Gesundheit Aargau: Schwere und geschwollene Beine bei Hitze

Steigt das Thermometer, spüren wir es oft bis runter in die Beine. Doch was hilft, wenn die Beine anschwellen und schmerzen?

Das Wichtigste in Kürze
- Hitze weitet die Gefässe, wodurch Blut und Flüssigkeit in die Beine absacken.
- Dem Schweregefühl kann mit Bewegung und Kühlung entgegengewirkt werden.
- Werden die Schmerzen zu gross, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.
Wenn es draussen richtig warm wird, werden die Beine oft zur spürbaren Last. Sie fühlen sich schwer an, spannen und schwellen gegen Abend deutlich an.
Fast jeder kennt dieses zähe Gefühl an heissen Tagen. Meist steckt keine ernste Krankheit dahinter, sondern schlicht die natürliche Reaktion des Körpers auf die Wärme.
Warum die Beine bei Hitze anschwellen
Bei Wärme weitet der Körper die Blutgefässe, um die überschüssige Hitze über die Haut nach aussen abzugeben. Das Blut fliesst dadurch träger zum Herzen zurück und staut sich mit der Zeit in den Beinen.
Ein Teil der Flüssigkeit tritt ins umliegende Gewebe aus, und so bilden sich die bekannten Schwellungen. Besonders deutlich spüren das Menschen, die im Beruf lange stehen oder über Stunden am Schreibtisch sitzen.

Das Schweizerische Tropen- und Public-Health-Institut hat dazu im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit im Jahr 2024 eine Befragung veröffentlicht.
Rund 50 Prozent der Personen ab 50 Jahren empfanden die Hitze demnach als Belastung und als eigenes Gesundheitsrisiko. Schwere Beine zählen zu den häufigen Begleiterscheinungen genau dieser Belastung.
Gesundheit Aargau: Bewegung hält das Blut in Fluss
Das beste gegen schwere Beine ist und bleibt die regelmässige Bewegung. Beim Gehen spannt sich die Wadenmuskulatur an und presst das gestaute Blut wieder nach oben. Diese «Pumpe» arbeitet allerdings nur dann zuverlässig, wenn wir sie im Alltag auch tatsächlich fordern.
Kurze Spaziergänge, eine Runde auf dem Velo oder ein paar Züge im Schwimmbad bringen den Kreislauf spürbar in Schwung. Auch im Sitzen lässt sich einiges tun, und zwar ganz ohne grossen Aufwand.
Wippen Sie mit den Zehen, kreisen Sie die Fussgelenke oder stehen Sie stündlich einmal kurz auf. Wer im Job viel am Schreibtisch klebt, sollte solche Mini-Pausen ganz bewusst einplanen. Es reichen oft schon wenige Minuten, um geschwollene Beine zu vermeiden.
Kühlung und hochgelagerte Beine
Kälte zieht die geweiteten Gefässe wieder zusammen und lindert das Schweregefühl oft schon binnen Sekunden. Ein kalter Guss über die Unterschenkel kann so wahre Wunder bewirken.

Halten Sie die Beine einfach unter kühles Wasser oder legen Sie ein feuchtes Tuch darüber. Wichtig ist nur, dass das Wasser nicht eiskalt ist, sonst reagiert der Körper mit Gegenwärme.
Am Abend hilft zusätzlich, die Beine hochzulegen. Bereits ein Kissen unter den Waden reicht dafür aus, damit die gestaute Flüssigkeit wieder leichter abfliessen kann.
Flussigkeit und Kompression
Bei Hitze verliert der Körper über die Haut viel Wasser, das er eigentlich dringend zurückbraucht. Wer über den Tag zu wenig trinkt, belastet damit seinen Kreislauf zusätzlich und verstärkt das Problem.Ungesüsster Tee und stilles Wasser sind hier klar die beste Wahl.
Auch die Kleidung spielt eine unterschätzte Rolle, weil enge Socken mit einschneidenden Bündchen das Blut spürbar stauen.

Locker sitzende Stoffe sind bei Wärme deshalb besser. Wer mit schweren Beinen kämpft, kann zudem Kompressionsstrümpfe ausprobieren, die von aussen sanften Druck ausüben. Gerade auf langen Fahrten mit Auto, Zug oder Flugzeug leisten diese Strümpfe gute Dienste.
Warum das Thema an Bedeutung gewinnt
Dieses Problem könnte in Zukunft noch mehr Menschen betreffen. Laut dem Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie hat sich das Land deutlich erwärmt.

An der Messstation Luzern traten bis Anfang der 1980er-Jahre höchstens zehn Hitzetage pro Jahr auf. Heute entspricht dieser Wert etwa dem Durchschnitt. Seit 1981 gab es dort kein einziges Jahr mehr ganz ohne einen einzigen Hitzetag.
Mehr heisse Tage bedeuten für viele Betroffene damit auch häufiger schwere und geschwollene Beine im Sommer.
Wann die Schwellung ein Warnsignal ist
Meist sind geschwollene Beine harmlos und verschwinden bis zum nächsten Morgen von ganz allein. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn nur ein einzelnes Bein anschwillt und dabei auch schmerzt.

Rötung, spürbare Wärme und ein starkes Spannungsgefühl können auf eine Thrombose hinweisen. In einem solchen Fall sollten Sie zeitnah eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Auch Schwellungen, die über Wochen bestehen bleiben, gehören medizinisch abgeklärt.












