Aargauer Prostituiertenmörder erhält 175'000 Franken Entschädigung

    Keystone-SDA
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    Aarau,

    Der als Aargauer Prostituiertenmörder bekanntgewordene Mann hat vom Kanton 175'000 Franken als Genugtuung respektive Entschädigung erhalten.

    JVA Lenzburg
    Der Prostituiertenmörder sass seine Strafe in der Jugendvollzugsanstalt Lenzburg ab. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Aargauer Prostituiertenmörder hat vom Kanton Aargau 175’000 Franken erhalten.
    • Er verlangte erst Schadenersatz sowie Genugtuung in Höhe von rund 2,4 Millionen Franken.
    • Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschied, dass die Voraussetzungen für eine fürsorgerische Unterbringung nicht erfüllt waren.

    Die 175'000 Franken erhält der Aargauer Prostituiertenmörder, weil seine fürsorgerische Freiheitsentziehung nach Ablauf der Freiheitsstrafe nicht rechtens war.

    Damit haben sich der Mann und der Kanton Aargau geeinigt, ohne dass das Bundesgericht entscheiden muss, wie der Kanton schrieb. Das gerichtliche Verfahren soll nun ein Ende finden.

    Gegenstand des Verfahrens sind Schadensersatz- und Genugtuungsforderungen des Mannes. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschied im April 2019, dass die Freiheitsentziehung des Aargauers gegen Art. 5 Abs. 1 EMRK verstossen hatte, weil die Voraussetzungen für eine fürsorgerische Unterbringung nicht erfüllt waren.

    Europäische Gerichtshof für Menschenrechte
    Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte. - keystone

    Daraufhin erhob der Aargauer im Dezember 2023 eine Klage beim Verwaltungsgericht. Er verlangte Schadenersatz sowie Genugtuung in Höhe von rund 2,4 Millionen Franken neben Zinsen.

    Das Verwaltungsgericht hatte die Forderungen im Februar diesen Jahres weitgehend abgewiesen. Hingegen wurde die grundsätzliche Haftung des Kantons für den geltend gemachten Genugtuungsanspruch bejaht. Gegen diesen Entscheid hat der Kanton beim Bundesgericht eine Beschwerde eingereicht, wie es in der Mitteilung weiter hiess.

    Als Minderjähriger eine Prostituierte getötet

    Der Mann hatte 2008 als Minderjähriger eine Prostituierte getötet. Das Jugendgericht Lenzburg verurteilte ihn im November 2011 wegen Mordes, der sexuellen Nötigung und Vergewaltigung. Das Gericht bestrafte ihn mit einer Freiheitsstrafe von vier Jahren.

    Gleichzeitig ordnete das Jugendgericht eine Unterbringung in einer geschlossenen Anstalt an. Diese Massnahme endete mit Vollendung des 22. Altersjahrs des Verurteilten im August 2012.

    Im Anschluss daran wurde er wegen schlechter Legalprognose mittels «fürsorgerischer Freiheitsentziehung» in die Jugendvollzugsanstalt Lenzburg eingewiesen. Die Unterbringung wurde mehrfach verlängert, zuletzt in einer offenen Institution vollzogen und 2019 schliesslich aufgehoben.

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