutes Znüni
Bewegung an der frischen Luft tut dem Immunsystem nachweislich gut. Schon der Schulweg zu Fuss bringt Kinder täglich in Schwung. Auch regelmässiges Lüften im Klassenzimmer senkt die Virenlast in der Raumluft. Achten Sie zu Hause auf ausgewogene Mahlzeiten mit Gemüse und Früchten.

Ein farbiges Znüni mit Obst liefert Vitamine für den langen Vormittag. Ein ausgewogenes Frühstück bringt Energie für die ersten Schulstunden.
Vitamin D ist im Winter knapp, weshalb sich ein Gespräch mit der Kinderärztin lohnt. Warme Kleidung im Zwiebelprinzip hält Kinder auf dem Schulweg trocken. Solche kleinen Gewohnheiten bringen Kinder gesund durch die Infektzeit.
Stress runterfahren und Pausen einplanen
Auch der Kopf spielt bei der Abwehr mit. Stress kann das Immunsystem von Kindern schwächen. Ein voller Stundenplan mit Schule, Sport und Musik fordert viel.
Planen Sie deshalb bewusst freie Nachmittage ohne festes Programm ein. Kurze Pausen, Spielen und einfach einmal nichts tun wirken erstaunlich stärkend.
Impfen und kranke Kinder zu Hause behalten
Die Grippeimpfung ist für Kinder mit chronischen Erkrankungen besonders sinnvoll. Offene Fragen klären Sie am besten mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt. Halten Sie zudem das kantonale Impfprogramm Ihres Wohnorts im Blick.

Kranke Kinder bleiben zu Hause, statt mit Fieber zur Schule zu gehen. Wer krank in die Klasse kommt, steckt rasch viele andere an. Bei hohem Fieber, Atemnot oder anhaltender Müdigkeit gehört ein Kind ärztlich abgeklärt.
Gesundheit Aargau: Kleine Routinen mit grosser Wirkung
Keine dieser Massnahmen verlangt einen grossen Aufwand. Den Unterschied machen die täglichen Gewohnheiten über die Wintermonate hinweg: Hände waschen, früh ins Bett, raus an die Luft und ausgewogen essen.

Diese vier Bausteine begleiten Kinder verlässlich gesund durch die Infektzeit. Eltern müssen dabei nicht perfekt sein, sondern einfach dranbleiben. Gemeinsame Rituale geben dem Familienalltag zusätzlich Halt und Sicherheit. Schon kleine Anpassungen zahlen sich über die ganze kalte Jahreszeit aus.











