Baden

Erste Lagermauer in Vindonissa wohl unter Kaiser Tiberius erbaut

Keystone-SDA Regional
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Brugg,

Der Bau der ersten Lagermauer in Vindonissa hat vermutlich in der frühen Herrschaftszeit von Kaiser Tiberius stattgefunden. Er war von 14 bis 37 nach Christus römischer Kaiser. Klarer lasse sich der Zeitpunkt aktuell nicht eingrenzen, wie die Kantonsarchäologie Aargau bekanntgab.

Eine Drohnenaufnahme zeigt die Ausgrabungsfläche an der Zürcherstrasse in Windisch kurz vor Abschluss.
Eine Drohnenaufnahme zeigt die Ausgrabungsfläche an der Zürcherstrasse in Windisch kurz vor Abschluss. - Handout Kanton Aargau

Die Holz-Erde-Mauer verlaufe etwa 70 Meter südlich der Lagermauer des späteren Legionslagers und biege später nach Nordwesten ab, teilte der Kanton Aargau am Mittwoch mit. Der Verlauf dieser Lagermauer sowie der zugehörige Spitzgraben von Vindonissa, dem heutigen Windisch, seien erstmals belegt worden.

Damit bestünden nun eine bessere Vorstellung von der Fläche des ersten Truppenlagers und klare Indizien für den weiteren Verlauf der zugehörigen Lagermauer.

Die Kantonsarchäologie hat ebenfalls eine Mannschaftsbaracke für Legionäre gefunden: ein neun Meter breites und mindestens 30 Meter langes Gebäude mit regelmässig angeordneten Stuben und Vorräumen. In den Schuttschichten vor dem Legionslager sei auch eine Fülle an Münzen aus der Zeit der römischen Republik bis in die Spätantike gefunden worden.

Im Osten, direkt innerhalb der ersten Lagermauer, fanden sich gemäss Medienmitteilung die Überreste eines möglichen Backofens. Dabei könnte es sich um die Überreste der Handwerkszone des älteren Lagers handeln. Direkt daneben, im Innenraum eines noch älteren und damit wohl aus der Pionierzeit von Vindonissa stammenden Gebäudes, fand sich die Esse einer Feldschmiede.

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«Die Resultate der Ausgrabung haben die Kenntnisse zum ersten römischen Truppenlager in Vindonissa entscheidend erweitert. Die Vielzahl an Funden gibt Einblicke in die vielfältige Nutzung des Areals vom 1. bis zum 4. Jahrhundert nach Christus», heisst es in der Medienmitteilung weiter.

Bereits im Frühling gab der Kanton bekannt, dass während der aktuellen Ausgrabungen unter anderem zum ersten Mal in der Schweiz ein römisches Brot gefunden worden sei.

Die Ausgrabungen an der Zürcherstrasse in Windisch dauerten elf Monate und fanden statt, weil an dieser Stelle eine Überbauung entstehen soll. Vor ihrer Zerstörung sollten die archäologischen Hinterlassenschaften ausgegraben und wissenschaftlich dokumentiert werden.

Ein Team aus 20 Personen war daran beteiligt. Finanziert wurden sie durch einen Sonderkredit. Nun sind die Ausgrabungen abgeschlossen.

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